Kennt Ihr diese Frau? - Teil 1 der Serie

Artikelserie zu berühmten Rosenheimern: Wer war Rosa Gillitzer?

Rosa Gillitzer war eine der berühmten Personen der Rosenheimer Stadtgeschichte.
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Rosa Gillitzer war eine der berühmten Personen der Rosenheimer Stadtgeschichte.

Rosenheim - In unserer Serie „Kennt Ihr diese Frau?/Kennt Ihr diesen Mann? - Bekannte Rosenheimer Persönlichkeiten“ stellen wir in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Stadtarchiv im wöchentlichen Turnus eine berühmte Rosenheimer Persönlichkeit vor.

Die Stadt Rosenheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und in dieser Geschichte spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele Rosenheimer über diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, sie nicht mehr kennen, startet rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jeden Donnerstag wird eine Person genauer beleuchtet. Den Anfang macht Rosa Gillitzer.

Kennt ihr Rosa Gillitzer aus Rosenheim?

Rosa Gillitzer war ohne Zweifel mit einer herausragenden Persönlichkeiten der Rosenheimer Stadtgeschichte verheiratet: Thomas Gillitzer. In den 1890er Jahren kam das Ehepaar nach Rosenheim, wo der bereits ausgesprochen vermögende Metzger- und Gastwirtssohn mit dem Bau des sogenannten Gillitzer-Blocks ein bedeutendes Bauprojekt in der Stadt verwirklichte. Außerdem machte er mit dem Aufbau des am Inn gelegenen Landguts Innleiten von sich Reden, das 1898 sogar von Kronprinz Ludwig, dem späteren König Ludwig III., besucht wurde und den Rosenheimern als kleines Paradies in der Umgebung galt.

Bemerkenswerter Weise stand Rosa Gillitzer zeitlebens aber nicht im Schatten ihres berühmten Ehemanns. So brachte sie bereits in die im April 1873 geschlossene Ehe ein beachtliches Vermögen ein, da ihrer Familie – sie war Tochter von Anton Stulberger und dessen Ehefrau Marianna – mehrere Liegenschaften im Münchner Stadtkern gehörten. Es verwundert daher nicht, dass sie in den folgenden Jahren stets als Miteigentümerin des Münchner Besitzes genannt wird.

Das Ehepaar stand nach dem Umzug nach Rosenheim an der Spitze der städtischen Gesellschaft. Rosa Gillitzer erlangte dabei 1899 mit der Gründung des „Gemischten Radel-Clubs Deutscher Kaiser“ einige Aufmerksamkeit, dem sie sowohl als Gründungs- als auch Ausschussmitglied angehörte. Dass Frauen in Rosenheim bereits vor 1900 einem Fahrradclub angehörten, darf offenkundig als besonders fortschrittlich gelten. Bedauerlicherweise erhellen keine weiteren Schlaglichter die Geschichte des Clubs.

Weithin bekannt sind hingegen die weiteren Lebensumstände Rosa Gillitzers und ihres Ehemanns. Bereits kurz nach dem Jahrhundertwechsel scheint das Ehepaar mit den ersten finanziellen Problemen konfrontiert gewesen zu sein. Am 13. Februar 1903 sahen sie sich dann auch gezwungen den Betrieb des Hotels „Deutscher Kaiser“ aufzugeben. Das Amtsgericht Rosenheim eröffnete schließlich am 7. Dezember 1904 das Konkursverfahren gegen Rosa und Thomas Gillitzer, deren Besitz in den folgenden Monaten vollständig versteigert wurde. In ärmlichen Verhältnissen verstarb Rosa Gillitzer am 31. Oktober 1916 im Alter von 65 Jahren in München.

Christopher Kast/jb

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