Kennt Ihr diesen Mann? - Teil 8 unserer Serie

Artikelserie zu bekannten Rosenheimern: Wer war Dr. Karl Lechleuthner?

Dr. Karl Lechleuthner besaß 1901 als erster Rosenheimer ein Auto.
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Dr. Karl Lechleuthner besaß 1901 als erster Rosenheimer ein Auto.

Rosenheim - In unserer Serie „Kennt Ihr diese Frau?/Kennt Ihr diesen Mann? - Bekannte Rosenheimer Persönlichkeiten“ stellt ovb24.de wir in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Stadtarchiv im wöchentlichen Turnus eine berühmte Rosenheimer Persönlichkeit vor.

Die Stadt Rosenheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und in dieser Geschichte spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele Rosenheimer über diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, sie nicht mehr kennen, startet rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet. Den Anfang machte Rosa Gillitzer, danach Ludwig Eid. In Teil drei ging es weiter mit Marie Globerger. Teil vier behandelte Max Reheis. Danach ging es um Kreszentia Senft und ihren Mann Johann Senft. Auf Teil sieben mit Franziska Berr folgt nun Teil acht mit Dr. Karl Lechleuthner

Kennt ihr Dr. Karl Lechleuthner aus Rosenheim?

Dr. Karl Lechleuthner fiel auf. Er besaß 1901 als erster Rosenheimer ein Auto. Eine Fahrerlaubnis hatte er aber nicht. Bis zum 7. Mai 1902 war das auch gar nicht notwendig. Erst mit der Notwendigkeit einer amtlichen Überprüfung des Autos und der am 17. September 1906 verankerten Fahrprüfung erwarb er tatsächlich eine Fahrerlaubnis – das Mindestalter war damals auch schon auf 18 Jahre festgelegt. Zusammen mit seinem Chauffeur Georg Birner absolvierte er am 27. November 1906 erfolgreich die Prüfung. Selbst fuhr Lechnleuthner aber selten. Er ließ sich lieber von seinem Chauffeur Birner vor seinem Haus in der Innstraße 46 zu Spazierfahrten abholen.

Bei seinem Wagen handelte es sich um einen Wartburg aus der Fahrzeugfabrik Eisenach mit einem Wagengewicht von 425 Kilogramm mit 8 PS. Da sein Auto die amtlichen Voraussetzungen, wie zum Beispiel eine „eintonige Hupe zum Abgeben von Warnzeichen“ und zwei an den Seiten angebrachte Laternen“ erfüllte, wurde es mit dem amtlichen Kennzeichen II B 901 zugelassen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte Rosenheim allerdings noch nicht viele Autonummern zuteilen. Ein Verzeichnis zwischen 1906 und 1908 weist insgesamt nur 47 Fahrzeuge auf. Weitere Autobesitzer waren Karl Stemplinger und Martin Beilhack.

Karl Lechleuthner der am 8. Juli 1861 in Tittmoning geboren wurde, kam über Ebersberg und Prutting 1890 nach Rosenheim, wo er sich als praktischer Arzt niederließ. Seine Zulassung als „Heilpraktiker“ wurde ihm mit „allerhöchster Zulassung“ bereits am 11. August 1873 erteilt. Mit seiner Frau Anna hatte er fünf Kinder und beantragte 1900 das Rosenheimer Bürgerrecht, was bedeutete, dass er „wohl beleumundet“ und schuldenfrei sein musste. Jüngst ausgestattet mit dem Rosenheimer Bürgerrecht war Dr. Karl Lechleuthner aufgrund seines Autos mit Sicherheit in kurzer Zeit stadtbekannt.

jb/Christopher Kast

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