Aus alt mach neu: Pfarrstadl wird Pfarrheim

Vogtareuth - Nach Pfarrhof und Pfarrkirche wird nun auch der Pfarrstadl in Vogtareuth restauriert und umgebaut. Die geplanten Baumaßnahmen kosten insgesamt 946.000 Euro.

Pfarrhof und Pfarrkirche St. Emmeram sind bereits saniert und erstrahlen im frischen Glanz, nun wird auch der Pfarrstadl in Vogtareuth restauriert und umgebaut. Der Gemeinderat gab mit drei Gegenstimmen grünes Licht für die Umwandlung in ein Pfarrheim - eine Baumaßnahme, die Gesamtkosten von 946.000 Euro verschlingen soll.

Gerüste stützen die Außenwände, Planen verhindern, dass Regenwasser eindringt, das Mauerwerk bröckelt sichtlich: Der alte Pfarrstadl auf dem Pfarranger mitten im Ortszentrum von Vogtareuth schaut auf den ersten Blick aus, als stände er kurz vor dem Zusammenbruch. Doch der äußere Eindruck scheint zu täuschen, gab Bürgermeister Matthias Maier als Information aus dem Bauantrag der katholischen Pfarrstiftung bekannt. Die Fundamente des Gebäudes aus dem Jahr 1850 seien nach den eingereichten Unterlagen in gutem Zustand.

Einen Abriss soll es deshalb nicht geben, stattdessen eine umfangreiche Sanierung unter Beibehaltung des alten Außenmauerwerkes, kündigte Maier an. Die Rohbauarbeiten seien in den Unterlagen zum Bauantrag mit 440.000 Euro, der Innenausbau mit 300.000 Euro veranschlagt worden. Als Gesamtkosten würden inklusive der Baunebenkosten 946.000 Euro veranschlagt. Die Kommune ist finanziell jedoch nicht beteiligt.

Der Gemeinderat zeigte sich mit großer Mehrheit vom Engagement der Kirche für den Erhalt des historischen Ensembles beeindruckt. In der Tat ist in Vogtareuth in den vergangenen Jahren viel Geld in die Verschönerung der kirchlichen Gebäude geflossen. Gemeinsam mit dem frisch sanierten Rathaus und der Grundschule ist ein ansprechendes ländliches Ortszentrum entstanden. Am Herzen liegt der Bevölkerung auch der Pfarranger mit seiner großen Grünfläche für Festgottesdienste und Großveranstaltungen, auf der der Pfarrstadl steht.

Er bleibt also - eine Entscheidung, die die Mehrheit freute. Johann Bürger-Schuster (CSU) erwartet von der Sanierung mit Umbau die Entstehung eines weiteren "optischen Aushängeschildes". Harald Grella (Bürgerliste) äußerte sich erfreut darüber, dass das Denkmal keinem "Glaspalast" weichen muss. Fest steht auch, dass die katholische Pfarrgemeinde ein neues Begegnungszentrum mit 96 Quadratmeter großem Saal und Gruppenräumen erhält.

Doch es gab auch scharfe Kritik an der kirchlichen Entscheidung, im Bestand zu sanieren. Josef Oberberger (Aktiv für unsere Gemeinde), sein Fraktionskollege Martin Grünhofer und Elisabeth Stadlhuber (ÜWG) gaben zu Protokoll, den Bauantrag abzulehnen, weil mit der Sanierung des alten Gebäudes Kirchensteuergelder verschwendet würden. Oberberger sprach von einem "Schutthaufen", "in den fast eine Million Euro verbraten" werde.

Auch Grünhofer zeigte sich überzeugt, die Bauschäden durch Feuchtigkeit seien so groß, dass es vernünftiger wäre, das Gebäude abzureißen und bei gleich großer Kubatur neu zu errichten.

Oberberger erinnerte außerdem daran, dass die Gemeinde dringend einen großen Veranstaltungssaal benötigt. Sie könnte sich an einem Gemeindehaus, das etwas größer als jetzt geplant werde, finanziell beteiligen. Franz Dutz (Bürgerliste) wies jedoch darauf hin, dass bei einem Abriss nur der Neubau eines weitaus kleineren Pfarrheimes finanziell durchzusetzen sei. Auch um ein komfortables, großes Gemeindehaus zu realisieren, sei es deshalb angeraten, den Bestand zu sichern und zu sanieren.

Zweiter Bürgermeister Johann Bauer (CSU) sah außerdem keinen Grund für eine Diskussion der Entscheidung der Kirchenverwaltung und Kirchenstiftung: Es sei nicht Aufgabe der Kommune, den Bauherren Vorschläge zu unterbreiten. Josef Stadlhuber (AfG) regte jedoch an, in den mit drei Gegenstimmen befürworteten Beschluss zum Bauantrag Forderungen zur Stellplatzbereitstellung aufzunehmen.

Der Gemeinderat verwies auf die Stellplatzordnung, nach der etwa 15 Parkflächen ausgewiesen werden müssten und appellierte dafür, diese Zahl noch aufzustocken.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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