Bebauungsplan für AOK-Gelände als Satzung beschlossen

Acht Parzellen statt Schule

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Für ihre Verwaltungsschule in Fürstätt hat die AOK Bayern keine Verwendung mehr. Sie wird das Gelände in acht Parzellen aufteilen lassen, diese erschließen und zum Kauf anbieten.

Rosenheim - Seit 2005 steht das Gebäude der AOK-Verwaltungsschule in Fürstätt leer. Jetzt stellte das Stadtplanungsamt seine Pläne zur Neu-Nutzung vor:

Das Gelände wurde seit 1963 als Fort- und Ausbildungszentrum der AOK mit Übernachtungsmöglichkeit betrieben. Die größte bayerische Krankenkasse unterhält seit Jahrzehnten ein zentrales Bildungszentrum im mittelfränkischen Hersbruck. Für Folgenutzungen des Rosenheimer Baubestands fehlen Nachfrage und Bedarf. Die AOK will das Gelände zur Neubebauung in acht Einzelgrundstücke parzellieren und erschließen und diese Kaufwilligen anbieten. Somit könnten die Abbrucharbeiten bereits nach der Winterpause beginnen.


Zu dem vom Stadtrat im Juli gebilligten Bebauungsplanentwurf Meraner Straße/Brunnholzstraße für die Neubebauung legte Robin Nolasco, der Leiter des Stadtplanungsamtes, jetzt im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss die abschließende Behandlung der öffentlichen Stellungnahmen vor.

Dabei war mehrfach von Anliegern der Wunsch vorgetragen worden, von dem auf dem Gelände vorhandenen Baum- und Strauchbestand mehr zu erhalten als im Bebauungsplan vorgesehen. Das könne durch die Reduzierung auf vier bis sechs Bauparzellen ermöglicht werden. Die vorliegende Planung, so Nolasco dazu, richte sich nach dem bestehenden Baurecht und überschreite dieses nicht.


Kritisiert wurde auch der aus Sicherheitsgründen notwendige Umbau des nördlichen Waldrandes auf 20 Meter Tiefe, um die vorgeschriebene Baumfallgrenze von 25 Meter zu den Wohngebäuden zu erreichen. Dazu berichtete Nolasco, der Waldumbau werde von der Stadt in Abstimmung mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsden vorgenommen; die Flächen blieben in städtischem Besitz. Die dicht bewachsenen Böschungen zur Brunnholz- und Meraner Straße sollen in vollem Umfang erhalten bleiben.

Weder die Baumreihe an der Meraner Straße noch der südliche Waldrand seien von den Fällungen betroffen. Auch blieben die als Biotop kartierten Baumgruppen im Südosten des Plangebietes erhalten.

Zum Wunsch der Umwidmung des Geländes von "Gemeinbedarf Schule" in ein unbebautes "Erholungsgebiet" statt in ein "Wohngebiet" verwies Nolasco neben dem Baurecht der Eigentümerin auf die Tatsache, dass die Stadt einerseits durch ein Baulückenkataster bestrebt ist, die innerstädtische Verdichtung zu fördern, andererseits herrsche aber auch ständige Nachfrage in den stadtnahen ländlichen Siedlungsgebieten, der auch Rechnung zu tragen sei. Die Wohngebietsfläche der offenen, lockeren Wohnbebauung gehe nicht über die Grundstücksgrenzen der AOK im Bestand hinaus.

Gegen die Stimmen der Stadträtinnen Anna Rutz von den Grünen, Bärbel Thum von der Wählerinitiative WIR und Sabine Hitzner von der ÖDP billigte der Ausschuss die Behandlung der Stellungnahmen und empfahl dem Stadtrat, den Bebauungsplan als Satzung zu beschließen.

Der Stadtrat folgte dem Beschluss des Ausschusses mehrheitlich gegen die neun Stimmen der Grünen, WIR, ÖDP und vom Republikaner Hans Raß.

re/hh/OVB

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