Kennt Ihr diese Frau? - Teil 3 unserer Serie

Artikelserie zu berühmten Rosenheimern: Wer war Marie Globerger alias die Schweinshaxl Marie?

Marie Globerger alias Schweinshaxlmarie aus Rosenheim
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Marie Globerger aus Rosenheim erhielt ihren Spitznamen aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit als „Schweinsmetzgerladnerin“, der sie in der Metzgerei Georg Estermann am Max-Josefs-Platz 30 nachging.

Rosenheim - In unserer Serie „Kennt Ihr diese Frau?/Kennt Ihr diesen Mann? - Bekannte Rosenheimer Persönlichkeiten“ stellen wir in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Stadtarchiv im wöchentlichen Turnus eine berühmte Rosenheimer Persönlichkeit vor.

Die Stadt Rosenheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und in dieser Geschichte spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele Rosenheimer über diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, sie nicht mehr kennen, startet rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet. Den Anfang machte Woche Rosa Gillitzer, danach Ludwig Eid. Heute geht es weiter mit Marie Globerger.

Kennt ihr Marie Globerger aus Rosenheim?

Schweinshaxl Marie – unter diesem Namen war Marie Globerger in Rosenheimer Kreisen um 1890 zu einiger Bekanntheit gelangt. Ihren Spitznamen erhielt sie aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit als „Schweinsmetzgerladnerin“, der sie in der Metzgerei Georg Estermann am Max-Josefs-Platz 30 nachging. Als Marie Globerger dort Fleischwaren verkaufte, wurde die Metzgerei wahrscheinlich bereits in vierter Generation geführt. Alle Inhaber trugen den Vornamen Georg. Das Geschäft lief gerade in den 1870er Jahren gut. 1877 wurde deshalb ein Erweiterungsbau in Angriff genommen. Wegen Verstößen gegen den Bauplan wurde Georg Estermann vom Magistrat aber zum Rückbau und der Herstellung des Bauvorhabens in ursprünglich geplanter Form aufgefordert.

Die Blüte des Geschäfts scheint jedoch in den folgenden Jahren langsam verwelkt zu sein, da das Haus mitsamt Laden 1898 abgerissen wurde. Dasselbe Schicksal erfuhr übrigens auch das Wohnhaus der Familie Estermann, das zusammen mit dem Färbertor zur Erweiterung der Färbergasse weichen musste. Am 26. Juli 1872 erwarb deshalb der Rosenheimer Magistrat das private Anwesen der Estermanns. Marie Globerger beendete ihre Tätigkeit bei der Metzgerei Estermann wahrscheinlich um 1894. Im August desselben Jahres meldete sie selbst ein Charcuttier-Geschäft beim Magistrat an. Drei Jahre später wird sie in den Gewerbeakten hingegen als Inhaberin eines „Cigarengeschäfts“ geführt. Diese erfreuten sich in den 90er Jahren großer Beliebtheit, da in den Herrenzimmern wohlhabender Rosenheimer Haushalte vermutlich zur Genüge blauer Rauch aufstieg.

Christopher Kast/jb

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