Kennt Ihr diesen Mann? - Teil 2 der Serie

Artikelserie zu berühmten Rosenheimern: Wer war Ludwig Eid

Ludiwg Eid war Rosenheims erster Kulturmanager
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Ludiwg Eid war Rosenheims erster Kulturmanager

Rosenheim -  In unserer Serie „Kennt Ihr diese Frau?/Kennt Ihr diesen Mann? - Bekannte Rosenheimer Persönlichkeiten“ stellen wir in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Stadtarchiv im wöchentlichen Turnus eine berühmte Rosenheimer Persönlichkeit vor.

Die Stadt Rosenheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und in dieser Geschichte spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele Rosenheimer über diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, sie nicht mehr kennen, startet rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jeden Donnerstag wird eine Person genauer beleuchtet. Den Anfang machte vergangene Woche Rosa Gillitzer. Heute geht es weiter mit Ludwig Eid.

Kennt ihr Ludwig Eid aus Rosenheim?

Als Präparandenlehrer kam Ludwig Eid 1895 nach Rosenheim. Seine großen Verdienste für die Stadt liegen allerdings nicht in seiner pädagogischen Tätigkeit als Volksschullehrer. Ludwig Eid war vielmehr der erste Rosenheimer Kulturmanager. Bereits während seines ersten Dienstjahres war er wesentlich an der Errichtung des Heimatmuseums am Mittertor beteiligt. Im Dezember 1900 widmete er sich dann den Urkunden und Akten der Stadt, ordnete sie und wurde dadurch zum ersten Stadtarchivar. Ein Jahr später gründete er den noch heute bestehenden Historischen Verein. Ab 1902 leitete er schließlich die neugegründeten „Städtischen Sammlungen“: Stadtarchiv, Heimatmuseum und Bibliothek des Stadtmagistrats – heute die wissenschaftliche Archivbibliothek. 1904 übernahm er außerdem die Leitung der von Max Bram gegründeten Kunstsammlung, die das Fundament der Städtischen Galerie Rosenheim bildet. Die Vereinigung der „Städtischen Sammlungen“ und der Kunstsammlung kann vollkommen zu Recht als Vorgängerinstitution des heutigen Rosenheimer Kulturamts bezeichnet werden.

Geboren wurde Ludwig Eid am 12.09.1865 als Sohn eines Schuhmachermeisters in der nordpfälzischen Gemeinde Obermoschel. Nach seiner Ausbildung zum Präparandenlehrer, die er als Jahrgangsbester absolvierte, war er zunächst in Speyer tätig. Nach seiner Versetzung nach Rosenheim widmete er sich heimatkundlichen Forschungen und hatte dadurch großen Anteil am neugeweckten öffentlichen Interesse an der Geschichte Rosenheims.

Auch nach seiner Versetzung nach Eichstätt blieb Eid der Rosenheimer Heimatforschung treu. Diese gipfelte in seinem 1906 erschienenen Buch „Aus Alt-Rosenheim“. Dieses war der Vorläufer für eine erste Rosenheimer Chronik, die nicht nur beste Kritiken aus Fachkreisen erhielt, sondern auch von Prinzregent Luitpold von Bayern anerkennend gewürdigt wurde. 1909 wurde Ludwig Eid Rosenheimer Ehrenbürger. Noch im gleichen Jahr wurde er zum Leiter der Lehrerbildungsanstalt in Speyer befördert, wo „der Ritter des Päpstlichen St. Silvesterordens“ auch seine Pensionsjahre verbrachte. Ludwig Eid starb am 21. Oktober 1936 in München und wurde von Kardinal Michael Faulhaber unter großer Anteilnahme – auch aus der Stadt Rosenheim – auf dem Friedhof Perlacher Forst zur letzten Ruhe gebettet.

Christopher Kast/jb

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