"Amerikanisierung" durch Supermarkt?

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Vogtareuth - Einbahnstraße Nahversorgung: Für Vogtareuth wird es langsam eng. Der Kampf um den Supermarkt auf der Frimmer-Wiese geht zwar weiter, leider aber mit harten Rückschlägen.

Ein Supermarkt auf der Frimmer-Wiese - für alle Vogtareuther, ob Gemeinderat, Verwaltung oder Bürger ein großer Wunschtraum. Klaus Stöttner, CSU-Stimmkreisabgeordneter, besuchte nun die Gemeinde und brachte schlechte Nachrichten: Die Regierung von Oberbayern stellt sich auch weiterhin quer. Eine Zersiedelung Vogtareuths durch einen Supermarkt, der 110 Meter von der nächsten Siedlung entfernt ist, soll verhindert werden. Man fürchtet eine "Amerikanisierung" des ländlichen Raums.

Für Vogtareuth ergeben sich dadurch große Probleme. Der kleine Kramerladen im Dorf macht dicht, andere Flächen (die näher am Dorf sind) stehen nicht zum Verkauf, das Fazit: Vogtareuth wird bald keine Nahversorgung mehr zur Verfügung haben.

Wütend reagierten die Gemeinderäte auf das Sturstellen der oberbayerischen Regierung. Der Wille des Dorfes scheitere nur an der Kompromisslosigkeit einer Planungsbehöre, die sich hinter ihren Schreibtischen verschanzen würden, zitiert das Oberbayerische Volksblatt in der Donnerstagsausgabe. Zudem verwies man auf die Ausnahmestellung der Gemeinde durch die Schön-Klinik. Familien aus ganz Europa kämen mit ihren schwer kranken Kindern über Monate in den Ort und auch sie stünden letztlich ohne Versorgung da.

Klaus Stöttner, beeindruckt vom Willen der Gemeinde, versicherte zwar, nochmal bei der Regierung anzuklopfen, verprechen wollte er aber nichts.

Rubriklistenbild: © pa

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