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Kommunalwahl 2014: Landratskandidaten

Landratskandidat Josef Lausch stellt sich vor

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Landratskandidat der Bayernpartei, Josef Lausch
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Rosenheim - Der Landratskandidat der Bayernpartei, Josef Lausch, über Energiewende, Finanzpolitik und Transparenz in der Kommunalpolitik. Warum Stillstand nicht gleich Rückschritt ist.

Auf einem Umweg über die CSU sei er in die Politik gekommen, berichtet der 43-jährige Fachagrarwirt für erneuerbare Energien aus Tattenhausen. So war er bereits 1997 ehrenamtlich für viele Plattler in ganz Bayern zuständig, bis er 2006 sogar an der Eröffnung der Fussball Weltmeisterschaft mitwirken durfte. Vier Jahre zuvor, war der Vater von 2 Kindern schon Ortsvorstand der CSU und zog erfolgreich in den Kreistag ein. "Damals war ich noch sehr unbedarft. Das dauert schon seine 3-4 Jahre bis man die ganzen Interna völlig verstanden hat", erklärt Josef Lausch.

"kurz gefasst" mit Josef Lausch

In seiner Zeit bei der CSU habe er dann alsParteitagsdeligierter in München einen tiefen Einblick in die Strukturen der Partei erhalten. "Das fand damals auf dem Messegelände statt, und genauso hat es sich auch angefühlt. Die erste Halle voll mit Lobbyisten", erinnert sich der Kreisvorsitzende der Bayernpartei in Rosenheim. "Da sind mir dann die ersten Zweifel an der Partei gekommen." Kurz danach sei er aus der CSU ausgetreten und habe sich umgesehen, welche Gruppierung ihm persönlich am Meisten zusagte. Für den stolzen Bayern kam im Endeffekt nur eine Partei in Frage: "Außer Idealismus konnte man nicht viel bieten", so Lausch über die Bayernpartei. Doch die unbegrenzte Meinungsfreiheit und die Möglichkeit, seine Meinung auch vollwertig einbringen zu können, machte die kleine Gemeinschaft sympatisch. Und dass sich bereits etwas getan hätte, merke man an den stetig steigenden Mitgliederzahlen. "Aktuell sind es 6000, da ist auf jeden Fall Potenzial", erklärt Lausch.

"Zwei Schritte zurück gehen und das Gemälde betrachten"

Den Landkreis und seine Entwicklung vergleiche der langjährige Landes- und Gauvorplattler gerne mit einem guten Bild. Seiner Meinung nach sei jedoch im Moment der Zeitpunkt erreicht, an dem man "zwei Schritte zurück gehen und das Gemälde betrachten" solle. Man solle sich Zeit nehmen und die Entwicklung in den vergangenen Jahren sacken lassen. "Stillstand ist nicht immer gleich Rückschritt", erklärt Lausch. Aktuell seien Schulbusse, die Verkehrswege, die Baugegenden und die Schulen voll. "Hier ist Druck auf dem Kessel", mahnt Lausch. "Wir haben die Vollbeschäftigung, jetzt ist es Zeit einen Gang zurückzuschalten und nachzudenken." Der ständig wachsende Druck auf die Gemeinden, immer neue Baugebiete auszuweisen, müsse aufhören. Weiter mahnt Josef Lausch davor, nicht das zu zerstören, was Bayern ausmache, die Landschaft und die dörflichen Gefüge.

"Mehr Transparenz in der Kommunalpolitik"

"Eine ureigene Forderung der Bayernpartei", erklärt Lausch. Man habe sich seit je her dafür eingesetzt, offener mit den Themen der Gemeinden und auch des Kreistages umzugehen. Nicht alle Kreisräte seien auch in allen Ausschüssen vertreten. Zumindest Bekanntmachungen über "laufende Verfahren" wünsche man sich von einem zukünftigen Landrat, eine Tatsache, die bereits in vielen Gemeinden in der Region umgesetzt werde. "Hier herrscht ein klares Informationsdefizit", so Lausch. Man erhalte zwar Ergebnisprotokolle von den einzelnen Abstimmungen, könne jedoch oft nicht nachvollziehen, wie es zu einer Entscheidung gekommen sei. Das Fehlen von tiefergehenden Informationen und auch die schlechte Zugänglichkeit der Internetseite des Landratsamts würden den Zugang für die Bürger deutlich erschweren.

"Wenn es keinen Unfall gibt, dann fließt der Verkehr"

Im punkto Verkehr führt Josef Lausch wieder seine "Gemälde-Strategie" an: "Wenn ein Ausbau stattfinden soll, dann ein sanfter". Auf den meisten Strecken komme es ohnehin nur zu gewissen Stoßzeiten zu Problemen. Am Beispiel der A8 könne sich Lausch einen Ausbau des teilweise vorhandenen Pannenstreifens gut vorstellen. Ihm schwebe dort eine Lösung vor, in der man bei Bedarf den Streifen per Lichtzeichenregelung für den Verkehr freigeben könne.

"Natürlich wollen wir den ÖPNV fördern. Und natürlich brauchen wir eine dritte Innbrücke", erklärt Lausch weiter. Wie es mit der Finanzierbarkeit aussehe, stehe jedoch auf einem anderen Blatt. Hier sei die übergeordnete Politik und ein gerechter Länderfinanzausgleich gefordert.

"Auf gutem Weg"

"Hier haben wir in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben", bestätigt Lausch in Bezug auf die aktuelle Bildungssituation in der Region. Bis auf ein paar kleine, bauliche Defizite sei man gut aufgestellt. Man müsse den steigenden Schülerzahlen auf jeden Fall gerecht werden. Als gesellschaftliches Problem sehe Lausch die Tendenz, dass immer mehr Schüler ein Abitur anstrebten. Der zweite Bildungsweg sei dabei viel diffenzierter und ermögliche den Schülern besser auf Begabungen und Interessen einzugehen.

Auch eine mögliche Fusion der Landkreise Traunstein und Rosenheim in Bezug auf den Tourismus halte Lausch für absolut sinnvoll. Die Synergieeffekte seien einfach zu groß, um sie achtlos unter den Tisch fallen zu lassen. Eine sehr feine Unterteilung der jeweiligen Regionen sei jedoch auf jeden Fall nötig. Die Regionen müssten nach unterschiedlichen Kriterien bewertet und schließlich viel feiner differenziert und auch beworben werden. Ein gemeinsamer Dachverband sei allein aus Kostengründen schon ein Muß, so Lausch. Interne Streitigkeiten müssten gelöst und unsichtbare Grenzen abgeschafft werden, dann könnten auch Gegenden vom Verband profitieren, die im Moment nicht dieser Meinung seien, so Josef Lausch.

"Das Stromnetz in die Bürgerhand"

Keine Hochspannungsleitung, das führe nur zur Abhängigkeit, fordert Josef Lausch. Zweckmäßiger gestalte sich das Verfahren "Power2Gas". In diesem Konzept werde überschüssiger Strom per Wasserelektrolyse in Wasserstoff und danach in synthetisches Methan umgewandelt. Der so erzeugte Brennstoff könne über die vorhandene Gas-Infrastruktur verteilt  und wieder vor Ort verstromt werden, so Lausch. Eine Speicherung könne überdies in den "natürlichen Vorratsbehältern" stattfinden. Bei einem Leitungsverlust von 15% beim Starkstrom in einer Überlandleitung sei der Transport von so erzeugtem Gas eine echte Alternative. Alleine die Druckerhöhung um 0,1 bar in den unterirdischen Speichern biete die Möglichkeit hier 15 Terrawattstunden mehr zu speichern, so Lausch.

Rekordsteuern contra Schuldenstand

Eine Schuldentilgung von knapp 8,5 Mio. Euro in den Jahren 2015 und 2016, das könne Lausch nur bezweifeln. Für das Jahr 2014 sei schließlich nur eine Million angesetzt. Bei den aktuellen Rekordsteuereinnahmen anscheinend schon das Maß der Dinge. Investitionen wie zum Beispiel das geplante Krankenhaus in Gabersee, die Lausch im hohen zweistelligen Millionenbereich bezifferte, seien in diese Bilanz noch nicht mit eingerechnet. "Wo soll es denn herkommen?" lacht der Kandidat der Bayernpartei auf die Frage der Finanzierbarkeit von Projekten und dem gleichzeitigen Schuldenabbau. Die "unangenehme Wahrheit", so Lausch, werde die Tatsache sein, dass es bei der Kreisumlage zwangsläufig zu "einem geregelten Kompromiss" kommen werde.

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