Wenn die Puppe blutet

Der Patient ist eine Puppe. Ansonsten simuliert man einen möglichst realen Notfall. Die Schön Klinik Vogtareuth probte mit einem Spezialtraining die Zusammenarbeit in Ernstfällen.
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Der Patient ist eine Puppe. Ansonsten simuliert man einen möglichst realen Notfall. Die Schön Klinik Vogtareuth probte mit einem Spezialtraining die Zusammenarbeit in Ernstfällen.

Vogtareuth - Die Puppe blutet, schwitzt und muss wiederbelebt werden: Mit diesem Szenario haben Ärzte der Schön Klinik drei Tage hintereinander geprobt.

Es ist ein typischer Notfall im Krankenhaus: Ein kritisch kranker Patient muss in Narkose versetzt und sein Kreislauf stabil gehalten werden: Jetzt kommt es darauf an, dass alle Klinikmitarbeiter Hand in Hand arbeiten. Diese Woche übernahmen in der Schön Klinik Vogtareuth computergesteuerte Puppen, sogenannte „Patienten-Dummies“, die Rolle der Patienten. In einer dreitägigen Übung probten Pflegekräfte und Ärzte von der Intensivstation sowie der Anästhesie arbeitstypische Notfälle. Dazu waren eigens Vertreter des „Tübinger Patientensicherheits- und Simulationszentrums TüPASS“ angereist und sorgten für möglichst realistische Bedingungen.

Die Übung wurde gefilmt und anschließend im Team ausgewertet. „Bei unserem Simulationstraining ging es um die effektive Zusammenarbeit des Teams unter Stressbedingungen“, erklärt Oberarzt Dr. Stefan Schöne, „dass hier nur eine Puppe vor einem liegt, vergisst man ziemlich schnell und steht richtig unter Strom.“ Geübt wurde an computergesteuerten „Dummies“, die sämtliche gängigen anästhesiologischen Arbeitstechniken erlauben und alle Kreislaufsituationen simulieren können. Sie reagieren auf Medikamentengabe, können bluten, schwitzen und sogar sprechen.

In Notfällen besser zusammenarbeiten

Während das ärztlich-pflegerische Team zusammen mit Verstärkung versuchte, die gestellte Notfallsituation zu meistern, verfolgten die restlichen Trainings-Teilnehmer per Videoübertragung die Übung in einem Nachbarraum. Auch das sei für alle äußerst lehrreich, berichtet Dr. Schöne. „Die Akteure erkennen manchmal in der Nachbereitung, wie sehr Stress den Blick auf einzelne Details verstellen kann. Anschließend wird in einer Besprechung aufgearbeitet, was gut lief und wo noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.“

Die Idee für derartige Trainings kommt übrigens aus der Luftfahrt. Hier haben Piloten schon früh erkannt, dass Simulationsübungen Fehlermöglichkeiten im Miteinander oder in den Abläufen aufdecken und die Effektivität des Teams erhöhen können. In Vogtareuth hat man aus dem Training zahlreiche neue Erkenntnisse mitgenommen, die jetzt den Narkosealltag und die Notfallversorgung in der Schön Klinik weiter verbessern werden. „Für unsere Patienten und uns war das Training auf jeden Fall ein Gewinn“, sagt Dr. Schöne.

Pressemitteilung Schön Klinik

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