Leere Kassen verzögern Kreisel-Bau

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Bad Feilnbach - Kommt er oder kommt er nicht 2011? Die Rede ist vom Kreisverkehr an der Kreuzung Staatsstraße 2089/Kreuzstraße bei Bad Feilnbach. Eigentlich sollte er nächstes Jahr gebaut werden.

Doch momentan sieht es mit den Finanzmitteln knapp dafür aus. Nur wenn Steuereinnahmen einen unvorhergesehenen "Geldsegen" in die Kassen des Staatlichen Straßenbauamts Rosenheim spülen, kann das von den Feilnbachern herbeigesehnte Projekt realisiert werden.


Groß war die Freude Ende vergangenen Jahres, als die Zusage für den Kreisel nach jahrelangem Kampf endlich auf dem Tisch lag (wir berichteten). Landrat, Landtagsabgeordnete und Gemeinde hatten sich für eine Lösung an dieser gefährlichen Kreuzung eingesetzt. Denn immer wieder hatte es dort schwere, teils auch tödliche Unfälle gegeben.

2010 war als Jahr der Planung gedacht. "Diese haben wir mittlerweile auch abgeschlossen, die Pläne liegen demnächst im Feilnbacher Rathaus vor", erläuterte Christian Reichl, Abteilungsleiter Planung und Ingenieurbau im Bauamt gegenüber unserer Zeitung. Angedacht ist ein beleuchteter Kreisel mit einem Durchmesser von 40 Metern, die Fahrbahn soll sechs Meter breit werden.


Nächster Schritt ist Reichl zufolge die Abstimmung mit Trägern öffentlicher Belange und allen Beteiligten. "Dann steht der Grunderwerb mit Hilfe der Gemeinde an", so der Abteilungsleiter. Für die notwendigen Grundstücksabtretungen liegen nach Angaben von Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer bereits Zusagen der betroffenen Anlieger vor, Verträge sind aber noch nicht unterschrieben. "Wir haben diesbezüglich schon vorab Gespräche geführt, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen", erläuterte Hofer.

Doch die neuesten Äußerungen des Bauamts tragen nicht zur Freude des Bürgermeisters bei. Denn der Bau ist abhängig von den verfügbaren Finanzmitteln. "Aus heutiger Sicht ist der anvisierte Baubeginn 2011 mangels Finanzierung aber eher unwahrscheinlich", so Reichl. Hoffnung gebe es allerdings, wenn ein Plus an Steuereinnahmen Geld in "seine" Kassen spüle.

"Hier werden wir uns noch einmal verstärkt dahinter klemmen und die Wichtigkeit des Kreisels an diesem Unfallschwerpunkt betonen", sagte Hofer. Er ist sich aufgrund der guten Zusammenarbeit sicher, dass das Projekt so bald wie möglich angegriffen werde, "doch ohne Geld geht halt nichts."

Die Kosten für den Kreisverkehr werden mit rund 300000 Euro beziffert. Die Beteiligung der Gemeinde an diesem Kreisverkehr ist mit maximal 20000 Euro für die Straßenbeleuchtung (auch auf dem Kreisel) sowie für die Begrünung der Insel vorgesehen.

Bei der Polizei hat sich an der Einschätzung dieses Unfallschwerpunktes nichts geändert. Nach wie vor werde die Kreuzung durch ihre großflächige Anlage als zu unübersichtlich eingestuft. Gerade in jüngster Zeit hatte man dort verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Ein Kreiselverkehr würde hier gleichzeitig eine Entschleunigung des Verkehrs mit sich bringen.

Mangfall-Bote

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