Richtig gewählter Schutz während Corona

Wann sind welche Atemschutzmasken und Einmalhandschuhe sinnvoll?

Bayern - Dass die Verdeckung von Mund und Nase dabei hilft, sich und andere zu schützen, ist mittlerweile allgemein anerkannt. Doch wie sieht es bei den Händen aus? Welcher Schutz reicht für den Einkauf? Die wichtigsten Maßnahmen richtig angewandt:

Überall auf der Welt und auch in Deutschland wird immer öfter die Maskenpflicht eingeführt. Nun auch im Landkreis Rosenheim. Doch nur richtig angewandt verfehlen Maske und andere Schutzmaßnahmen ihre Wirkung nicht. Ein Überblick:

  • Bei steigenden Infektionen und daraus resultierenden Todeszahlen ist der richtige Schutz wichtiger als je zuvor. 
  • Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht und sich in Quarantäne begeben zu müssen, ist unangenehm. 
  • Es macht also Sinn zu wissen, welche Masken wie funktionieren und ob Einmalhandschuhe schützen.

    Maskenpflicht: Mund und Nase werden abgedeckt und das Virus bleibt erstmal außen vor. So der Plan.

Seit 22. April gilt sie nun auch im Landkreis Rosenheim, die Maskenpflicht. Kein Einkauf mehr ohne entsprechende Abdeckung von Mund und Nase. Der Hintergrund ist bekannt und einleuchtend: Die Wege in den Körper hinein und aus dem Körper heraus sollen für den Erreger SARS-CoV-2 blockiert werden. Hierbei gibt es jedoch einige Unterschiede, wie sicher eine Maske ist. 

Denn wer aktuell nach zertifizierten Atemschutzmasken sucht, der stößt auf Engpässe. Not macht bekanntlich erfinderisch und so findet man mittlerweile leicht Anleitungen für selbstgemachte Masken und auch Firmen satteln auf die Produktion von Schutzmasken um, um zumindest den Bedarf an grundlegendem Schutz zu stillen. 

Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit teilt mit: “Zum Schutz von Ärzten oder Pflegekräften vor einer Ansteckung durch den Corona-Virus SARS-CoV-2 ist mindestens Atemschutz der Schutzklasse FFP2 notwendig, bei Tätigkeiten mit ausgeprägter Exposition ist Atemschutz der Schutzklasse FFP3 erforderlich.“ Es gibt also einen Unterschied. 

Wie gut funktioniert nun welche Maske?

FFP2 und FFP3 Masken ohne Ventil bieten im Vergleich den maximalen Schutz für Träger und Umfeld, so lange sie kein Ventil besitzen. Nur ohne dieses Ventil kann eine FFP-Maske verhindern, dass der Maskenträger Mitmenschen mit ausgeatmeten Tröpfchen ansteckt. 

Mit lockereren Masken, wie man sie selbst nähen kann, schützt man seine Umgebung vor einer Tröpfcheninfektion, sollte man selbst unbemerkt erkrankt sein. Doch der eigene Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus wird als lediglich "eingeschränkt" bezeichnet, denn die Maske bietet keinen ausreichenden Schutz gegen die feinen Tröpfchen, die zu einer Infektion führen können. 

>>> Genaueres zum Vergleich der verschiedenen Maskentypen <<<

Die Maskenpflicht gilt für alle Bürgerinnen und Bürger inklusive Kinder ab dem sechsten Geburtstag und bedeutet laut dem Bayerischen Rundfunk “in Geschäften sowie Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs” zum Schutz der Mitmenschen “einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen”.

Handschuhe in Zeiten von Corona: Schutz oder Schweinerei?

Hier entgeht dem aufmerksamen Beobachter sicher nicht, dass eine gewisse Unsicherheit herrscht. Einerseits tragen viele Menschen beim Einkaufen Einmalhandschuhe und andererseits liest man von einem Arzt auf dessen Twitteraccount von einer “Schweinerei” bei der Benutzung von Handschuhen. 

Auch auf YouTube melden sich immer mehr Menschen mit fachlichem Hintergrund zu Wort und klären auf. So warnt eine junge Krankenschwester aus den USA davortrotz vermeintlich schützenden Handschuhen das Handy oder gar das Gesicht zu berühren. Die Rede ist von “Cross Contamitation” – der Übertragung von Erregern über verschiedene Oberflächen hinweg. 

Die beschwichtigende Einlenkung der Krankenschwester legt diplomatisch nahe, dass man gerne die Handschuhe tragen soll, wenn sie das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Nur auf den alleinigen Schutz solle man sich nicht verlassen und die Entsorgung in entsprechenden Tonnen sei wichtig. Alle anderen Maßnahmen dürfen keinesfalls vernachlässigt werden. 

Die Fachwelt scheint sich einig zu sein, dass die Nutzung von Einmalhandschuhen nur dann Sinn macht, wenn die Hygienevorschriften eingehalten werden. Desinfizieren vor und nach dem Tragen der Handschuhe und korrektes Ausziehen samt Entsorgen sind ein Muss für optimalen Schutz. Wer sich daran nicht hält, der sorgt für “eine hygienische Sauerei großen Ausmaßes” – so der Arzt auf Twitter. 

Facharzt für Hygiene spricht sich auch gegen Handschuhe aus

Ingo Johnscher, Facharzt für Hygiene findet beim beim BR klare Worte gegen Handschuhe. Seine Haltung ist nahezu deckungsgleich mit der, der oben genannten Fachleute. Hier die wichtigsten Zitate: 

”Handschuhe bietenkeine größere Sicherheit als eine gut gewaschene oder desinfizierte Hand.” 

”Ein Mundschutz verhindert, dass man sich an Mund und Nase fasst, weil eben eine Barriere dazwischen ist. Man ist sich dessen bewusster, insofern gibt es auch einen gewissen Eigenschutz.” 

Um auf dem Laufenden zu bleiben, sind hier nochmal alle Artikel rund um das Thema Corona zusammengefasst.

Max Darga

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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