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Unternehmer aus Nußdorf will Thema voranbringen

Ist die Region Rosenheim bereit für Wasserstoff? Studie soll Fragen um Antrieb der Zukunft klären

Ist die Region Rosenheim bereit für Wasserstoff? Studie soll Fragen um Antrieb der Zukunft klären.
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Vertreter von Aktionsgruppen, Verbänden und Firmen trafen sich bei der Spedition Dettendofer in Nußdorf. Das Ziel: Den Wasserstoff im Landkreis Rosenheim etablieren. (Symbolfoto.)

Den Wasserstoff im Landkreis Rosenheim etablieren. Für dieses Ziel trafen sich Vertreter von Aktionsgruppen, Verbänden und Firmen bei der Spedition Dettendofer in Nußdorf. Sie wollen eine Studie fördern, die die Möglichkeiten des alternativen Energieträgers erörtern soll. Doch das ist noch nicht alles.

Nußdorf – Der offizielle Startschuss für das Thema Wasserstoff in der Region ist gefallen. Nachdem der alternative Energieträger in den vergangenen Jahren bereits heiß diskutiert wurde, haben sich nun die Vertreter von Aktionsgruppen, Firmen und Verbänden aus dem Rosenheimer Landkreis zusammengetan, um eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Diese soll in spätestens einem Jahr klären, wie der Wasserstoff am besten in der Region genutzt werden kann. Doch auch wenn die geförderte Studie bereits ausgeschrieben ist, sind sich alle Beteiligten einig: Um die alternative Antriebsform salonfähig zu machen, braucht es noch mehr Unterstützung aus der gesamten Region.

Unternehmer will das Thema voranbringen

„Die Diskussion um den Wasserstoffantrieb führe ich eigentlich schon seit Jahren“, meint Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Nußdorfer Spedition Johann Dettendorfer. Bereits seit 2018 ist der Unternehmer persönlich involviert. Damals kam der Kufsteiner Energieproduzent Tiwag in Kufstein auf ihn zu, um im Rahmen des Projekts „Power 2X“ eine sogenannte Sektorkopplungsanlage zu bauen, die Wasserstoff aus erneuerbaren Energien produziert. Dettendorfer sagte zu und führte seitdem zahlreiche Gespräche darüber, wie der Wasserstoff auch in der Region Einzug erhalten könnte.

Rund vier Jahre später sitzt er mit einigen dieser Gesprächspartner an einem Tisch. Auf dem Firmengelände in Nußdorf trafen sich Vertreter der Landkreise Rosenheim und Traunstein, der Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Mangfalltal-Inntal und Chiemgauer Seenplatte, sowie der Stadtwerke Rosenheim und der INNergie, um den Förderbescheid für eine Machbarkeitsstudie zu präsentieren.

Die Übergabe des Förderbescheids in Nußdorf: Georg Dettendorfer (Zweiter von links), Geschäftsführer der Spedition Johann Dettendorfer, gab den Anstoß zur Förderung einer Machbarkeitsstudie zum Thema Wasserstoff in der Region.

Ermöglicht wird die Studie durch das sogenannte Leader-Programm, einer EU-Förderung, die über die LAGs genutzt werden kann.

Das Ziel der Studie

Das gemeinsame Ziel: „Wir wollen wissen, wie wir den Wasserstoff produzieren, wo wir ihn vertreiben können und wer die potenziellen Abnehmer sind“, meint Matthias Jokisch, zweiter Vorsitzender der LAG Mangfalltal-Inntal und Bürgermeister von Brannenburg.

Zu diesem Zweck hätten die Partner bereits fünf Ingenieurbüros angeschrieben. Bis September könne sich außerdem jeder Interessent für die Studie bewerben. „Bis zum zweiten Quartal 2023 hoffen wir dann auf Ergebnisse“, berichtet Dettendofer, der die Wasserstoffentwicklung weiter anschieben wolle.

Von den Resultaten erhoffen sich die Förderer eine Grundlage für weitere Projekte. „Es geht uns darum, möglichst viele mit einzubeziehen. Das sind nicht nur Logistik- oder Energiefirmen, sondern auch Kommunen, die Landwirtschaft oder der öffentliche Nahverkehr“, sagt Peter Heßner, Koordinator der Geschäftsstelle der Energiezukunft Rosenheim und Mitarbeiter des Rosenheimer Landratsamts. Zusammen mit Dettendorfer hat er bereits vor rund einem Jahr versucht, mithilfe einer Vortragsreihe auf das Potenzial des Wasserstoffs in der Region aufmerksam zu machen.

„Diese Studie gibt uns jetzt die Möglichkeit, um sagen zu können, was wir brauchen, auch in Richtung Politik,“ ist Dettendorfer überzeugt.

Ein erstes Beispiel für eine mögliche Wasserstoffnutzung möchte der Geschäftsführer selbst bieten. Im Jahr 2024 soll ein erster Testwagen des Lkw-Hersteller MAN in seiner Spedition mit Wasserstoffantrieb fahren. Als Partner des Kufsteiner Projekts wolle er zudem Wasserstoff aus dem Nachbarland beziehen. Damit solle eine Tankstelle mit dem alternativen Brennstoff in dem von ihm betriebenen Autohof Raubling, direkt an der Inntalautobahn, etabliert werden. „Das ist gegen Ende 2024 geplant“, sagt Dettendorfer.

Bis dahin erhoffen sich alle Beteiligten, das noch mehr Unterstützer auf das Projekt Wasserstoff aufmerksam werden. „Wir können jede Hilfe gebrauchen“, sagt Gwendolin Dettweiler, Managerin der LAG Mangfalltal-Inntal. „Denn nur wenn in Zukunft viele Unternehmen und Verbände zusammenarbeiten, können wir den Wasserstoff in die Region bringen.“

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