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Kennt Ihr diese Frau? - Teil 7 unserer Serie

Artikelserie zu bekannten Rosenheimern: Wer war Franziska Berr?

Franziska Berr aus Rosenheim war gelernte Putzmacherin – heute Modistin
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Franziska Berr aus Rosenheim war gelernte Putzmacherin – heute Modistin – und war in einem Hutgeschäft angestellt, wo sie vornehmlich Kopfbedeckungen für weibliche Kunden anfertigte.

Rosenheim - In unserer Serie „Kennt Ihr diese Frau?/Kennt Ihr diesen Mann? - Bekannte Rosenheimer Persönlichkeiten“ stellt ovb24.de wir in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Stadtarchiv im wöchentlichen Turnus eine berühmte Rosenheimer Persönlichkeit vor.

Die Stadt Rosenheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und in dieser Geschichte spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele Rosenheimer über diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, sie nicht mehr kennen, startet rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet. Den Anfang machte Rosa Gillitzer, danach Ludwig Eid. In Teil drei ging es weiter mit Marie Globerger. Teil vier behandelte Max Reheis. Danach ging es um Kreszentia Senft und ihren Mann Johann Senft.

Kennt ihr Franziska Berr aus Rosenheim?

Längst vergessen ist in Rosenheim der Beruf des Türmermeisters. Er blies vom Mittertor – ursprünglich um vor Gefahr oder Bränden zu warnen, später dann hauptsächlich um Choralmusik zu praktizieren. Den berühmtesten Rosenheimer Türmeister, Franz Xaver Berr, hatte die Münchnerin Franziska Überer geheiratet. Sie war gelernte Putzmacherin – heute Modistin – und war in einem Hutgeschäft angestellt, wo sie vornehmlich Kopfbedeckungen für weibliche Kunden anfertigte.

Ihren zukünftigen Ehemann hatte sie über die Militärmusik kennengelernt. Die Berührungspunkte ergaben sich aufgrund der Tätigkeit ihres Vaters Josef Überer, der als Sergeant im 8. Bayerischen Linien-Infanterie-Regiments diente. Die Weichen für den am 27. November 1844 erfolgten Eheschluss zwischen ihr und Franz Xaver Berr wurden bereits im Mai 1844 gestellt. Die beiden Familien setzten einen Ehevertrag auf, der festhielt, dass die Braut ein Heiratsgut von 235 Gulden, der Bräutigam hingegen 500 Gulden in die Ehe einzubringen hatten. Es handelte sich also um eine Zugewinnehe, in der nach dem Tod eines Ehepartners jeweils zur Hälfte der noch lebende Ehepartner und die Kinder erbberechtigt waren. Blieb die Ehe kinderlos, durfte nur der überlebende Ehepartner erben, während die anderen Familienangehörigen leer ausgingen.

Die Ehe der Putzmacherin und des Türmermeisters war kinderreich: Franziska brachte sieben Kinder zur Welt. Die beiden jüngsten starben bereits kurz nach der Geburt. Lediglich die vier Töchter und der einzige Sohn Franz Xaver Junior überlebten. Dieser hatte die musikalische Begabung seines Vaters geerbt, spielte bereits „seit frühester Jugend“ im Chor der Pfarrkirche St. Nikolaus und später sogar in der Kapelle des „Walzerkönigs“ Johann Strauß in Wien. Er beerbte seinen Vater in dessen Anstellung – allerdings schon als Stadtkapellmeister – und prägte die Rosenheimer Musikszene bis zu seinem Tod im Jahr 1925.

Seine Mutter Franziska hat den Erfolg ihres Sohnes nicht mehr erlebt. Am 29. Dezember 1881 starb sie im Alter von nur 61 Jahren. Ihr Mann, der Türmermeister Franz Xaver Berr folgte ihr 7 Monate später im Juli 1882.

Christopher Kast/jb

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