Richtfest für “Kinderfreundliches Krankenhaus“

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Der Neubau der Schön Klinik

Vogtareuth - Seit 2012 baut die Schön Klinik im Rahmen eines "kinderfreundlichen Krankenhauses" an einem Kinderbettenhaus. Jetzt war das Richtfest:

Insgesamt 60 Millionen Euro werden in ein neues Kinderbettenhaus und einen modernen OP-Neubau investiert. Den ersten Meilenstein, das Richtfest für ihr Kinderzentrum, feierte die Klinik am 11. April mit Bauleuten, vielen Klinikmitarbeiter sowie dem Vogtareuther Bürgermeister Matthias Maier. Klinikgeschäftsführer Dr. Alexander Hauenschild und die Stationsleitungen übergaben einen Richtkranz, bestückt mit Stofftieren, der jetzt über dem zweistöckigen Kinderbettenhaus weht. Das neue Gebäude für 12 Mio. Euro bietet 50 zusätzliche Therapieplätze. Das Projekt wird vom Freistaat Bayern gefördert. „Das ist nicht nur ein buntes Kinderbettenhaus“, sagt Dr. Hauenschild. „Wir wollen auf über 3.000 Quadratmetern ein besonders kinder- und familienfreundliches Krankenhaus als Kernstück unseres Kinderzentrums schaffen.“ Junge Patienten werden in Vogtareuth in der Kinderorthopädie, im Skoliosezentrum sowie Neuropädiatrie und damit unter dem Dach eines Kinderzentrums behandelt. „Viele der orthopädischen und neurologischen Krankheitsbilder bei Kindern lassen sich nicht allein aus der Perspektive einer Fachabteilung betrachten", sagt Wirbelsäulenchirurg Prof. Dr. Cornelius Wimmer.

Mit Augenbewegungen steuern gelähmte Patienten Licht und Jalousien

Klinikmitarbeiter aller Berufsgruppen haben sich an den Bauplanungen beteiligt. In der Neuropädiatrie müssen junge Patienten nach Unfällen oder einer neurologischen Erkrankung das Atmen, Sprechen oder Gehen wieder neu lernen. „Unsere Mädchen und Buben bleiben viele Monate im Krankenhaus. Darauf müssen die Klinikräume ausgerichtet sein und auch ein Stück Zuhause bieten“, erklärt Prof. Dr. Martin Staudt, Chefarzt der Neuropädiatrie. Während des Krankenhausaufenthaltes werden viele Patienten von ihren Eltern begleitet, die oft im Zimmer übernachten. „Diese Mit-Übernachtung stößt aber bei schwerkranken Patienten bisher an Grenzen“, so Professor Staudt, „doch gerade nach einem 2 Unfall haben Eltern ein besonders großes Bedürfnis, ihren Kindern nahe zu sein.“ Sieben Krankenzimmer mit Elternkojen bieten künftig sowohl Raum für Intensivpflege als auch für familiäre Nähe. Diese innovative architektonische Lösung hat gerade die Pflegekräfte überzeugt. Je nach Bedarf kann die Elternkoje in den Raum geöffnet oder als Rückzugsmöglichkeit geschlossen werden. „Hier können Mütter oder Väter mit ihrem Kind in einem Raum leben, werden aber dank der ΄Zimmer im Zimmer-Lösung΄ durch unsere nächtliche Pflege nicht gestört“, erklärt Daniela Grathwohl aus dem Pflegeteam. „Eltern schöpfen so Kraft für den Alltag.“ Besonders stolz ist man in Vogtareuth darauf, dass es gelähmten Patienten künftig möglich sein wird, Beleuchtung und Jalousien in den Klinikräumen nur durch Augenbewegungen zu steuern.

Extrabreite Gänge für kleine Patienten

Ein kindgerechtes Umfeld ist auch in der Kinderorthopädie sehr wichtig. „Unsere jungen Patienten sollen lernen, mit Prothesen oder mit ihrem Rollstuhl wieder mobil zu werden und an Selbstvertrauen zu gewinnen“, berichtet Chefarzt Dr. Sean Nader. „Dafür sorgen ab 2014 extrabreite Gänge und Rückzugsmöglichkeiten für Familien, wo einfach nur einmal gespielt werden kann.“ In seiner Abteilung werden schwerpunktmäßig Patienten behandelt, die mit Fehlbildungen von Armen, Händen oder Beinen zur Welt gekommen sind. Oft prägen Operationen und Prothesenwechsel die Kindheit. Hier setzt das ärztlich-pflegerische Team auf eine einfühlsame Betreuung und die Kinderschmerztherapie mit eigens ausgebildeten „Schmerzschwestern“. Alle drei Abteilungen – Kinderorthopädie, das Skoliosezentrum sowie die Neuropädiatrie – arbeiten als Kinderzentrum zusammen und bieten aufgrund ihrer Größe auch zusätzliche Angebote wie eine Krankenhausschule. Jährlich werden hier 1.800 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland und dem Ausland mit komplexen Erkrankungen ambulant und stationär behandelt.

OP-Neubau schreitet zügig voran

Anfang 2014 wird das neue Kinderbettenhaus für Patienten und ihre Familien seine Türen öffnen. Der Leiter der Bauabteilung Michael Bergmann-Mitzel konnte der Geschäftsführung der Klinikgruppe zudem berichten, dass auch das zweite große Bauprojekt in Vogtareuth, der OP-Neubau, zeitlich im Plan liegt und voraussichtlich 2015 eröffnet wird. „Hier entsteht auf über 5.000 Quadratmetern ein ‚OP der Zukunft‘“, erklärt Gregor Tuma, Gesamtprojektleiter für die Vogtareuther Bauprojekte. Dazu gehören 12 OP-Säle, 26 Intensiv- und Überwachungsbetten sowie eine Zentralsterilisation.

Investition in Hochleistungsmedizin in Südostbayern

Das OP-Bauprojekt hat ein Investitionsvolumen von 48 Mio. Euro und wird ebenfalls vom Freistaat gefördert. Klinikgeschäftsführer Dr. Alexander Hauenschild betont, welche Bedeutung die Schön Klinik für die spezialisierte Kinder- und Erwachsenenmedizin in der Region habe: „Damit wird die medizinische Versorgung in Südostbayern deutlich ausgebaut. Wir führen in Vogtareuth komplexe Eingriffe durch, von der Herzchirurgie über Operationen am Gehirn und an der Wirbelsäule.“ Dafür müssen Patienten nicht mehr weite Wege nach Salzburg oder München auf sich nehmen. „Darüber hinaus investieren wir in den Standort Vogtareuth, sichern und schaffen Arbeitsplätze“, ergänzt Klinikgeschäftsführer Dr. Hauenschild. So sucht die Kinderkrankenpflege schon jetzt neue Kollegen für die Eröffnung im nächsten Jahr. Der Klinikgeschäftsführer bedankt sich auch bei der Gemeinde Vogtareuth, die engagiert die Zukunftspläne der Klinik begleitet habe. „Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen und suchen gemeinsam nach Lösungen, etwa zu Parkmöglichkeiten in der Gemeinde oder einer besseren Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr."

Pressemitteilung Schön Klinik Vogtareuth

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