ZiS bringt die Welt in viele Klassenzimmer

Rosenheim - Schick gemacht haben sich die Schüler(innen) der Klasse 3g der Grundschule Happing. Schließlich hat sich zum Auftakt des OVB-Projekts "Zeitung in der Grundschule" eine Fotografin angesagt.

Die Kinder haben fleißig Hüte aus Zeitungspapier gebastelt, die jetzt natürlich aufgesetzt werden. Doch nicht nur deshalb sind die Acht- und Neunjährigen gespannt. Sie freuen sich darauf, was sie in den nächsten zwölf Wochen erwartet, wenn täglich druckfrische Ausgaben des Oberbayerischen Volksblatts ihren Unterricht begleiten.

Rosenheim - Insgesamt nehmen am aktuellen Projekt "Zeitung in der Grundschule" 1238 Schüler in 56 Klassen teil - so viele wie selten zuvor. Sie alle bekommen zwölf Wochen lang morgens die Heimatzeitung druckfrisch ins Klassenzimmer geliefert und starten jeden Unterrichtstag mit dem Lesen der Zeitung. Aufgrund der großen Beteiligung gibt es heuer erstmals zwei Zeiträume. Während für einen kleinen Teil der Klassen am Montag "Zeitungspremiere" war, startet die Mehrzahl Mitte April in das Projekt, das mit Unterstützung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling stattfindet.

Angesichts der bunten, flüchtigen Bilderwelten in Fernsehen und Internet gerät das Lesen bei der jungen Generation rasch ins Hintertreffen. Hier will "Zeitung in der Grundschule" ansetzen: Es soll die Kinder mit dem gedruckten Wort vertraut machen und ihnen ganz nebenbei auch die Welt der Erwachsenen aufschließen. Dabei geht es nicht nur um die Fähigkeit des Lesens an sich, sondern auch darum, wie man die Zeitung richtig nutzt. "Medienkompetenz" heißt das Schlagwort.

Lehrer Danny Albrecht ist in Sachen "Zeitung in der Grundschule" ein "Wiederholungstäter": Bereits zum dritten Mal nimmt er mit einer Klasse an ZiS teil und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht. "Gerade eine Ganztagsklasse hat auch die zeitlichen Kapazitäten, um sich dem Projekt gut zu widmen." Am Nachmittag bieten sich nach seinen Worten viele Möglichkeiten, die Zeitung gezielt in den Stunden einzusetzen und dabei den Unterricht nach den unterschiedlichen Begabungen der Kinder zu differenzieren. Die Möglichkeiten sind vielfältig: "Die Kinder suchen beispielsweise nach verschiedenen Wortarten, sie stellen Artikel vor, die sie interessieren, legen Wörtersammlungen an oder sortieren im Sachunterricht nach bestimmten Themen", erklärt Albrecht. Fächerübergreifend wird so der Unterricht in Deutsch, Heimat- und Sachkunde, Mathematik oder Kunst mit Chiemgau-Zeitung, Mangfall-Bote oder Oberbayerischem Volksblatt gestaltet.

Die achtjährige Pauline ist bereits eine fleißige Zeitungsleserin. Ihr bevorzugtes Interessengebiet: "Alles, was so am Tag passiert." Vor allem Polizeigeschichten haben es ihr angetan: "Ich lese gern, wenn die Polizei Diebe gefangen hat und solche Sachen." Detektivgeschichten sind überhaupt ihre große Leidenschaft. Ihr Klassenkamerad Ammon dagegen verfolgt eher im Sportteil das Geschehen in der Fußball-Bundesliga. Sein Lieblingsverein: FC Bayern München. Klar, dass da alles rund um Ribery, Gomez und Schweinsteiger auf Rieseninteresse stößt. Da passt es auch ganz gut, dass so kurz nach dem ZiS-Start die Bundesliga-Rückrunde beginnt.

Auf was sich Pauline, Ammon und die anderen Kinder schon ganz besonders freuen, ist der Unterrichtsgang zum Abschluss des Projekts. Die Kinder dürfen selbst auf Recherche gehen und mit Block, Bleistift und Kamera in die Rolle des Reporters schlüpfen. "Das wird echt cool", ist Ammon überzeugt. Beim Wunschziel für ihre Exkursion sind sich die beiden einig: "Wir wollen zur Polizei!" Versprechen mochte Lehrer Danny Albrecht freilich noch nichts. "Die Rosenheimer Stadtwerke wären auch nicht schlecht", meint Ammon.

Oberbayerisches Volksblatt

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