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166 Wohneinheiten für 400 Einwohner in Rosenheim

Bürger-Ängste: Geplante Bebauung in Oberwöhr sorgt für hitzige Diskussionen

Baustelle Gerüst (Symbolbild)
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Baustelle (Symbolbild).

Zwischenrufe, hitzige Diskussionen und eine Abstimmung, die wohl doch den ein oder anderen überrascht haben dürfte: Das geplante Wohngebiet im Stadtteil Oberwöhr hat auch in der jüngsten Sitzung des Stadtrates für viele unterschiedliche Emotionen gesorgt.

Rosenheim – „Veränderungen tangieren immer“, sagte Oberbürgermeister Andreas März (CSU) während der Sitzung. Trotzdem sei es seine Aufgabe, solche Veränderungen anzustoßen. Wie eben in der Krainstraße in Oberwöhr. Hier sollen, wie berichtet, 166 Wohneinheiten für knapp 400 Einwohner entstehen. Bebaut werden laut Oberbürgermeister lediglich 30 Prozent der Fläche.

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Die restlichen 70 Prozent bleiben frei. „Das ist eine flächensparende Bauweise“, sagte März. Er erinnerte zudem daran, dass das Rosenheimer Modell zur Anwendung komme, wodurch preiswerter Wohnraum entstehen könne.

300 Stellungnahmen an die Verwaltung

Dass Veränderungen aber auch Ängste und Sorgen hervorrufen können, zeigen die rund 300 Stellungnahmen der Oberwöhrer, die in den vergangenen Monaten bei der Verwaltung eingegangen sind. So befürchten viele Anwohner eine Zunahme des Verkehrs aber auch eine Verschlechterung für die bestehenden Häuser mit Blick auf die Hoch- und Grundwassersituation.

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Die Stadt hat deshalb sieben verschiedene Fachgutachten in Auftrag gegeben, um die Fragen der Bürger zu beantworten und herauszufinden, ob die geplante Bebauung Nachteile für die bestehenden Häuser hat. Und genau das sei laut Oberbürgermeister März nicht der Fall. Auch der zusätzliche Verkehr habe „keine unzumutbaren Auswirkungen“, fuhr er fort. Um weitere offene Fragen zu klären, werde es zudem am Donnerstag, 15. Juli, eine Infoveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum geben, bei der „alle Gutachter Rede und Antwort stehen“.

Kein Grund, Bebauung abzulehnen

„Bei einer Abwägung all dieser Punkte erschließt sich mir die Gegenhaltung einiger Stadträte nicht“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Abuzar Erdogan. In seinen Augen gebe es keinen Grund, die Bebauung abzulehnen, da alle „wasserrechtlichen Fragezeichen beantwortet wurden“.

Ängste der Bürger sind berechtigt

Doch genau hier schienen die Meinungen auseinanderzugehen. Denn 17 Stadträte stimmten gegen die weiteren Schritte. Darunter CSU und AfD. „Die Ängste der Bürger sind berechtigt“, sagte Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU. Sowohl er, als auch sein Fraktionskollege Daniel Artmann kritisierten nicht nur die Massivität der geplanten Bebauung, sondern auch, dass es keine „echte Bürgerbeteiligung gegeben hat“. Sie seien zwar für die Bebauung, aber erst nachdem es einen „intensiven und ehrlichen Austausch“ mit den Bürgern vor Ort gegeben habe.

Zweifel an Gutachten

„Ich glaube den Gutachten nicht“, sagte hingegen Franz Baumann (Freie Wähler/UP) und machte sich dafür stark, dass man mit der Bebauung zumindest solange warte, bis das Hochwasserrückhaltebecken in Feldolling fertig sei. „Wir wollen nicht, dass sich das Hochwasser 2013 wiederholt“, sagte er.

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„Wenn wir alles anzweifeln, dann machen wir am besten nichts mehr“, erwiderte Oberbürgermeister März und erinnerte daran, dass seitdem mehrere Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert wurden. „Ein Restrisiko bleibt“, widersprach Stadträtin Regina Georg (Grüne). Die Gutachten wären lediglich der „Versuch einer Optimierung eines nicht optimalen Gebietes“.

AfD von Anfang an gegen Pläne

Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP sagte, er könnte nicht verstehen, warum die Möglichkeit in Frage gestellt wird, Wohnraum zu schaffen. Peter Rutz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ergänzte, dass er die Art und Weise, wie diskutiert werde, unerträglich finde. Er könne nicht verstehen, dass viele Stadträte jahrelang für das Bauvorhaben gestimmt hätten und jetzt dagegen seien.

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In diesem Zusammenhang machte der Fraktionsvorsitzende der AfD, Andreas Kohlberger, darauf aufmerksam, dass seine Fraktion die Einzige gewesen sei, die von Anfang an gegen das Vorhaben gestimmt habe.

Mit 25:17 stimmte die Mehrheit der Stadträte den weiteren Verfahrensschritten letztendlich dennoch zu.

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