Gemeinderat fordert wolfsfreies Gebiet

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Oberaudorf - Der Gemeinderat hat jüngst gefordert, den bayerischen Alpenraum als wolfsfreies Gebiet auszuweisen. Es werden schwerwiegende Folge für Weidegebiete befürchtet.

Das Ratsgremium schließt sich damit den Erkenntnissen des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) an, der befürchtet, dass die Wiederansiedlung des Wolfes auch im bayerischen Alpenraum und dessen Weidegebieten schwerwiegende Folgen nach sich ziehen wird. Wirksame und durchführbare Maßnahmen zum Herdenschutz seien derzeit nicht vorhanden, hieß es in der Sitzung.

Beratungsgrundlage für das Gremium war eine mehrseitige Stellungnahme des AVO zum bayerischen Wolfmanagement, das darauf abziele, ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und zuwandernden Wölfen zu erreichen. Nach Ansicht des AVO ist das Konfliktrisiko jedoch "sehr hoch". Es wird dabei auf die bisherigen Schadensfälle in Bayern verwiesen: 40 Schafe wurden gerissen, die Absturzzahlen bei Rindern haben sich laut Veterinäramt Miesbach - hier wurde die Tierdatenbank ausgewertet - signifikant erhöht, zahlreiche Risse von Rot- und Rehwild bei der Wildfütterung und mehrere Einbrüche in Wildgattern wurden verzeichnet, zwei Schafhaltungen aufgrund der Wolfproblematik schon aufgegeben.

Ein wirksamer und praxistauglicher Herdenschutz - etwa durch Schutzzäune, Einkoppelung, Einstallung, Behirtung, Einsatz von Schutzhunden oder sogar Schusswaffen - sei "unmöglich", so der AVO. Dabei verweist er auf die große räumliche Ausdehnung des betroffenen Gebietes, die schwierigen Gelände-, Klima- und Wetterverhältnisse, die großen Viehstückzahlen, die starke Besucherfrequenz durch Tourismus und Naherholung sowie auf die gebotene Rücksichtnahme auf die Erfordernisse des Natur- und Landschaftsschutzes.

Ebenso ist der Oberaudorfer Gemeinderat der Ansicht, der Freistaat Bayern habe darauf hinzuwirken, dass auch Österreich die Ausweisung wolfsfreier Gebiete prüft. Es dürfe zu keinen Emissionen benachbarter Wolfspopulationen in den bayerischen Alpenraum kommen. Und weiter: Der im Mangfallgebirge ansässige Wolf sei gemäß Paragraf 45, Absatz 7, Bayerisches Naturschutzgesetz, "unverzüglich zu entnehmen".

ge/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Land

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser