Offene Fragestunde

Freie Wähler mit Agrarexperte zu Besuch auf Vogtareuther Bauernhof

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Von links:  Josef Lausch, Sepp Hofer, Kreisrätin Barbara Stein, MdL Dr. Herz, Sepp Baumann, Bürgermeister und Kreisrat Paul Dirnegger, Florian Griebl, Monika und Hans Mayerhofer.

Vogtareuth - Zu einem Informationsgespräch trafen sich kürzlich auf dem Hof von Monika und Hans Mayerhofer bei Vogtareuth MdL Dr. Leopold Herz von den Freien Wählern und die Kreistagsfraktion der FW.

Die Meldung im Wortlaut:

Fraktionsvorsitzender Josef Lausch konnte neben seinen Kreistagskollegen auch den stellv. Landrat und Bezirksrat Sepp Hofer, Florian Griebl, Bergbauer vom Samerberg und Michael Höhensteiger, Mitarbeiter des Maschinenrings, begrüßen. 

Kritik am bürokratischen Wahnsinn

Nach einem kurzen informativen Hofrundgang über den typischen Rosenheimer Bauernhof mit rund 70 Milchkühen, Melkroboter und kleiner Biogasanlage mit 50kw, konnte jeder der Anwesenden dem Vorsitzenden des Agrarausschusses im Landtag seine Anliegen ausführlich vortragen. Den Beginn machte gleich Gastgeber Hans Mayerhofer, der den bürokratischen Wahnsinn kritisierte, den nur eine kleine Baumaßnahme wie ein Hofauslauf (siehe Foto), die nur den Wohl seiner Kühe diene, auslöse. Auch der Weidegang seiner Jungrinder bringe ungeahnte Probleme mit den Behörden, die wiederum viele Bauern vom Weideaustrieb abhalte, obwohl der wünschenswert wäre, so der bedächtig argumentierende Landwirt. 

Michael Höhensteiger, FW-Gemeinderat aus Großkarolinenfeld und beim Maschinenring für die Umsetzung der Düngeverordnung verantwortlich, erläuterte die teilweise irrationale Dokumentationspflicht beim Ausbringen der Rindergülle, wies Dr. Herz auf die Missstände bei den Nitratmesstellen hin und das zum Beispiel für Italien doppelt so hohe Grenzwerte für Stickstoffausbringung gelten, was natürlich zu einer Benachteiligung der deutschen Landwirtschaft führe. 

MdL Herz gab seinen Vorrednern Recht, er werde den Einwänden auf jeden Fall nachgehen. In Sachen Nitratmesstellen wies er darauf hin, dass auf Betreiben der FW die Messtellen von 570 auf rund 1500 Messtellen erweitert werden, um genauere Ergebnisse über die Grundwasserqualität, die in Bayern bis auf wenige Ausnahmen ausgezeichnet sei, vorzuweisen zu können. 

Keine Perspektive für die Landwirte in der Energiewende

Kreisrat Josef Lausch ging auch auf die Problematik der fehlenden Perspektiven der Energiewende ein, die ohne die Landwirtschaft nicht funktionieren werde, sprach die Biber und Wolf Problematik an und wies auf die Vernichtung der Existenz von Dutzenden Bauernhöfe, sollte der Brennernordzulauf durch den Landkreis Rosenheim gebaut werden. Allein der Flächenverbrauch betrüge mit Ausgleichsflächen rund 1000ha, was die Größe einer kleinen Gemeinde entspreche, so Lausch. Florian Griebl trug nachdrücklich die Probleme kleinstrukturierter Bergbauernhöfe vor. 

MdL Herz ging ausführlich auf die vorgebrachten Argumente ein, bedankte sich herzlich für das Engagement aller beteiligten, und lud alle Beteiligten zu einer der nächsten Sitzungen des Agrarausschusses im Landtag ein. Bezirksrat Sepp Hofer beendete mit einem kurzen aufmunternden Schlusswort das Informationsgespräch der Freien Wähler Rosenheim-Land.

Pressemeldung Freie Wähler Kreistagsfraktion Rosenheim

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