Julia Thiesen kritisiert "Schulbus-Chaos"

Von Unpünktlichkeit die Nase voll

Stephanskirchen - An ihrem ersten Schultag erlebte die Tochter von Julia Thiesen einen - unverschuldeten - schlechten Start. Ihr Schulbus kam nicht.

Auch an den weiteren Unterrichtstagen entstanden zum Bedauern der Stephanskirchener Familie Thiesen immer wieder Probleme mit dem Schülertransport. Mal fuhr der Bus ohne anzuhalten an der verblüfften Schülerin vorbei, mal kam er unpünktlich an der Haltestelle in Westerndorf an - statt, wie im Fahrplan verkündet, um 7.19 Uhr bis zu einer Viertelstunde später.

"Das geht so nicht weiter", ärgert sich Julia Thiesen. Ihre drei Kinder müssen alle von Stephanskirchen aus mit dem Bus Richtung weiterführende Schulen nach Rosenheim fahren. Immer wieder sah sich die Mutter in den vergangenen Tagen gezwungen, als Chauffeurin einzuspringen. Mehrfach seien ihre Kinder außerdem aufgrund der Unpünktlichkeit der Busse zu spät in den Unterricht gekommen. "Dafür haben die Lehrer auf Dauer kein Verständnis."

Hans Zagler, zuständig bei der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) für die Koordination des Schulbusverkehrs im Landkreis, hat die Beschwerden von Julia Thiesen über das "Schulbuschaos" bei den Unternehmen vorgetragen, die die Linie befahren. Wer wann zu welcher Zeit und an welcher Haltestelle zu spät gekommen oder sogar vorbeigefahren sei, könne leider nicht mehr nachvollzogen werden, habe es dort geheißen. "Man hat mir jedoch zugesichert, dass sich die morgendliche Situation mittlerweile eingespielt habe", so Zagler.

Auf der Strecke Stephanskirchen-Rosenheim herrscht nach seinen Informationen eine Sondersituation: Gleich zwei Busunternehmen befahren eine Ringlinie über Schloßberg-Haidholzen-Stephanskirchen-Baierbach-Westerndorf nach Rosenheim in einer Verkehrsgemeinschaft, oft in sehr kurzen Abständen hintereinander. Immer wieder stellen Bürger mit Verwunderung fest, dass der erste Bus nicht hält, sondern erst der folgende. Auf diese Situation müssten sich auch Familien mit schulpflichtigen Kindern erst einstellen, vermutet Zagler.

Dass Busunternehmen vom erhöhten Fahrgast-Aufkommen zum Schulanfang überrascht werden und es deshalb zu Verspätungen kommt, kann er jedoch nicht akzeptieren: Denn bereits Ende Juli werde den Betrieben mitgeteilt, wie viele neue Anmeldungen für Jahreskarten, aus denen der Beförderungsbedarf ersichtlich sei, vorliegen würden.

Die beiden Unternehmen, die die Ringlinie befahren würden, hätten die Ansicht vertreten, ihre Verkehrsgemeinschaft würde gut funktionieren, gibt Zagler weiter. Mehrfach waren in den vergangenen Jahren in Stephanskirchen jedoch Beschwerden in Gemeinderatssitzungen besprochen worden, bei denen es - wie im aktuellen Fall - um Probleme mit dem Busverkehr ging. Auch dass Busse an Haltestellen vorbeifahren, ohne anzuhalten, hatte immer wieder für Irritationen gesorgt.

Zagler rät grundsätzlich allen betroffenen Eltern, Probleme zeitnah bei der RoVG zu melden.

Heike Duczek/Oberbayerisches Volksblatt

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