Winterarbeitslosigkeit lässt auf sich warten

Rosenheim - „Hier in der Region ist der Arbeitsmarkt – trotz eines leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahl – weiterhin sehr stabil“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur.

Neubauer weiter: „Die neuen Arbeitslosmeldungen, insbesondere von denjenigen, die unmittelbar vorher gearbeitet haben, blieben im Berichtszeitraum von Mitte Oktober bis Mitte November erfreulicherweise unter denen des Vorjahres. Mit verantwortlich dafür ist nicht nur die gute wirtschaftliche Lage der Betriebe, sondern auch das schöne Wetter, denn so konnte auf dem Bau und in anderen Außenbereichen, wie zum Beispiel der Land- und Forstwirtschaft, noch voll weitergearbeitet werden. Bei den Hotels und Gaststätten in den Fremdenverkehrsregionen dagegen ist bereits Ruhe eingekehrt. Viele Häuser haben seit Ende Oktober/Anfang November geschlossen und das Personal entlassen, ein Teil wird allerdings zu den Weihnachtsfeiertagen wieder eingestellt. Insgesamt gehen wir allerdings davon aus, dass sich die Zahl der Arbeitslosen in den Wintermonaten saisonbedingt weiter erhöhen wird.“


Am 15. November (Zähltag) waren 8 580 Bürger, 250 mehr als im Vormonat, aber immer noch fast 16 Prozent oder 1 600 weniger als im November letzten Jahres bei der Agentur für Arbeit und den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn), sowie der optierenden Kommune Miesbach als erwerbslos gemeldet. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft fast ausschließlich die Arbeitslosen, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, also vorher Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hatten. Insgesamt ist es so, dass 4 490 Sozialgesetzbuch III-Kunden (SGB) von der Agentur für Arbeit und 4 090 Sozialgesetzbuch II-Kunden (Arbeitslosengeld II-Empfänger) von den ARGEn, beziehungsweise dem Landkreis Miesbach als optierende Kommune betreut werden. Neubauer dazu: „Im Agenturbezirk Rosenheim ändert sich ab Januar 2011 für die SGB II-Kunden nichts. Sie können sich – wie gehabt – an ihre bisherigen Ansprechpartner wenden. Die „ARGEn“ werden allerdings in „Jobcenter“ umbenannt.“

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen: Entgegen der allgemeinen Entwicklung ist die Jugendarbeitslosigkeit – zwar nur gering (-34), aber trotzdem weiter – auf 660 Betroffene zurück gegangen. Dies ist der niedrigste Stand in diesem Jahr und bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 25 Prozent. Bei den Jugendlichen errechnet sich damit eine Arbeitslosenquote von nur mehr 1,9 Prozent. Neubauer dazu: „Die Jugendlichen liegen mir sehr am Herzen, denn für junge Menschen ist der Berufseinstieg und das nachhaltige Verbleiben im Job von sehr großer Bedeutung. Aber auch bei der Personengruppe der Älteren wird ein längeres Verweilen im Berufs- und Arbeitsleben immer wichtiger. Ich kann den Unternehmen nur raten; Nutzen Sie den Erfahrungsschatz er Älteren, er lässt sich vielfach mit der Dynamik der Jüngeren gut verbinden. Noch sieht es allerding für die über 55-jährigen nicht so positiv aus. Von den 8 580 gemeldeten Arbeitslosen sind 2 120 älter als 55 Jahre, hier beträgt die Arbeitslosenquote 5,5 Prozent.“


Übersicht der Arbeitslosenzahlen im regionalen Raum (pdf)

Insgesamt liegt die Arbeitslosenquote im November bei 3,2 Prozent (Vormonat: 3,1 Prozent, Vorjahr 3,8 Prozent). Da die Struktur in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes sehr unterschiedlich ist, errechnen sich auch für die einzelnen Geschäftsstellen sehr unterschiedliche Quoten. Die Bandbreite reicht von 2,5 Prozent für die Geschäftsstelle Wolfratshausen – hier macht sich die Nähe zu München bemerkbar – bis zu 3,4 Prozent für den Raum Holzkirchen (= Landkreis Miesbach). Gerade in den Fremdenverkehrsgebieten um den Schliersee und den Tegernsee macht sich die saisonale Winterarbeitslosigkeit im Hotel- und Gaststättengewerbe bemerkbar.

Auf der Stellenseite ist ebenfalls ein leichter, saisonbedingter Rückgang zu verzeichnen. 1 020 offene Stellen, darunter 930 sozialversicherungspflichte, wurden der Agentur für Arbeit neu gemeldet, das sind zwar 60 weniger als im Vormonat, aber immer noch 200 mehr als im Vorjahr. Neubauer zur Stellensituation: „Ich weiß, dass es für das eine oder andere Stellenprofil schwierig ist, Bewerber mit der gewünschten Qualifikation zu finden. Wir sind aber laufend dabei, Arbeitslose fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Reden Sie mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Arbeitgeberservice, es kommt auch gerne direkt eine Vermittlungsfachkraft bei Ihnen vorbei und bespricht mit Ihnen die Möglichkeiten der Personalrekrutierung.“ Mitte November waren noch 2 560 Stellenangebote, davon 2 400 sozialversicherungspflichtige im Fachverfahren der Agentur für Arbeit und viele davon auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de veröffentlicht. Circa 26 Prozent des Gesamtpools sind Stellen in der Zeitarbeitsbranche.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • In der Stadt Rosenheim sind derzeit 1 641 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet. Die Quote ist im Vergleich zum Vormonat gleichgeblieben und liegt bei 5,2 Prozent. Von den betroffenen Personen werden derzeit 650 im SGBIII- Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut, das ist ein leichtes Plus von sechs gegenüber dem Vormonat. Die Zahl der durch die ARGE Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II-Bereich ist in diesem Monat leicht gestiegen und zwar um 17 auf nunmehr 991.
  • Der Landkreis Rosenheim weist im Monat November eine Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent (Vormonat 2,8 Prozent) aus. Hier sind mit rund 3 612 erwerbslosen Personen, 68 mehr gemeldet als im Oktober. Von den gemeldeten Beschäftigungslosen werden 1 932 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim betreut, 64 mehr als im Oktober. Die ARGE Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1 680 Frauen und Männer zuständig, vier mehr als im Vormonat.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1 671 gemeldeten Arbeitslosen einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Quote ist hier auf 2,7 Prozent (Vormonat 2,6 Prozent) gestiegen. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 912 Erwerbslose, 28 mehr als im Vormonat. Auf die ARGE Bad Tölz-Wolfrats-hausen entfallen 759 SGB II-Kunden.
  • Im Landkreis Miesbach ist die Arbeitslosenquote auf 3,4 Prozent. gestiegen. Hier sind derzeit 1 653 Personen erwerbslos gemeldet, 138 mehr als im Vormonat.
  • 992 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 132 mehr als im Oktober. Die optierende Kommune verzeichnet gegenüber dem Vormonat ein leichtes Plus von sechs Betroffenen und betreut derzeit aktuell 661 gemeldete SGB II-Kunden.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2010 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
  • Ab dem Berichtsmonat Januar 2009 erfolgt die statistische Berichterstattung und Veröffentlichung der Arbeitslosenquoten durchgängig auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen. Damit können einheitliche Arbeitslosenquoten für alle Untergliederungen nach Strukturmerkmalen (in allen Regionen) ausgewiesen werden. Zusätzlich werden nun auch Arbeitslosenquoten für die Altersgruppen „50 bis unter 65“ und „55 bis unter 65“ veröffentlicht.
  • Betrifft die Arbeitslosenzahlen der Geschäftsstelle Holzkirchen / des Landkreises Miesbach und damit auch die Zahlen für den Agenturbezirk insgesamt:
  • Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich ab September 2005 aus den IT-Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA), aus plausibel bewerteten Datenlieferungen des zugelassenen kommunalen Trägers und - sofern keine plausible Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA.

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Rosenheim

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