Arbeitslosenquote steigt leicht auf 2,8 Prozent

Rosenheim - Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Juli leicht auf 2,8 Prozent. Trotzdem sind die Zahlen weiterhin auf sehr niedrigen Niveau. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 3,4 Prozent.

„Die Zahl der Arbeitslosen bleibt mit 7460 Betroffenen auf sehr niedrigem Niveau“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zu den aktuellen Daten vom Juli. Neubauer weiter: „Wir können mit Zuversicht in die nächsten Monate blicken, denn die Auftragslage der Betriebe ist sehr gut. Die Unternehmen würden noch mehr Personal einstellen, wenn die entsprechenden Fachkräfte verfügbar wären. Die späten Pfingstferien und die anstehende Haupturlaubszeit in Bayern bewirken allerdings, dass es momentan sehr ruhig auf dem Arbeitsmarkt ist. Viele Personalentscheider sind schon, oder gehen demnächst in Urlaub, so dass Neueinstellungen hinaus geschoben werden.“

Die Arbeitslosenquote hat sich nur minimal auf 2,8 Prozent erhöht. Im Vormonat lag sie bei 2,7 und im Vorjahr bei 3,4 Prozent. Die Geschäftsstelle Wolfratshausen hat mit 2,1 Prozent in diesem Monat die niedrigste Quote zu verzeichnen. Neubauer dazu: „Gerade im Bereich der Wolfratshauser Arbeitsagentur spüren wir den boomenden Arbeitsmarkt von München. Viele Bürgerinnen und Bürger dieser Region haben in den letzten Monaten Arbeit – auch im Großraum München – gefunden. Für die heimische Wirtschaft wird es daher immer wichtiger, dass sie als Arbeitgeber attraktiv sind. Dies bezieht sich nicht nur auf die Bezahlung, sondern auch auf andere Faktoren wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Von den 7 460 Arbeitslosen (20 mehr als im Vormonat) sind 3690 Männer und 3770 Frauen. Die Arbeitslosigkeit verteilt sich also derzeit relativ gleichmäßig auf die beiden Geschlechter. Viele Frauen können sich allerdings wegen der Kinderbetreuung nur in Teilzeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Im Gegenzug gibt es aber nach wie vor nur wenige sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen in Teilzeit, erst recht nicht, wenn die Arbeitszeit auf Vormittag eingeschränkt wird.

Um diese Jahreszeit ist auch immer ein Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit wichtig. Im Juni/Juli finden viele Facharbeiter-, Gehilfen und Gesellenprüfungen statt. In der Regel werden aber nicht alle Azubis nach Bestehen der Abschlussprüfung von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Wie erwartet stieg daher in diesem Berichtsmonat die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen an. Der Agenturleiter dazu: „Derzeit suchen 690 (Vormonat 485) arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren einen Arbeitgeber, bei dem sie ihre Kenntnisse und Fertigkeiten unter Beweis stellen und Berufserfahrung sammeln können. Nutzen Sie die Möglichkeit und stocken Sie Ihre Belegschaft mit diesen jungen Fachkräften auf. Setzen Sie sich mit unserem Arbeitgeber-Service in Verbindung, oder rufen Sie Ihren direkten Ansprechpartner an, wir besprechen gerne mit Ihnen die Bewerbersituation.“

Der Ferienbeginn steht zwar vor der Türe, trotzdem laufen die Bewerbungen um Ausbildungsstellen weiter. Neubauer an die Jugendlichen: „Wir wissen, dass noch nicht alle Jugendlichen für den Herbst eine Lehrstelle gefunden haben. Die Jungen und Mädchen, die bis dato leer ausgegangen sind, oder die sich womöglich noch gar nicht beworben haben, möchte ich ermuntern: Lasst nicht nach, bewerbt Euch, es sind noch viele Ausbildungsmöglichkeiten offen. Manchmal lässt sich vielleicht nicht mehr der „Traumberuf“ realisieren, aber eine gute Alternative kann sich später als „der richtige Beruf“ entpuppen.“ Zurzeit sind circa 750 Jugendliche unversorgt, das heißt sie suchen noch. Gleichzeitig gibt es über 1 000 offene Ausbildungsstellen (Stadt und Landkreis Rosenheim: 590; Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 220; Landkreis Miesbach: 205).

Fast 3000 freie, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen waren Mitte Juli in den Computern der Agentur für Arbeit zu finden. Neu entgegen nehmen konnten die Vermittlungsfachkräfte im Berichtszeitraum 1170 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. „Wir sind laufend dabei, für die Wirtschaft Arbeitslose zu qualifizieren, oder mit einem Eingliederungszuschuss die Vermittlungshemmnisse finanziell zu mildern. So befanden sich im Juli 470 Männer und Frauen in so genannten Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, 1050 in beruflicher Weiterbildung. Für 230 zahlen wir einen Eingliederungszuschuss und knapp über 400 befinden sich in Arbeitsgelegenheiten. Bei 1300 Personen unterstützen wir den Weg in die Selbständigkeit mit dem Gründungszuschuss,“ so Neubauer abschließend.

"Bei gemeldeten Arbeitsstellen handelt es sich um ungeförderte Stellen mit einer vorgesehenen Beschäftigungsdauer von mehr als sieben Kalendertagen, die der Bundesagentur für Arbeit zur Besetzung gemeldet wurden. Nicht integraler Bestandteil der gemeldeten Arbeitsstellen sind geförderte Stellen sowie Stellen für Freiberufler, für Selbständige und Stellen der Privaten Arbeitsvermittlung, da diese Stellen nicht unter den Begriff der Beschäftigung i. S. des § 7 SGB IV fallen, und Arbeitslose solche Stellen, die mit einem unternehmerischen Risiko verbunden sind, nicht annehmen müssen.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1429 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 18 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,5 Prozent gleich geblieben. Von den betroffenen Personen werden derzeit 523 (plus 15) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 906 gegenüber dem Vormonat um 33 gesunken.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent auf. Hier sind mit 3279 erwerbslosen Personen 127 mehr gemeldet als im Juni. Von den Beschäftigungslosen werden 1690 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 129 mehr als im Juni. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1589 Frauen und Männer zuständig, zwei weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1489 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme (minus zwei) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote hat sich gegenüber dem Vormonat nicht verändert und beträgt 2,4 Prozent. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 770 Erwerbslose, 13 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 719 SGB II – Kunden (minus 15 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat). Hier sind derzeit 1262 Personen erwerbslos gemeldet, 89 weniger als im Vormonat. 676 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 25 weniger als im Juni. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Minus von 64 Betroffenen, aktuell sind 586 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

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