Sudelfeld: Neuer Anlauf im Mai

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Schöne Aussichten: Mit Sonnenschein und guten Pistenverhältnissen ging es am Sudelfeld ins neue Jahr. Das Bild entstand am 1. Januar. Mit 31 Pistenkilometern und 240 Hektar ist das Sudelfeld Bayerns größtes Skigebiet.

Oberaudorf - Die Pistenverhältnisse sind gut. Trotzdem hielt sich der Andrang am Sudelfeld, immerhin Deutschlands größtes Skigebiet, zum Start in den Skiwinter in Grenzen.

Wenn die amtierende Snowboard-Olympiasiegerin zum Trainieren extra aus Holland anreist, dann können die Pistenverhältnisse so schlecht nicht sein. Trotzdem hielt sich der Andrang am Sudelfeld, immerhin Deutschlands größtes Skigebiet, zum Start in den Skiwinter in Grenzen. Für Liftverbunds-Chef Egid Stadler ist der Fall klar: Schon zu lange hängt das Sudelfeld in Sachen Modernisierung in der Warteschleife, das Image hat gelitten. Doch im Mai soll es nun endlich zu einer Trendwende kommen.

Dossier:

Sudelfeld-Modernisierung

Ein Hauch von Olympia weht demnächst durchs Sudelfeldgebiet, wenn dort Nicole Sauerbreij, Parallelslalom-Goldmedaillengewinnerin von Vancouver, ihr Trainingslager aufschlägt. Aber so wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so ist das Gastspiel der Weltklasse-Snowboarderin zwar eine Personalie, mit der man sich gerne schmückt. Im harten Wettbewerb um die Skifahrer und Snowboarder kann das Skigebiet am Wendelstein aber nur mit Komfort und Schneesicherheit punkten.

Eine Könnerin wie Sauerbreij mag mit den veralteten Schleppliften am Waldkopf noch gut zurechtkommen, Anfänger haben damit aber ihre Probleme. Deshalb steht ein neuer 6er-Sessellift am Waldkopf als moderner Einstieg ins Skigebiet ganz oben auf dem Wunschzettel von Egid Stadler. Er soll die veralteten Doppel- und Einzelschlepper ersetzen.

Ein Hauch von Olympia: Goldmedaillengewinnerin Nicole Sauerbreij kommt demnächst zum Trainieren

"Im Mai muss es damit losgehen", gibt sich der Geschäftsführer der neuen Sudelfeld Bergbahnen GmbH kämpferisch, nachdem der Baubeginn für die Moderniesierung schon mehrmals verschoben wurde. Zuletzt wurde sogar spekuliert, das Millionenprojekt könne noch in der Planungsphase sterben, weil die Liftbetreiber weder an einem Strang ziehen noch in der Lage sind, der Politik und den Behörden ein zuschuss- und genehmigungsfähiges Gesamtkonzept zu präsentieren.

Doch außer Zeit wurde nach Angaben Stadlers und des CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner, der das Projekt zusammen mit Miesbachs Landrat Jakob Kreidl als Beirat begleitet, nichts verspielt. "Wenn die Hausaufgaben erledigt sind, langfristige Pachtüberfahrtsverträge und Genehmigungen vorliegen, dann werden die versprochenen Zuschüsse auch fließen", sagt Stöttner, der das Thema "Sudelfeldmodernisierung" schon nächste Woche bei der CSU-Klausur in Kreuth aufs Tableau bringen will.

Planungssicherheit braucht aber nicht nur der Freistaat, der bis zu 35 Prozent der Kosten mit Zuschüssen auffängt. Auch die Investoren müssen wissen, woran sie sind. Sie stecken ihr Geld nur in moderne Sesselanlagen, wenn sie auf mehr Schneesicherheit setzen können. 31 Pistenkilometer und 240 Hektar umfasst das Skigebiet an der Grenze der Landkreise Rosenheim und Miesbach. Bislang werden 20 Hektar künstlich beschneit, nach der Baumaßnahme sollen es mindestens 40 sein. Der Plan: Ein großer Speichersee unterhalb der Waller-alm soll die Schneekanonen füttern.

Gerade das Speicherteich-Projekt im Gemeindebereich von Bayrischzell wird nicht überall auf Zustimmung stoßen. Wird sich die Sache deshalb noch weiter hinziehen? Platzt im Mai 2011 der nächste Termin für den Baubeginn? Stadler glaubt das nicht: "Die Bauunterlagen und Umweltverträglichkeitsgutachten haben auf jede Frage eine Antwort. Unser Planungsbüro wird alle Bedenken zerstreuen."

Die Regierung von Oberbayern hat bereits mitgeteilt, dass die Modernisierung kein Planfeststellungsverfahren erfordert. Damit sind die Landratsämter in Rosenheim und Miesbach als zuständige Genehmigungsbehörden am Zug, sobald alle Unterlagen eingereicht wurden. Das soll in wenigen Wochen passiert sein, damit im Mai tatsächlich die Bagger anrücken und das Sudelfeld im Wettbewerb mit Tirol im Winter 2011/12 - dann soll es wie schon 2009 und 2010 erneut einen Snowboard-Weltcup am Waldkopf geben - mehr Trümpfe zu bieten hat als eine Olympiasiegerin und die Tagesfamilienkarte für nur 68 Euro.

von Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

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