Besonders Verkehr/Logistik und der Dienstleistungsbereich betroffen

Arbeitsmarkt in Stadt und Landkreis Rosenheim: Niedriglohnrisiko sehr hoch

Rosenheim - Der DGB Kreis- und Stadtverband prangert den umfangreichen Niedriglohnsektor in Stadt und Landkreis Rosenheim an. Knapp jeder fünfte Arbeitnehmer arbeitet dort im Niedriglohnsektor. Die Daten stammen aus dem neuen Report „Tatort Niedriglohn in Bayern“ 1, den der DGB Bayern in Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung Flexibilität und Sicherheit am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) erstellt hat.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Ingrid Meindl-Winkler, Vorsitzende des DGB Kreis- und Stadtverbandes Rosenheim hierzu: „Niedriglöhne sind kein Randphänomen mehr. Sie sind auch im reichen Bayern Alltag für rund eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Als Gewerkschaften wollen wir uns mit diesem Zustand nicht arrangieren. Wir wollen es nicht hinnehmen, dass große Teile unserer Kolleginnen und Kollegen vom wachsenden Wohlstand abgekoppelt sind und mit Armutslöhnen abgespeist werden.“

Gemäß einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit sind alleine in der Stadt und im Landkreis Rosenheim rund 6200 Vollzeitarbeitsplätze dem Niedriglohnsektor zuzurechnen.

Besonders hoch ist das Niedriglohnrisiko für Beschäftigte im Wirtschaftszweig Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sowie im Bereich kaufmännische Dienstleistung, Handel, Vertrieb und Tourismus. Hier erhalten jeweils rund ein Drittel der Beschäftigten einen Lohn unterhalb der bundesweiten Niedriglohnschwelle von 11,21 Euro pro Stunde.

„Rund 6.200 Niedriglöhner in Vollzeit sind aber leider nur die Spitze des Eisbergs in Stadt und Landkreis Rosenheim. Hinzu kommen noch Teilzeitkräfte und Beschäftigte in Minijobs. Alleine bei den Minijobs in Bayern sind sieben von zehn dem Niedriglohn zuzurechnen“, so Meindl-Winkler weiter.

Für den DGB Kreis- und Stadtverband ist klar: Es ist dringend geboten, den hohen Niedriglohnsektor endlich auszutrocknen. Auch die kommunale Ebene muss ihrer Verantwortung gerecht werden. Öffentliche Aufträge müssen daher an die Tarifbindung und damit an ordentliche Löhne gekoppelt werden.

Link zum Report: https://bayern.dgb.de/service/broschueren/report-tatort-niedriglohn-

Pressemitteilung DGB

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