Bahnhofsvorplatz: Alles unter einen Hut

OVB
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Dies sind die Vorgaben für den städtebaulichen Wettbewerb für den Bahnhofsvorplatz. Auf den schraffierten Flächen können Taxis und "Holen und Bringen" untergebracht werden.

Rosenheim - Die einen wollen mehr Raum für die Zufahrt, die anderen einen freien Platz mit großer Aufenthaltsqualität. Die Entscheidung fällt in einem Ideenwettbewerb.

Vorgaben der Stadt bilden dafür die Grundlage. Der zukünftige Südtiroler Platz wird als Visitenkarte für die Stadt gesehen, gleichzeitig als Verkehrsdrehscheibe für Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und Nutzer der öffentlichen Buslinien.

Die städtebauliche Achse der Bahnhofstraße soll bis zum Bahnhofsgebäude fortgesetzt werden. Diese Fortsetzung ist die angestrebte Größe einer Platzbildung und vorrangig den Fußgängern vorbehalten. Den Wettbewerbsteilnehmern bleibt es überlassen, ob sie diesen Platz noch größer ausbilden. Auf jeden Fall soll das Bahnhofsgebäude in möglichst großer Breite von der Luitpoldstraße her erkennbar sein.

Der Rest der ehemaligen Fußgängerunterführung wird beseitigt, der Luftschutzkeller gleichfalls, mit ihm Bäume, die darin wurzeln.

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Die Verkehrsführung sieht eine Trennung der Haltestellen für Stadt- und Regionalbusse vor, die Regionalbusse mit Blick auf das Bahnhofsgebäude rechts in einem eigenen Bereich, die Stadtbusse entlang der Luitpold-/Gießereistraße. Damit könnte die bisherige Ein- und Ausfahrt an der Kreuzung Bahnhof-/Luitpoldstraße entfallen. Zu- und Abfahrten für den Individualverkehr schlägt das Stadtplanungsamt sowohl an der Gießereistraße als auch an der Luitpoldstraße vor.

Für Taxis fordern die Planer 25 Warte- und Einstiegsplätze. Außerdem ist auf dieser Fläche die Möglichkeit für kurzes Holen und Bringen zu integrieren. Im Vergleich zur jetzigen Situation mit 26 Kurzzeitparkplätzen verlangt die Wettbewerbsauslobung mindestens 40 Kurzzeitparkplätze.

Für das Abstellen von Fahrräder sind mindestens 1500, nach Möglichkeit jedoch 2150 Plätze vorzusehen. Ein Teil davon könnte kostenpflichtig in einem mehrgeschossigen Gebäude untergebracht werden, in dem Fahrradfahrer ihre Räder allerdings nicht selbst nach oben befördern müssten. Dies könnte das Personal in einer Fahrradstation erledigen, in der auch weiteren Serviceleistungen angeboten werden. Eventuell lässt sich damit die Zahl der Abstellplätze auf 2500 steigern.

Impressionen nach dem Bahnhofsumbau:

Impressionen nach dem Umbau

Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb
Eindrücke vom umgebauten Rosenheimer Bahnhof © mb

Das Verkehrssystem ist so zu konzipieren, dass die Kurzzeitparkplätze wie auch die Taxis möglichst nahe beim Bahnhofsgebäude liegen.

Für das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Oberbahnamt wird der Erhalt geforert. Der Wettbewerb soll prüfen, ob sich mit einem Anbau zur barrierefreien Erschließeung der Obergeschosse oder mit einer geringfügigen Erweiterung die Vermarktungschancen verbessern lassen - die Stadt ist daran interessiert, das Gebäude zu verkaufen. Bei einer gastronomischen Nutzung bestünde die Möglichkeit, auch im Freien Tische und Stühle aufzustellen.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann sah in einer kombinierten Sitzung von Bau- und Verkehrausschusss bei den Grundzügen der Planung zu wenig Platz für die An- und Abfahrt. Seine Fraktionskollegin Margarete Fischbacher verlangte, vor allem auch an die Abholer zu denken und sie nicht zu weit weg vom Bahnhofsgebäude zu platzieren. WIR-Stadträtin Bärbl Thum und Peter Rutz von Bündnis 90/Die Grünen meinten hingegen enttäuscht, mit diesen Vorgaben bauche man überhaupt keinen Wettbewerb, denn von Vornherein werde den Autos zu viel Platz eingeräumt.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sprach von einer Mobilitätsdrehscheibe für alle Beteiligten, sowohl für Fußgänger als auch für Fahrrad- und Autofahrer und den Öffentlichen Personennahverkehr. Es gelte, alle diese Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen und dazu das Entree zu verbessern. Die große Mehrheit in beiden Ausschüssen stimmte den Vorgaben zu. Das Thema wird heute im Stadtrat behandelt.

bi/Oberbayerisches Volksblatt

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