Vogtareuther wollen Supermarkt

Vogtareuth - Der geplante Supermarkt stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung. Die Einwohner begrüßen die Ansiedlung, kontroverse Diskussionen gab es nicht.

Germana Petermann, Sprecherin des Arbeitskreises Dorfgemeinschaft im Projekt "Nähe ist Leben", brachte die Stimmung in der Bürgerschaft auf den Punkt: "Der Grund ist da, der Investor ist da, ein örtlicher Einzelhändler will es machen: Was wollen wir mehr? Wir sollten die Chance nutzen." So sah es die Mehrheit der Einwohner.

Angesichts dieses Themas, das den Vogtareuthern auf den Nägeln brennt, hatte Bürgermeister Matthias Maier erstmals die große Steinbacher-Halle im Gewerbegebiet als Veranstaltungsort für gewählt. Es kamen über 200 Einwohner zur Versammlung - so viele wie selten in der Geschichte der Kommune.

Der Gemeinderat, der am Dienstag, 6. Dezember, erneut über den konkreten Antrag für die Ansiedlung des Supermarktes beraten will, nutzte die Chance, sich ein Stimmungsbild zu machen. Es fiel klar und deutlich aus: Die Bürger wollen den Supermarkt - zumal es sich nicht, wie in vielen anderen Orten, um einen Discounter handelt, sondern sogar um den Vollsortimenter Edeka mit Frischesortiment.

Edeka hat als Bauträger nach Angaben von Werner Römersberger, der in der Krankenhausstraße den traditionellen, aber zu klein gewordenen Kramerladen betreibt und auch den Supermarkt pachten möchte, eine Standort-Analyse durchgeführt. Die Frimmer-Wiese südlich der Kreisstraße RO 35 habe sich als ideales Grundstück herauskristallisiert. "Dort oder gar nicht", betonte Römersberger angesichts der Tatsache, dass weitere Standorte im Gespräch sind. Ein Grundstück nördlich der Kreisstraße stehe jedoch nicht zum Verkauf, teilte der Bürgermeister mit. Weiter innerorts bauen, damit die Einkaufenden aus dem Dorf nicht die stark befahrene Kreisstraße überqueren müssen oder der neue Supermarkt fußläufig besser für Einwohner ohne Auto zu erreichen ist? Für diese Lösung gab es nur wenig Zustimmung in der Versammlung, weil viele Dorfbewohner Lärm durch den Anlieferverkehr fürchten. Ein innerörtlicher Standort war außerdem vor zehn Jahren bereits einmal gescheitert. Außerdem warnten die Befürworter des Marktes vor den Toren des Zentrums davor, nach dem Bau der Umgehung wieder Verkehr in die Mitte zu locken, wenn sich hier ein Supermarkt ansiedle.

Es gab mehrfach warnende Stimmen, eine Entscheidung auf die lange Bank zu schieben. Angesichts der Tatsache, dass Investor, Pächter und Grundstück gefunden seien, dürfe die Realisierung des Marktes nicht verschlafen werden, hieß es. Zahlreiche Bürger forderten jedoch auch eine konzeptionelle Planung für das ganze Areal südlich des Dorfes, die im Gemeinderat bereits beschlossen worden ist (wir berichteten). Der Bürgermeister bestätigte mehrfach, dass intensiv abgewogen wird. "Wir haben noch gar nichts entschieden." Die Kommune dürfe sich das Heft der Bauleitplanung nicht aus der Hand nehmen lassen, betonte Maier. Viele Bürger erhoffen sich vom Bau schließlich auch die Ansiedlung weiterer Infrastruktur-Einrichtungen wie einer Apotheke. "Ich find`s gut, wir sollten es machen." Für diese dieses Resümee eines Bürgers gab es Applaus und Bravo-Rufe.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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