Trinkwasser wird weiterhin gechlort

Söchtenau - Groß war das Interesse an der vergangenen Gemeinderatssitzung: Es ging um den derzeitigen Stand der Wasserversorgung in der Gemeinde. Unter anderem wurde ein hydrologisches Gutachten gefordert.

Söchtenau - Der Sitzungssaal war so voll, dass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten. KlausPernreiter vom Landratsamt Rosenheim, Beatrix Goth und Klaus Sandforth vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, sowie Hartmut Lau und Erwin Rupprecht vom Gesundheitsamt Rosenheim standen Rede und Antwort

Bürgermeister Sebastian Forstner gab nochmals den Sachstand bekannt. Bei einer Routineuntersuchung am 28. Juni seien Koliforme Keime, sowie ein E-Koliformkeim festgestellt worden.Sofort seien die zuständigen Ämter verständigt worden und mit den Landwirten ein mündliches Abkommen getroffen worden, keine Gülle mehr auszubringen. Ein Gülle-Abkommen werde zur Zeit schriftlich fixiert. Klaus Pernreiter teilte mit, dass die Gemeinde schon 2006 aufgefordert worden sei, ihr Schutzgebiet zu überprüfen. Es sei zu ändern, wenn es das öffentliche Wohl erfordere. Beatrix Goth erklärte, dass aus dem Jahre 1971 erstellte hydrologische Gutachten sei nicht mehr zeitgerecht, da früher mit anderen Voraussetzungen gearbeitet worden sei. Das Wasserwirtschaftsamt habe seit 2006 mehrfach verlangt, dass ein neues Gutachten erstellt werden solle. Geologe Klaus Sandforth stellte fest, der wichtigste Punkt sei, woher komme das Wasser. In Söchtenau sei die Fließrichtung nicht zweifelsfrei bekannt, mit drei Meßstellen könnten diese Daten ermittelt werden. Hartmut Lau gab bekannt, dass seit der nicht einwandfreien Probe sieben Probenentnommen worden seien, die alle keine Beanstandungen ergeben hätten. Die Chlorierung müsse aber aus Sicherheitsgründen weiterlaufen. "Das freut Teile der Bevölkerung gar nicht", meinte daraufhin der Bürgermeister.

In der Diskussion bemängelte Georg Liegl, dass der Aufwand wegen einer positiven Probe unverhältnismäßig hoch sei. Alfred Martin meinte dagegen, der Aufwand sei gerechtfertigt, wenn noch irgendwo eine Gefahr bestehe. Martin Mayer-Löw gab zu bedenken, ob die schlechte Probe nicht durch menschliches Versagen entstanden sein könnte. Martin Gabriel äußerte, kein Land habe eine so strenge Trinkwasserverordnung, wie Deutschland.

Zuhörer Josef Gartner bezweifelte, dass die Gülle an den Keimen schuld sei, er finde es unfair, immer den Landwirten die Schuld in die Schuhe zu schieben. Klaus Gschwendtner und Josef Eckl fanden es nicht nachvollziehbar, warum nicht gleich Proben in kurzen Abständen gezogen worden seien.

Eine die Zuhörer richtig befriedigende Antwort konnten daraufhin weder Gesundheitsamt noch Bürgermeister geben. Landwirte monierten, dass es immer der einfachste Weg sei, zu sagen es sei die Gülle. Altbürgermeister Josef Baumann riet dazu, alle Haushalte zu überprüfen, die zum Trinkwasser noch über eigenes Brauchwasser verfügten. Zur vom Bürgermeister, Bernhard Summerer und Josef Berghammer gestellten, entscheidenden Frage, ob eine hydrologische Untersuchung des Schutzgebiets vorgeschrieben sei, erklärte Klaus Pernreiter, das sei es nicht, das Amt könne aber von sich aus diese Untersuchung vornehmen und der Gemeinde in Rechnung stellen.

In der nächsten Sitzung wird das Gremium entscheiden, ob die Gemeinde eine hydrologische Untersuchung in Auftrag gibt.

ni/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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