"Wir fangen schon mal an"

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Demonstranten auf der B15 (Bild links).

Schechen - Die Bürgerinitiative "B15 - raus aus Pfaffenhofen" machte jetzt kurzen Prozess und vollzog in Wieden - dem Ort der Einmündung der geplanten Westtangente auf die "alte" B15 - einen symbolischen Spatenstich.

Diese Demonstration stand unter dem Motto "Wir fangen schon mal an".


Der Protestzug mit knapp 100 Teilnehmern bewegte sich von der Gaststätte Esterer aus auf der Bundesstraße bis zum Ortsteil Wieden, wo dann im Beisein kommunaler Politprominenz der denkwürdige Baubeginn "eingeleitet" wurde. Mit im Zug waren unter anderem die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf und der ehemalige CSU-Landtagsabegordnete, Adolf Dinglreiter, Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier sowie Pfarrer Herbert Holzner.

Der "Spatenstich" (Bild rechts) mit (von links) MdB Angelika Graf, Adolf Dinglreiter, in symbolischer Vertretung "Verkehrsminister Peter Ramsauer", Bürgermeister Holzmeier, BI-Sprecher Thaler.

"Die heutige Aktion zeigt den unbeugsamen Willen der Bürgerinitiative, den Bau der Westtangente in Gang zu bringen", sagte der Sprecher der Initiative, Lothar Thaler. "Wir lassen uns mit widersprüchlichen Aussagen und besonders mit der Behauptung, es sei kein Geld für diese Maßnahme da, nicht abspeisen." Auch wenn Fasching sei, "machen wir weiter und verlangen eine schriftliche Zusage über den Baubeginn für 2011/2012 vom Verkehrsminister". Thaler: "Wenn man nur mit dem reden könnte."


Hans Holzmeier machte nochmals deutlich, dass die B15 und besonders die Pfaffenhofener Ortsdurchfahrt für den in erheblichem Maße zugenommenen Verkehr nicht ausgelegt sei. "Ich stehe voll hinter den Menschen, die hier ihren Willen mit Recht demonstrieren und verlange genau wie sie die Realisierung der Umgehung. Denn Gelder wurden bereits zugesagt, so dass ich davon ausgehe, dass diese Baumaßnahme oberste Priorität hat."

MdB Angelika Graf lobte die Mitglieder der B-15-Initiative. "Ich bin begeistert von der Ideenvielfalt dieser Bürgerbewegung und mehr noch von ihrem Durchhaltevermögen. Machen Sie weiter so, damit wir gemeinsam das Ziel, den Bau der Westtangente, erreichen."

Graf verwies auf die "Widersprüche in politischen Aussagen" zur Machbarkeit der verkehrspolitisch erforderlichen Maßnahme. Zum einen habe das Bundesverkehrsministerium mitgeteilt, dass nur bereits laufende Projekte abgeschlossen würden; dann sei die Auskunft erteilt worden, der Ausbau der A8 (Augsburg-Ulm) habe Vorrang und schließlich könne das Verkehrsministerium erst nach der Entscheidung, ob die Olympischen Winterspiele 2018 zugunsten München/Garmisch falle, endgültig eine Mittelzuweisung für die Westtangente beschließen.

"Vor 20 Jahren habe ich die Westtangente durchgesetzt. Ich habe mich stets für die Planung dieser Baumaßnahme stark gemacht", machte Adolf Dinglreiter deutlich.

ele/Oberbayerisches Volksblatt

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