Banküberfall! So fühlt sich ein Opfer

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Dieses Bild lieferte die Videoüberwachung der Sparkasse vom Bankräuber

Rosenheim - Mitgefühl hat der Überfall auf die Sparkasse in der Happinger Straße bei Stefan Eder ausgelöst. Der Rosenheimer Banker hat selbst vor Jahren einen solchen mitgemacht...

"Das war in den 80er Jahren", erinnert sich der Geschäftsstellenleiter der VR-Bank, die gegenüber der überfallenen Sparkasse in Rosenheim liegt. "Der Täter hielt zwei Meter von mir weg einer Kundin ein Messer an den Hals." Geistesgegenwärtig wollte Eder damals den Notfallknopf drücken, von dem er ungefähr einen halben Meter entfernt stand. Doch während er sich dorthin bewegte, schrie der Täter bereits: "Stehenbleiben!"

"Ich erstarrte zu einer Salzsäule", berichtet Eder. "In so einem Moment ist man einfach nur geschockt."

Auch am heutigen Donnerstag sind die Angestellten der VR-Bank geschockt. Immerhin hätte auch sie der Überfall treffen können. "Man weiß nicht, warum sich der Täter die Sparkasse ausgesucht hat", sagt Eder. Er weiß, "man steht gewaltig unter Schock. Manche verkraften das innerhalb von ein paar Tagen, manche benötigen dazu Wochen oder Monate, wenn nicht Jahre. Es gibt auch welche, die verkraften das nie und bleiben ein Leben lang traumatisiert."

Von Seiten des Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverbandes heißt es in "Erstbetreuung und Nachsorge nach Überfällen in Sparkassen": "Derartige Ereignisse wirken sich bei den Betroffenen oft traumatisierend mit länger anhaltenden körperlichen und psychischen Folgeschäden aus." So auch bei einer ehemaligen Kollegin von Eder:"Sie wurde dreimal in der gleichen Filiale von dem selben Täter überfallen. Danach hat sie sich in den Innendienst versetzen lassen."

Banküberfall in der Happinger Straße

"Damit eine akute Belastungsreaktion nicht bzw. nicht so stark entstehen kann, ist es jedoch auch sinnvoll, dass Betreuer (Erstbetreuer) nach einem Überfall direkt vor Ort den Betroffenen zur Seite stehen", empfiehlt der GUVV. "Diese „Erstbetreuer” können von den Sparkassen selbst gestellt werden und in der Akutsituation Unterstützung anbieten (da sein, auf Bedürfnisse eingehen, Angehörige kontaktieren, nach Hause begleiten) und Ansprechpartner und Vermittler zu weiterführender Hilfe sein."

Von Seiten der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling hieß es am Nachmittag: "Die Mitarbeiter haben in dieser kritischen Situation äußerst gut reagiert. Sie haben einen Schock erlitten und werden fürsorglich betreut." Mehr wollten die Verantwortlichen dort mit Rücksicht auf ihre Mitarbeiter nicht bekannt geben.

Polizei erbittet Hinweise zum Täter

Der Bankräuber aus der Happinger Straße ist ca. 20-25 Jahre alt und ca. 175 cm groß. Er trug ein helles Kapuzenshirt mit dünnen, dunklen Querstreifen und Reißverschluss. Auf der linken Vorderseite des Oberteils befindet sich ein kleiner Brustaufdruck. Weiter hatte der Tatverdächtige eine blaue Jeans und weiße Turnschuhe an und eine gelbe Plastiktüte mit roter Aufschrift dabei.

Hinweise über verdächtige Beobachtungen werden an den Polizeinotruf 110 erbeten.

Die Polizei interessiert Folgendes:

  • Wer hat am Donnerstagvormittag, insbesondere zwischen 08:30 – 10:30 Uhr, im Bereich der Happinger Straße verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • Wer hat dort zur besagten Zeit Personen und Fahrzeug gesehen, die mit der Tat in Verbindung gebracht werden könnten?
  • Wer kennt die Person und kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

3000 Euro Belohnung ausgesetzt

Für Angaben, die zur Ergreifung des Gesuchten oder zur Klärung der Tat führen, hat die Sparkasse Rosenheim - Bad Aibling eine Belohnung von 3000 Euro ausgelobt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Abwicklung erfolgt ausschließlich von und über die Sparkasse Rosenheim – Bad Aibling. Von Seiten der Polizei und Staatsanwaltschaft ist keine Belohnung ausgelobt.

Christine Zigon

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