Aussichtsloser Listenplatz

Erdogan ohne realistische Chance auf Bundestag-Einzug

Will dennoch einen engagierten Wahlkampf führen: Abuzar Erdogan. 
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Will dennoch einen engagierten Wahlkampf führen: Abuzar Erdogan. 

Nürnberg/Rosenheim - SPD-Bundestagkandidat Abuzar Erdogan muss seine Hoffnungen auf einen Einzug in den Bundestag wohl auf die Zukunft verschieben.

Bei der Aufstellung der SPD-Landesliste in Nürnberg, kam er am Samstag auf den Listenplatz 29. Bislang haben die bayerischen Sozialdemokraten 22 Bundestagsabgeordnete in Berlin. 

Somit müsste die Bayern-SPD bei der Bundestagswahl 2017 ein deutlich besseres Ergebnis einfahren, damit Erdogan noch berücksichtigt werden würde. Angesichts aktueller Wahlprognosen erscheint das unwahrscheinlich. 

Natürlich hat der junge Politiker auch noch eine Chance auf das Direktmandat, jedoch holte hier Daniela Ludwig (CSU) im Jahr 2009 satte 58,1 Prozent. So könnte die Christsoziale auch zukünftig die einzige Vertreterin der Region in der Hauptstadt bleiben.

Erdogan nahm den aussichtslosen Listenplatz dennoch kämpferisch auf: "Gerade in Zeiten, in denen es mehr denn je Brückenbauer statt Spalter, Fortschritt statt Stillstand und Solidarität statt Egoismus braucht, lohnt es sich zu kämpfen. Das Bedürfnis vieler Menschen in unserer Region nach einer politischen Heimat im Sinne dieser Werte ist groß. Und genau dafür werde ich mich mit aller Kraft im nächsten Jahr engagieren!"

Juso-Bundesvorsitzende tief enttäuscht

Für Schlagzeilen sorgte derweil, dass Juso-Chefin Johanna Uekermann aus Mitterfels nur auf Listenplatz 26 landete. Sie zeigte sich anschließend enttäuscht: "Trotz Zusagen zur Unterstützung meiner Kandidatur, trotz einem klaren Votum im Landesvorstand für Platz 22, trotz großer Kompromissbereitschaft von Seiten der Jusos, war kein Konsens mit einigen von ihnen möglich." Die weit links stehende Juso-Bundesvorsitzende denke nun über ihre Zukunft in der SPD nach, kündigte sie an. "Was diese Liste und das Verfahren für mich und mein Engagement für die BayernSPD bedeuten, werde ich mir in den nächsten Tagen überlegen müssen", schrieb sie auf Facebook.

Eine junge Sozialdemokratin aus Oberbayern durfte sich dagegen freuen: Bela Bach (26) aus dem Landkreis München kam auf Platz 20. Sie kann damit schon fast sicher mit einem Einzug in den Bundestag planen. 

mg

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