Verkehrsproblem: „Wir brauchen Profis“

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Die Krankenhausstraße in Vogtareuth: Hohes Verkehrsaufkommen, Lärm und Engstellen erfordern Handlungsbedarf.

Vogtareuth - Die Realisierung der Umgehungsstraße ist vorerst gescheitert – doch die Verkehrsprobleme, unter denen das Dorf Vogtareuth ächzt, bleiben.

Jetzt soll ein Fachbüro Konzepte für einen Problembereich entwickeln, der ebenfalls seit Jahren in der Kritik steht: die Krankenhausstraße. Eine Lösung drängt, da die „Schön-Kliniken“ im nächsten Jahr das neue OP-Zentrum mit Parkhaus bauen wollen.

Aus dem Arbeitskreis Ortsbild und Verkehr, aus der Anliegerschaft und aus dem Gemeinderat sind in den vergangenen Monaten viele Vorschläge zur Entlastung des Ortszentrums und ganz konkret auch für die Krankenhausstraße eingegangen. Der gute Wille allein reicht jedoch nicht, findet Bürgermeister Matthias Maier. Nach seiner Überzeugung müssen angesichts der Komplexität der Probleme Fachleute her, die aus den vielen Einzelideen ein stimmiges Konzept gießen. "Wir brauchen Profis", zeigte sich auch Zweiter Bürgermeister Johann Bauer im Gemeinderat überzeugt.

Maier hatte deshalb zwei Vertreter der Transfer GmbH aus München geladen. Das Fachbüro hat schon zahlreiche renommierte Projekte - unter anderem in München und Regensburg, für die EU, für Bundesministerien und Industriegrößen wie Audi - realisiert. Die Diplom-Ingenieure Ulrich Glöckl und Ralf Engelhardt, die ihre Methodik vorstellten, machten auch dem kleinen, jedoch mit großen Verkehrsproblemen kämpfenden Dorf Vogtareuth Mut: "Man kann etwas tun - trotz des hohen Anteils am Durchgangsverkehr." Auch wenn die Umgehung in absehbarer Zeit nicht kommen werde, sei ein "Verbund vieler kleiner Maßnahmen" möglich, der Verbesserungen auslösen könne. Dass diese vor allem für die Schulwegsicherung im Bereich Ortsdurchfahrt notwendig sind, stellte sich in den Darstellungen erneut deutlich heraus.

Ein Problembereich ist außerdem die Krankenhausstraße: Sie wird auch durch den Lieferverkehr der "Schön Kliniken" belastet, besitzt nicht durchgehend einen Gehweg, was für die vielen Rollstuhlfahrer aus der Klinik ebenso wie für Kinder ein hohes Gefahrenpotenzial darstellt. Laut Immissionsgrenzen dürften vor der Klinik nur 800 Autos pro Tag fahren, in Wirklichkeit sind es doppelt so viele, heißt es. Die Anlieger klagen über Lärm, Raserei und würden die Krankenhausstraße am liebsten einer Einbahnstraßenregelung zuführen. Außerdem wollen die Bürger die Krankenhausstraße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen sperren lassen - mit einer Ausnahme: den Anlieferverkehr für das Geschäft Römersberger.

Die Tatsache, dass 2011 die Großbaustelle für die Erweiterung der "Schön Klinik" Vogtareuth beginnt und sich wohl zwei Jahre hinziehen wird, beunruhigt die Anlieger zusätzlich. Diese Ausnahmesituation ist nach Meinung von Johann Bürger-Schuster (CSU) ein Anlass, die Transfer GmbH für diesen Teilbereich um erste Konzepte zu bitten. Denn die ganz große Lösung mit Einbeziehung der Durchfahrtsstraße und dem Unterdorf, das durch den Lkw-Verkehr zu den Sand- sowie Kiesgruben belastet wird, kann sich die Gemeinde nicht leisten, waren sich die Ratsmitglieder einig. Auch Geld für bauliche Maßnahmen im größeren Stil fehlt, bedauerte Harald Grella von der Bürgerliste. Doch die Fraktionen registrierten erfreut, dass für einen Kostenrahmen unter 10.000 Euro ein "handfestes Ergebnis" für die Krankenhausstraße zu erwarten ist, wie die Vertreter des Fachbüros versprachen.

Davon ließ sich auch Josef Stadlhuber, aktiv für die Gemeinde Vogtareuth und Skeptiker in Sachen Gutachten, überzeugen. Zumal die "Schön Kliniken" angekündigt haben, sich zur Hälfte an den Kosten einer Lösung für die Krankenhausstraße beteiligen zu wollen.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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