Rege Diskussion über geplanten „Christkindlmarkt light“

„An Kuriosität nicht zu überbieten“ - „Winter in Rosenheim“ polarisiert

Der Christkindlmarkt Rosenheim
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Der Christkindlmarkt in Rosenheim. Der Rosenheimer Christkindlmarkt: Heuer wird es einen Mini-Markt geben, der nicht annähernd so groß wird wie sonst.

Rosenheim - Der Wirtschaftliche Verband Rosenheim will in der Innenstadt einen „Winter in Rosenheim“, eine Art Christkindlmarkt light mit acht Essens- und Getränkeständen veranstalten. Unsere Leser reagieren unterschiedlich auf diesen Vorstoß.

Statt Weihnachtskugeln, Schnitzereien und Produkten aus Wolle gibt es in diesem Jahr in der Rosenheimer Innenstadt Steaksemmeln, Schmalzkuchen, Schokofrüchte und gebrannte Mandeln. Beim „Winter in Rosenheimwerden für zumindest ein bisschen Weihnachtsstimmung wenige Stände mit gebührendem Abstand aufgestellt. Alkohol darf nicht ausgeschenkt werden.

„Es gibt nur To-Go. Ein Verzehr direkt am Stand ist nicht erlaubt“, sagt Klaus Hertreiter, Geschäftsführer des Wirtschaftlichen Verbandes. Die Öffnungszeiten der Stände sollen sich an denen des Einzelhandels orientieren. Bis jetzt sei geplant, dass die Stände jeweils von 11 bis 19 Uhr geöffnet haben – vorerst auch sonntags. Startschuss: 4. Dezember.

Der Stadt und dem WV gehe es darum, im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten wenigstens „ein Gefühl von Adventsstimmung in die Innenstadt zu bringen“. Das trifft bei Vielen unserer Leser auf Unverständnis.

„Winter in Rosenheim“ polarisiert

„Is‘ klar... die Restaurants und Wirtschaften dürfen nicht aufmachen, trotz Hygienekonzepts und der Möglichkeit mir anständig die Hände waschen zu können“, schreibt Leserin Eva Endlmaier unter unserem Artikel. „Bitte, ich kann verstehen, dass die Leute raus wollen, natürlich auch, dass das Schaustellergewerbe Geld verdienen will. Ich kann auch nachvollziehen, dass man mal mit Kindern auf den Christkindlmarkt schlendern will. D. h. aber nicht, dass ich das unterstützen würde. Ich kann es ehrlich nicht verstehen, warum Rosenheim hier so gar kein Einsehen hat. Wollt Ihr nicht, dass endlich wieder ein bisserl Ruhe einkehrt?“

Unter dem Namen „einfachprobieren“ schreibt ein Leser: “Die Frage ist, ob man mit dieser Strategie - hier ein Biergärtchen im Sommer, dort ein Christkindlmarkt light im Winter - der Wirtschaft nicht mehr Schaden zufügt als wenn man diese ganze Späße einfach mal sein lässt. Im Gegensatz zu anderen Städten ist Rosenheim seit Monaten durchgehend Hotspot. Das schreckt viel mehr Leute und Geld ab, als das, was man mit diesen halbherzigen Aktionen wieder reinholt. Acht Standlbetreiber mögen profitieren, dafür verlieren deutlich mehr andere. Außerdem: In einem Bereich mit Maskenpflicht jetzt Essensstände aufzustellen, ist an sich schon an Kuriosität nicht zu überbieten. Im November hatte es noch geheißen, einen „Winter in Rosenheim“ wird es nicht geben. Bei diesem ganzen heute Hü, morgen Hott steigt nicht gerade die Akzeptanz der Maßnahmen. Deshalb jetzt nochmal zum Mitschreiben: Es geht darum Kontakt zu vermeiden, nicht ständig welche zu schaffen...“

Mehrheit der Leser für „Winter in Rosenheim“

Die Abstimmung in unserem ersten Artikel spricht für sich: 1141 Leser finden den „Winter in Rosenheim“ gut, 931 hingegen sehen den Christkindlmarkt light kritisch (Stand 2. Dezember 8.15 Uhr).

248 Kommentare allein auf Facebook (stand 2. Dezember 9.20 Uhr) zu dem Thema zeigen die kontroverse Diskussion: „Ich möchte den Zuständigen, die diese Entscheidung getroffen haben und auch dafür stehen meinen herzlichsten und absolut ernst gemeinten Dank aussprechen.“ schreibt beispielsweise Andrea Honner. Und weiter: „Ich freue mich so sehr, dass diese Möglichkeit stattfindet. Zum Einen für die Menschen die hinter unserem mittelständischen Einzelhandel stehen und denen das Wasser teilweise bis zum Hals steht, zum anderen auch für all meine Mitmenschen da draussen, die ich täglich mit ängstlichen, auf den Boden gerichteten, dem Blick anderer Menschen ausweichenden Augen durch die Stadt hetzen sehe...“

Und Leserin Reante Huber findet: „Hauptsache es wird gejammert. Die Menschen sind nur noch negativ. Wem es nicht gefällt, der bleibt zu Hause. Wer gerne hingeht soll das doch bitte machen. Wo ist denn das Problem? Arbeiten darf ich ja auch. Da plärrt ja auch keiner nach Abständen. Kann man sich nicht einfach freuen über ein wenig Normalität in diesen Sch...Zeiten. und Wenn nicht, kann man dann nicht einfach mal seinen Mund halten?“

jb

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