Zu teuer: Neues Rathaus bekommt Foliendach

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Beim Rathaus-Neubau geht es flott voran: Gestern wurde die Bodenplatte betoniert.

Kolbermoor - Ein Edelstahldach hätte das neue Rathaus bekommen sollen - daraus wird nun nichts. Aus finanziellen Gründen wird neu ausgeschrieben: Das Amt soll ein Foliendach bekommen.

Ein Edelstahldach hätte das neue Rathaus bekommen sollen; der Anbau mit Bücherei und Volkshochschule ein Grasdach auf Folie. Die entsprechende Ausschreibung ergab aber nur ein mögliches Angebot - und das lag um fast 200.000 Euro über dem Ansatz in der Kostenberechnung. Jetzt wird neu ausgeschrieben - auch das Rathausdach soll Folie bekommen.

Damit könne man sich, wie Stadtbaumeister Andreas Meixner in der jüngsten Sitzung des Stadtrats erläuterte, wohl 80.000 Euro einsparen. Zudem könnten mehr Fotovoltaik-anlagen untergebracht werden, denn ein Kunststoffdach sei voll belegbar. Da für den Oktober der Abschluss der Rohbauarbeiten geplant sei, komme man mit den Dacharbeiten in den Winter - dann sei Edelstahl auch noch kritischer zum Einbauen.

Auch Bürgermeister Peter Kloo betonte, dass ein sauber verlegtes Foliendach heutzutage genau so gut wie ein Blechdach sei. In den 60er-/70er-Jahren seien diese Dächer allerdings prädestiniert zum Undicht-Werden gewesen. Auch an der Adolf-Rasp-Schule habe es Probleme mit dem Foliendach gegeben - der Schaden sei hier aber auf einen Fehler bei der Verlegung zurückzuführen gewesen. Im Gegenzug habe die Pauline-Thoma-Schule ein Edelstahldach, das sei zweimal geprüft worden - "und dann hat es drei Jahre lang getropft." Kloo schätzte, dass mit dem Wechsel zum Foliendach gut das Doppelte an Fotovoltaik möglich sei. Es wäre sicher sinnvoll, auf den "Luxus" eines Edelstahldaches zu verzichten.

Andreas Meixner betonte, man wolle das Dach vom TÜV abnehmen lassen. "Dann ist es 30 Jahre lang sicher dicht".

Bei der ersten Ausschreibung hatte man sich für das begrünte Foliendach auf dem Anbau für Bücherei und Volkshochschule entschieden, da eine Verlegung von Edelstahl hier zu Reflektionen in den süd- und westseitig gelegenen neuen Rathausbüros geführt hätte.

Beim Thema "Grasdach" geriet Stadtrat Gerhard Duschl direkt ins Schwärmen. Er outete sich als absoluter Fan dieser Dächer, die sich positiv aufs Klima im Haus auswirkten, und fragte an, ob das Grasdach nicht auch eine Möglichkeit fürs Rathausdach sei. Dann gebe es halt wieder etwas weniger Fotovoltaik-Flächen. Von technischer Seite her sei das bestimmt machbar, meinte der Stadtbaumeister. Eine Verringerung der Fotovoltaikflächen wäre in diesem Fall erforderlich, damit das Gras noch ausreichend Licht zum Wachsen bekommt.

Gegen die Stimme von Markus Schiffmann, der Edelstahl favorisiert hätte, billigte der Stadtrat die erneute Ausschreibung, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte (mit der Option auf Begrünung).

Keine Schwierigkeiten gab es in dieser Sitzung des Stadtrates dagegen mit der Vergabe der Fassadenbau-Arbeiten. Hier hatten 26 Firmen das Leistungsverzeichnis angefordert; vier Angebote gingen ein. Günstigster Bewerber war die Firma Trube & Kings Fassadentechnik aus Uersfeld. Ihr Angebot belief sich auf knapp 1,16 Millionen Euro - 350.000 Euro unter der Kostenberechnung, wie sich Andreas Meixner freute. Er betonte, dass es sich aber um eine fachkundige Firma handle, die dem Architekturbüro auch durch mehrere Aufträge bekannt sei.

Die Fassade des Rathauses wird übrigens aus Faserzementplatten bestehen - hergestellt von der Firma Rieder in Kolbermoor.

fl/Mangfall-Bote

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