SV Westerndorf: Zukunft wieder ungewiss

Westerndorf - Bei einem Treffen des SV Westerndorf informierte der 1. Vorstand, Rüdiger Mauler, die Mitglieder, dass die Zukunft des Vereins wieder ungewiss ist.

Der Termin unserer Jahreshauptversammlung ist dieses Jahr so spät, weil wir Euch über den aktuellen Stand in Sachen „Neue Sportflächen“ informieren wollen“. Mit diesen Worten begrüßte der 1. Vorstand des SV Westerndorf, Rüdiger Mauler, die insgesamt 59 anwesenden Mitglieder – darunter die Stadträte Gabriele Leicht, Elisabeth Jordan, Udo Satzger und Georg Kaffl – im Gasthof Oberberger in Langenpfunzen.

Nach der Genehmigung der Tagesordnung und einer Gedenkminute für das verstorbene Ehrenmitglied Kurt Repik hatte Mauler für die Mitglieder allerdings gleich eine schlechte Botschaft parat. Denn der eigentlich als sicher geltende Bau der neuen Sportanlagen ist plötzlich wieder in Gefahr. Bei einem Termin bei der Sozialen Stadt wurde den Vertretern des SV Westerndorf nämlich mitgeteilt, daß laut Aussage der Regierung von Oberbayern für das Vorhaben keine Zuschußmittel vorhanden sind, obwohl diese fest zugesichert waren. Zudem müßten nochmals Untersuchungen durchgeführt werden, die natürlich auch einige Zeit in Anspruch nehmen würden.

Durch diese für den Verein unverständliche Zurückhaltung der Regierung würden in den Planungen zwei wertvolle Jahre verloren gehen. Zudem stellte der 1. Vorstand nochmals klar, daß eine Vereinsführung, wie sie aufgrund der aktuellen Situation beim SV Westerndorf besteht, in keinster Weise mehr zeitgemäß ist: kein eigenes Büro, die Akten stapeln sich bei den Vorstandsmitgliedern, die Sitzungen finden in den Wohnzimmern der Vorstandsmitglieder oder in den Hinterzimmern von Lokalen statt, eine nicht mehr brauchbare Vereinshütte ohne Toilette, usw.

„Das Ganze dürfte wohl einmalig in der Region sein“ meinte Mauler. Auf jedem Fall muß die Finanzierung nun bei einem Treffen mit dem Bayerischen Landessportverband („auch bei mir zu Hause“, so Mauler) neu geplant werden.

Blankes Entsetzen herrschte in der Versammlung, ist die Zukunft des Vereins doch damit wieder ungewiss geworden. Dabei ging aus der von Mauler präsentierten Mitgliederentwicklung hervor, daß von den insgesamt 1107 Mitgliedern der Jugendbereich bis 13 Jahre mit 47 Prozent übermäßig stark vertreten ist. Und dieser Jugend soll nun eventuell die Zukunft verbaut werden?

Außerdem blickte Mauler auch noch einmal auf die im Mai veranstaltete 60-Jahr-Feier zurück. Dabei hätte er sich eine größere Unterstützung der Mitglieder gewünscht, so der Vorstand.

Nachdem der zweite Vorstand Josef Liebl den Mitgliedern nochmals das Bauvorhaben präsentierte, griff auch Jugendleiter Klaus Jordan dieses Thema auf. „Wir brauchen gerade ab dem Bereich der C-Jugend aufwärts eine Möglichkeit für die Jugendlichen, sich miteinander zu treffen oder mit ihren Trainern Besprechungen abzuhalten“. Dies ist in der maroden Vereinshütte definitiv nicht gegeben. „Die Jugendlichen kommen doch nur zu uns, wenn wir ihnen auch etwas bieten können“, so Jordan weiter. Teilweise müssen auf dem Trainingsplatz vier Mannschaften gleichzeitig üben, was für einen geregelten Trainingsablauf natürlich keine gute Grundlage darstellt. Deshalb ist auch ein Kunstrasenplatz wichtig. „Denn erstens haben wir dann eine Ausweichmöglichkeit bei schlechtem Wetter und zweitens können wir auch im Winter trainieren“ meinte Jordan.

„Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden“ meinte der Jugendleiter hinsichtlich der Tatsache, daß alle Jahrgänge besetzt werden konnten und bis zur D-Jugend sogar jeweils zwei Mannschaften im Spielbetrieb stehen. Jordan bedankte sich bei allen Jugendtrainern für ihre geleistete Arbeit und gab schon jetzt einen zuversichtlichen Ausblick auf die Spielzeit 2010/2011.

Schatzmeister Herbert Ostarek konnte in seinem Bericht erfreulicherweise einen leichten Überschuß vermelden. Er wurde von den Revisoren Hannelore Baranek und Michael Götze für seine Kassenführung wieder ausdrücklich gelobt und entlastet.

Die Berichte aus den Abteilungen fielen unterschiedlich aus. Während Hannelore Baranek (Damengymnastik und Kinderturnen), Martin Dinzinger (Basketball) und Jonas Droste (Schwimmen) durchaus positive Fazite zogen, mußte Fußballabteilungsleiter Matthias Rahm von einem schwierigen Jahr berichten. Beide Mannschaften müssen im Frühjahr 2010 noch um den Klassenerhalt in ihren jeweiligen Spielgruppen kämpfen. Rahm zeigte sich aber zuversichtlich, daß die Spielzeit für beide Teams noch positiv abgeschlossen wird. Er bedankte sich zudem bei Robert Eder, der nach dem Rücktritt von Gerhard Burghart das Amt des zweiten Abteilungsleiters kommissarisch übernommen hat, bei Jugendkoordinator Michael Jackl, Jugendleiter Klaus Jordan sowie bei der Vorstandschaft des Gesamtvereins für die gute Zusammenarbeit.

Anschließend berichtete Tadi Salu über seine Tätigkeiten beim SV Westerndorf. Er bestreitet seit September 2009 sein Freiwilliges Soziales Jahr beim Verein. Als aktiver Basketballspieler ist Salu natürlich gerade in dieser Abteilung gefragt, aber auch beim Fußball ist er immer unterstützend tätig. „Du hast zum ersten Mal vor so vielen Leuten gesprochen und das hervorragend gemacht“ zollte ihm Rüdiger Mauler nach seinem Bericht großen Respekt!

Zum Abschluß wurde Schatzmeister Herbert Ostarek noch mit der Verdienstnadel in Silber mit Gold für 20 Jahre Verdienste im Sport von Josef Liebl geehrt.

Bevor Rüdiger Mauler die Versammlung nach gut 80 Minuten schloß, appellierte er nochmals an die anwesenden Stadträte, den SV Westerndorf bei seinem Bauvorhaben nicht im Stich zu lassen. Denn gerade für die Jugendlichen ist eine gesicherte Zukunft in diesem Verein ganz, ganz wichtig!

Pressemitteilung des SV Westerndorf

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