39 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt

Der Baubranche in Rosenheim gehen die Azubis aus: Nachwuchsproblem soll gelöst werden

Rosenheim - Zu Beginn des neuen Lehrjahres ist ein Großteil der Ausbildungsplätze am Bau unbesetzt. Darauf weist die IG BAU unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin. Nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver würden, könne die Branche künftig Schulabgänger gewinnen, so die Gewerkschaft.

Die Meldung im Wortlaut:

Bauboom trifft auf Nachwuchs-Mangel: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind viele Baufirmen in Rosenheim vergeblich auf der Suche nach Azubis. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin.
Danach blieben im Juli 39 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 49 ausgeschriebenen Plätzen in der Stadt waren noch 19 zu vergeben.

Michael Müller von der IG BAU Oberbayern spricht von einem „Alarmsignal“. Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. „Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen“, ist der Gewerkschafter überzeugt.

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG BAU deshalb ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt wird. „
Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, so Müller.

Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende.

Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Oberbayern.

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