Asylbewerber ins Seehotel Hubertus

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Statt Drei-Sterne-Hotel demnächst eine Asylbewerber-Unterkunft: das ehemalige "Seehotel Hubertus" am Happinger See.

Rosenheim - Das derzeit leerstehende "Seehotel Hubertus" bei Happing wird vorübergehend mit Asylbewerbern belegt. Ursprünglich wollte dort Anton Kathrein ein Drei-Sterne-Hotel bauen.

Das gab gestern Abend Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses bekannt.

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Sie rechnet mit einem Belegungs-Zeitraum "von etwa vier Monaten". "Aus Zirndorf hat uns die Regierung von Oberbayern Anfang Dezember 20 Asylbewerber zugewiesen. Diese konnten wir in einfachen Wohnungen der GRWS unterbringen. Mitte Dezember haben wir erfahren, dass am 16. Januar weitere 20 bis 30 Asylbewerber nach Rosenheim kommen. In Verhandlungen haben wir eine Fristverlängerung bis 31. Januar erreichen können", berichtete Bauer dem Gremium.

Nachdem in der Kürze der Zeit keine andere Unterbringungsmöglichkeit zur Wahl stand, sei die Unterbringung am Happinger See eine angemessene Lösung. Das Gebäude stehe leer und sei von der Struktur her, auch im sanitären Bereich, gut geeignet. "Zur Badesaison hätten wir sowieso die sanitären Anlagen verbessern müssen", merkte Bauer an.

Unterbringungsmöglichkeiten im Stadtgebiet würden so schnell als möglich gesucht, auch wenn der Rosenheimer Immobilienmarkt derzeit sehr eng sei. Über die Verwaltung werde eine Betreuung am Ort sichergestellt, über das Diakonische Werk werde auch eine sozialpädagogische Betreuung installiert. "Schwierig ist die Anbindung an die Stadt, da werden wir eine Shuttle-Bus Lösung schaffen müssen", meinte die OB.

Auch ohne die Unterbringung der Asylbewerber wären laut Stadt Kosten für das Ausräumen des Anwesen angefallen. Der Sanierungsaufwand betrage rund 20.000 Euro, nötige Einrichtungsgegenstände werden vom Sozialamt besorgt. Diese Sachausstattungskosten können direkt mit der Regierung abgerechnet werden.

Alternativ habe man an das ehemalige Gesundheitsamt in der Rathausstraße gedacht, das schon länger leersteht. Die Kosten, es als Unterkunft herzurichten, wären aber um ein mehrfaches höher gewesen, außerdem soll es demnächst einem Neubau weichen. "Wenn wir keine weiteren Wohnungen finden, müssen wir wieder an eine Container-Lösung denken", so die Oberbürgermeisterin.

Lange Jahre war das Seehotel im Landschaftsschutzgebiet ein ruhiges Ausflugslokal mit Fremdenzimmern. Der Rosenheimer Unternehmer Professor Dr. Dr. h.c. Anton Kathrein wollte das Grundstück samt Hotel und Seeanteil kaufen, um ein großes Drei-Sterne-Hotel zu errichten. Der Stadtrat verweigerte die Zustimmung; die Stadt machte von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch: Anfang September erwarb die Kommune das Gelände.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Konflikt um geplantes See-Hotel

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