Vom Kultusministerium verschaukelt?

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Hoffen auf ein baldiges Ende des "Behörden-Ping-Pongs" (von links): Elternbeiratsvertreterin Kerstin Müller-Schwach, Rektorin Inge Thaler und SPD-Landtagsabgeordnete Maria Noichl.

Rosenheim - Regelrecht verschaukelt fühlt sich Inge Thaler vom Kultusministerium und der Regierung von Oberbayern. Schon seit Jahren kämpft sie um mehr Verwaltungsstunden für ihre Astrid-Lindgren-Schule.

Doch obwohl der Landtag der Rektorin Recht gibt, geschieht nichts. Die Unterversorgung bei den Verwaltungsstunden ist für fast alle bayerischen Schulen ein gewaltiges Problem. Doch ein besonderer Härtefall ist die Astrid-Lindgren-Schule in der Innsbrucker Straße in Rosenheim. Sie ist die einzige Grundschule in Bayern, die durchgängig in allen Jahrgangsstufen sogenannte „Kooperationsklassen“ für Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf bietet. Die Schule ist dementsprechend gefragt, Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet und auch aus Nachbargemeinden kommen hier her. "Groß ist folglich der Verwaltungsaufwand, doch Rechnung getragen wird dem überhaupt nicht" , weiß auch die Rosenheimer Landtagsabgeordnete Maria Noichl.

Die SPD-Frau setzte sich daher im Bayerischen Landtag für eine Verdoppelung der Verwaltungsstunden für die Astrid-Lindgren-Schule ein. Um einen Präzedenzfall zu vermeiden, lehnte der zuständige Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes Ihren Antrag zwar ab, stimmte aber im Oktober einstimmig dafür, dass die Regierung von Oberbayern in Abstimmung mit dem Rosenheimer Schulamt eine Verbesserung der Situation der Verwaltungsangestellten herbeiführen soll. Anfang November forderte das Schulamt von Rektorin Thaler daraufhin eine Übersicht über spezielle Verwaltungsaufgaben. Getan hat sich seitdem jedoch nichts. „Zum Leidwesen von Schulangestellten, Schülern und Elternbeirat spielen das Kultusministerium und die Regierung von Oberbayern jetzt Ping-Pong auf Bayerisch“, schimpft Maria Noichl. Weil angeblich kein Geld für Ausnahmesituationen im Verwaltungsbereich vorhanden sei, habe die Regierung das Anliegen wieder an das Kultusministerium zurück geleitet, das prüfen solle, ob Sondermittel zur Verfügung gestellt werden können.

„Der Buchbinder Wanninger lässt grüßen“, meint Noichl. Schulrektorin Inge Thaler bleibt somit nichts anderes übrig, als auf eine Lösung zu hoffen und bis dahin weiterhin viele Überstunden zu leisten. Solange die Behörden die Astrid-Lindgren-Schule mit den zusätzlichen Verwaltungsaufgaben allein lassen, "muss ich die Arbeit zwangsläufig selbst machen", so Thaler.

Pressemeldung Bayerischer Landtag Maria Noichl

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