Arbeitsagentur sucht Praktikanten aus Tschechien

Rosenheim - Die Rosenheimer Arbeitsagentur ist auf der Suche nach Praktikanten aus Tschechien für die heimische Gastronomie.

Was viele nicht wissen: Die Fachvermittlung für das Hotel- und Gaststättengewerbe Südbayern hat ihren Sitz in der Agentur für Arbeit Holzkirchen, einer Geschäftsstelle der Rosenheimer Arbeitsagentur. Das Team betreut von Holzkirchen aus die gastronomischen Betriebe von Ober- und Niederbayern und Schwaben sowie alle Arbeitnehmer, die in dieser Branche arbeiten, wie Hotel- und Restaurantfachleute, Führungskräfte, aber auch berufserfahrene Hilfskräfte (Zimmermädchen, Spüler etc.). Durch die deutschlandweiten Kontakte hat sich die HOGA-Fachvermittlung, wie sie kurz genannt wird, auch über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht. So kam kürzlich eine Delegation aus dem tschechischen Karlsbad, dem jetzigen Karlovy Vary nach Rosenheim, um die geplante Zusammenarbeit näher abzustimmen.

Dr. Neumann und Schweinarova erläuterten kurz das Ausbildungsmodell an ihrer Schule. Es handelt sich um eine Hotelfachschule für Dienstleistung und Gastronomie. Die staatliche Schule liegt im Zentrum von Karlsbad und hat eine fast 100-jährige Tradition. Circa 500 Schüler werden zu 80 Prozent für gastronomische Berufe ausgebildet. Die meisten machen eine dreijährige Lehre zum Koch oder Kellner. Die Besten können ein zweijähriges „Aufbaustudium“ draufsatteln und erreichen damit das „Abitur“, also eine Studienberechtigung. Für die leistungsstarken Schüler soll nun ein zweimonatiges Praktikum bei Hotels und Gaststätten im südbayerischen Raum ermöglicht werden. Die Ausbildungsinhalte sind den deutschen sehr ähnlich, außerdem sprechen die meisten angehenden Köche oder Kellner deutsch, teilweise auch englisch oder russisch.

Sylva Schweinarova: „Es wäre schön, wenn circa zwölf Praktikanten – immer paarweise – im Zeitraum von Juni bis Oktober ein zweimonatiges Praktikum in einem Hotel oder Gasthaus machen könnten. Wir sind selber daran interessiert, dass die angehenden Fachkräfte bei Antritt des Praktikums bereits 18 Jahre alt sind, oder es demnächst werden.“

Petersen ergänzt und erläutert die vertraglichen Bedingungen: „Wir werden im Mai nach Karlov Vary fahren und dort direkt die Vorstellungsgespräche mit den jungen Leuten führen. Die geeigneten Lehrlinge müssen vor Beginn der Praktika nachweisen, dass sie in ihrem Heimatland über einen ausreichenden Versicherungsschutz (Kranken- und Haftpflichtversicherung) verfügen. Ansonsten besteht keine Pflicht zur Sozialversicherung. Dann gehen die Bewerbungsunterlagen zur ZAV, der zentralen Auslands- und Fachvermittlung, mit Sitz in Bonn, dort werden die Verträge abschließend geprüft und genehmigt. Eine zusätzliche Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis zum Praktikumsvertrag ist nicht erforderlich. Die Praktikanten erhalten vom Arbeitgeber eine Vergütung in Höhe von 350 € sowie unentgeltliche Kost und Logis. Am Ende des Praktikums muss der Arbeitgeber eine fachliche Beurteilung erstellen und sich - bei Vertragserfüllung – einmalig mit 150 Euro an den Reisekosten beteiligen.“

Rubriklistenbild: © PA

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