"Wir packen unsere Zukunft an!"

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Rosenheim - Rund 900 geladene Gäste erlebten beim Neujahrsempfang im Kuko nochmal das Jahr 2011 in Rosenheim. *Neu: Video-Rückblick*

In ihrer Ansprache blickte die OB auf ein spannungsreiches Jahr zurück und richtete unter dem Motto „Heute das Morgen denken – Rosenheims Zukunft sichern, den Menschen Chancen bieten“ angesichts günstiger Wirtschaftsdaten den Blick nach vorn.

Ausschnitt aus der Rede von Gabriele Bauer von Radio Charivari:

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Spannungsreich, kein anderes Wort dürfte so passend sein, wenn wir daran denken, was sich in der Welt in den letzten zwölf Monaten ereignete“, erinnerte die Rathauschefin an die Schlagzeilen vom Tyrannensturz in Nordafrika über die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer, die Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Japan bis zur Staatsschuldenkrise in Europa. 2011 habe auf dramatische Weise gezeigt, wie brüchig vermeintliche Sicherheiten und Gewissheiten seien, auf denen die modernen Gesellschaften bisher beruhten. Gerade eine global vernetzte Welt bräuchte mehr denn je Verlässlichkeit und Berechenbarkeit, stattdessen nähmen Risiken und Unwägbarkeiten weltweit zu. „Aber wir haben es in der Hand, die Dinge, die wir selbst regeln können, ordentlich zu regeln. Wir können die Entwicklungen auf der kommunalen Ebene in den vorgeplanten Bahnen halten, damit
sie überschaubar bleiben“, umriss Bauer die Aufgaben der Stadtverwaltung.

Die Bilder des Abends:

Rosenheimer Neujahrsempfang Teil 1

Zum Nachlesen:

Rede von OB Bauer (pdf)

Ein prägendes Kennzeichen des städtischen Zukunftprogramms „Rosenheim 2025“ sei es, mit den Bürgerinnen und Bürgern Konzepte für die Zukunft der Stadt zu entwickeln, mit ihnen zu diskutieren und zu planen, gemeinsam mit dem Stadtrat und mit der Verwaltung Rosenheim voranzubringen.

Heute schon an morgen zu denken, heißt für mich auch, uns bewusst zu machen, dass wir unsere Stadt, ihre Attraktivität und ihre Lebensqualität unseren Anstrengungen in der Vergangenheit verdanken. Ein Ausruhen auf diesen Lorbeeren wäre der erste Schritt zum Abstieg“, mahnte Bauer.

Die Rosenheim-Cops auf dem Neujahrsempfang: Petra Einhoff (Gerichtsmedizinerin Dr. Sabine Eckstein)

Immerhin spiele Rosenheim laut einiger Ranking-Listen in der „Champions-League“ der deutschen Mittelstädte, zähle in dieser Kategorie zu den besten zehn Bildungsstandorten in Deutschland, was der Hochschule, den Schulen, den Weiterbildungsträgern, der Volkshochschule und in hohem Maße der mehrfach ausgezeichneten Stadtbibliothek zu verdanken sei.

Rosenheimer Neujahrsempfang Teil 2

Für die heimische Wirtschaft sei 2011 trotz der internationalen Turbulenzen ein gutes Jahr gewesen, „und wir hoffen, 2012 ohne allzu große Einbrüche zu meistern“, so die OB. Die positiven Wirtschaftsdaten in der Stadt und der Region bedeuteten, dass in Rosenheim der Aufschwung bei den Menschen ankomme. Bauer verwies auf die neu geschaffenen Gewerbegebiete, um auch in Zukunft hochwertige Arbeitsplätze bieten zu können. Dazu gehöre aber auch, zur Verbesserung der Lebensqualität den innerstädtischen Verkehr in Zukunft vonDurchfahrten frei zu halten.

„Wer vorsorgend in die Zukunft blickt, muss heute schon auf vielen Gebieten die Weichen stellen“, kam Bauer auf den städtischen Haushalt 2012 zu sprechen. Dank höherer Steuereinnahmen könne wiederum ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden.

Der Lokschuppen – „ein Besuchermagnet“ – werde wohl auch 2012 mit dem Blick in die Tiefsee seinen Platz unter den zehn erfolgreichsten Ausstellungsstätten Deutschlands halten, prognostizierte die OB. Einen besonderen Dank richtete sie an den Wirtschaftlichen Verband im Nachgang zum Jubiläum „150 Jahre Rosenheimer
Herbstfest“.

Rosenheimer Neujahrsempfang Teil 3

"Wir haben eben im Film gesehen, welche Welle des Mitgefühls und der spontanen Hilfsbereitschaft die fürchterlichen Ereignisse in Japan bei uns erzeugt haben“, kam Bauer auf die Städtepartnertschaft mit Ichikawa zu sprechen. In Japan werde nicht – wie hier – ein „Wort des Jahres“ gewählt, sondern eines der über 2000 vorhandenen Schriftzeichen, das als Summe des Jahres gelte. Das sei für 2011 das Zeichen Kizuna, das Verbindung bedeute. Nicht die Angst, nicht die Zerstörung, nicht die Gefahr stehe den Japanern also damit vor Augen, sondern das Gefühl der Verbundenheit.

„Mich würde froh machen, wenn Verbindung und Verbundenheit 2012 das Band sein könnte, das die Rosenheimer eint. Dass diejenigen, die Verantwortung tragen als Politiker, Unternehmer oder im freien Beruf zum Wohl der Stadt und ihrer Menschen handeln und arbeiten, dass die Freundschaft der Generationen Brücken baut und alle ihren Platz in der Stadtgesellschaft finden und dass die Solidarität noch oft spürbar ist, die uns im Juni anlässlich des verheerenden Unwetters verbunden hat“, betonte Bauer und sagte ein herzliches Dankeschön an
Feuerwehr, THW, Polizei und alle Hilfsdienste.

„Der Unternehmer Henry Ford hat einmal gesagt: ,Einige Menschen verschwenden mehr Zeit und Kraft damit, ihre Probleme zu diskutieren, als sie anzupacken‘. Wir Rosenheimerinnen und Rosenheimer sind anders: Wir packen unsere Zukunft an. In diesem Sinne: Auf ein gutes, erfolgreiches 2012!“, schloss Bauer. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Blechbläser-Quintett „Esbrassivo“ mit dem „Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel und dem „Basin Street Blues“ von Spencer Williams.

Oberbayerisches Volksblatt / cs

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