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Verbesserung in kleinen Schritten

Bei einem Ortstermin in der Krankenhausstraße in Vogtareuth wurde über die Beschwerden der Anlieger gesprochen.
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Bei einem Ortstermin in der Krankenhausstraße in Vogtareuth wurde über die Beschwerden der Anlieger gesprochen.

Vogtareuth - Eine Patentlösung für die Verkehrsprobleme in der Krankenhausstraße hat auch eine Ortsbesichtigung des Gemeinderates mit den Anliegern und einer Polizeivertreterin nicht ergeben.

Doch mit mehreren kleineren Maßnahmen - unter anderem einem Nachtfahrverbot für Lkw - will die Kommune Verbesserungen erreichen.

Gut 60 Anlieger der Krankenhausstraße kamen zum Ortstermin. Sie nutzten die Chance, eindringlich auf die Verkehrsprobleme vor ihren Haustüren hinzuweisen. Von Lkw, die mit Sauerstoffflaschen nachts Richtung Schön-Klinik unterwegs sind, Wäschewagen, die bereits in den frühen Morgenstunden um 4 Uhr anliefern, Besuchern und Mitarbeitern der Klinik, die zu schnell fahren und sogar die Grundstückszufahrten zuparken, aber auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die spätabends die Straße als Weg zu ihren Ernteeinsätzen nützen und an zu engen Stellen rangieren, fast überfahrenen Kindern, Rollstuhlpatienten, die mangels Gehweg großen Gefahren ausgesetzt sind, und einer hohen spätabendlichen Frequenz durch Autos von Patienten aus den arabischen Ländern war die Rede. An der einstündigen Ortsbesichtigung nahm auch Polizeihauptkommissarin Sabine Gerke teil, die im Gemeinderat anschließend zu den verkehrsrechtlichen Möglichkeiten Stellung nahm.

Gesprächsbereit zeigte sich vor Ort auch Gregor Tuma von der Schön-Klinik. Sie hat nach seinen Angaben wiederholt die Lieferanten angewiesen, über die Kreisstraße anzufahren. Gefruchtet haben solche Bemühungen nach Erfahrungen der Anlieger in der Regel nur kurze Zeit. Aus Reihen des Gemeinderates kam deshalb die Forderung, in Zukunft bei der Ausschreibung der Lieferantenverträge das Verbot einer Anfahrt über die Krankenhausstraße festzulegen. Auch die Mitarbeiter müssten intensiv dazu aufgefordert werden, von außen über die Kreisstraße den Arbeitsplatz anzusteuern. Es sei unverständlich, warum immer wieder Angestellte der Klinik in der Krankenhausstraße oder in benachbarten Straßen parken würden, hieß es. Denn die Mitarbeiter zahlen, so bestätigte Tuma, im Gegensatz zu Besuchern keine Parkgebühren. Außerdem seien ausreichend Parkkapazitäten rund um die Klinik vorhanden. Tuma riet den Anwohnern, das Nummerschild von Falschparkern zu notieren, damit die Klinikleitung die betreffenden Mitarbeiter ermahnen könne. Für die Zeit der Baustelle an der Schön-Klinik, die, wie berichtet, ein OP-Zentrum und ein Kinderhaus errichtet, sei mit allen Baufirmen vertraglich vereinbart worden, nicht über die Krankenhausstraße anzufahren, berichtete Tuma.

Ein Problem löst ein Schild an der Staatsstraße aus, das am Ortseingang von Griesstätt kommend auf die Krankenhausstraße als Zufahrt zur Schön-Klinik hinweist. Bei den Genehmigungsbehörden soll die Gemeinde nun die Beseitigung fordern. Einstimmig beschloss der Gemeinderat außerdem auf Drängen von Johann Bürger-Schuster (CSU) und Josef Oberberger (Aktiv für unsere Gemeinde), ein Nachtfahrverbot von 22 bis vermutlich 6 Uhr für Lkw ab einer gewissen Tonnage und Länge auszusprechen. Eine weitere Straßeneinengung soll Autofahrer zum Bremsen motivieren. Auch einfache Maßnahmen wie die Ausbesserung von Schlaglöchern und Festigung von lockeren Gullideckeln sollen auf Anregung von Martin Grünhofer (AfG) stattfinden. Ein Parkverbot muss noch mit den Anliegern diskutiert werden.

Es gibt jedoch auch eine Reihe von Vorschlägen, die aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht zu realisieren sind: etwa eine Einbahnstraßenregelung, ein Gehweg (die Straße ist nicht breit genug, die Anlieger müssten Grund zur Verfügung stellen), ein nur optisch markierter Schutzstreifen für Fußgänger und Rollstuhlfahrer auf der Fahrbahn (Vorschlag von Josef Stadlhuber, AfG).

Mit Befremden reagierten die Anlieger auf Messergebnisse in ihrer Straße, die sich nicht mit ihren Erfahrungen rund um die Rasereien und die Durchfahrfrequenz decken. Im Auftrag der Gemeinde hätte die Verkehrsüberwachung des Zweckverbandes Oberland an sieben Tagen hintereinander gemessen, berichtete Geschäftsstellenleiterin Germana Beer. Auch die Fahrzeugart sei ermittelt worden - mit der Feststellung, dass täglich acht bis neun Lkw die Straße befahren würden. 80 Prozent der Autofahrer hielten sich nach Angaben von Polizeivertreterin Sabine Gerke an Tempo 30 (fuhren bis Tempo 39). In der Woche wurden auf der Krankenhausstraße 7800 Fahrzeuge gemessen. Zu Spitzenstunden seien in beiden Richtungen etwa 100 Fahrzeuge unterwegs. Unfälle seien in den vergangenen Jahren lediglich auf den Parkplätzen der Klinik entstanden. Ein tödlicher Unfall vor zwei Jahren sei auf Alkoholeinfluss zurückzuführen gewesen. Die Messungen sollen jedoch - mit weiteren Kontrollstellen - weiter fortgesetzt werden, um ein längerfristiges Bild zu erhalten.

Auch deshalb beschloss der Gemeinderat, die Probemitgliedschaft im Zweckverband zur Verkehrsüberwachung in eine feste umzuwandeln. Mit den Bußgeldern werde in Vogtareuth nichts verdient, teilte Bürgermeister Matthias Maier mit. Im Gegenteil: Die Gemeinde zahle etwa 1000 bis 2000 Euro im Jahr drauf. Denn die Blitzer haben bereits einen positiven Lerneffekt bei den Autofahrern ausgelöst. Trotzdem ist der Gemeinderat überzeugt, dass es nach wie vor Brennpunkte im Ort gibt, die einer Kontrolle bedürfen. Neben der Krankenhausstraße sind dies unter anderem die Ortsdurchfahrt in Straßkirchen sowie der Bereich rund um Kindergarten und Schule.

Oberbayerisches Volksblatt

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