Film geplant

Bully Herbig und Nico Hofmann wollen Siegfried und Roy „ein Denkmal setzen“

Drei Sport- und Showgrößen vereint: Siegfried Fischbacher und Roy Horn posieren im September 1980 mit Box-Champion Muhammad Ali im „Stardust“ in Las Vegas.
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Drei Sport- und Showgrößen vereint: Siegfried Fischbacher und Roy Horn posieren im September 1980 mit Box-Champion Muhammad Ali im „Stardust“ in Las Vegas.

Eigentlich sollte es eine Hommage an zwei lebende Legenden werden: der Kino-Film samt Mini-Serie über „Siegfried und Roy“, das weltberühmte Magier-Duo – ein Großprojekt der UFA in Berlin. Nun ist auch der Rosenheimer Siegfried Fischbacher tot. Bei den UFA-Machern ist die Bestürzung und Trauer groß.

Rosenheim/LasVegas – „Siegfrieds Tod macht unendlich traurig“, sagt Erfolgsproduzent Nico Hofmann (61). „Vor über vier Jahren haben wir unser gemeinsames Filmprojekt begonnen. Jetzt liegt es an uns, dem großartigen Lebenswerk von Siegfried und Roy gerecht zu werden – und wir wollen ein Denkmal setzen“, so der Chef der UFA GmbH.

Das Filmprojekt stemmt das Tochterunternehmen UFA Fictions. Laut Produzent und Geschäftsführer Sebastian Werninger ist das Drehbuch schon sehr weit entwickelt: „Die aktuelle Fassung hat den persönlichen Segen von Siegfried Fischbacher. Noch im Dezember hatten wir uns über die letzten Details verständigt.“

Bully Herbigführt Regie

Nun sei die UFA Fiction in sehr konkreten finalen Verhandlungen zur Finanzierung der Produktion. Die Dreharbeiten sind für 2022 geplant. „Der Tod von Siegfried trifft uns sehr, umso größer ist die Verantwortung, dieser unglaublichen Lebensleistung nun mit einer filmischen Erzählung gerecht zu werden“, so Werninger.

Michael Bully Herbig Regisseur

Der Regisseur und Drehbuchautor für den magischen Film ist ein bekanntes Gesicht: Michael Bully Herbig, vielen ein Begriff aus dem „Schuh des Manitu“. Er sei „unendlich dankbar“ für das Vertrauen, das ihm Siegfried und Roy entgegengebracht hätten, betont der Komiker und Schauspieler: „Ich werde alles dafür tun, dass der Film diesen beiden Ausnahme-Künstlern auch gerecht wird.“

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Herbig (52) bedauert zutiefst, dass er sich nicht mehr persönlich von Siegfried verabschieden konnte. „Aber im Himmel dürfen sie sich jetzt auf die größte Show aller Zeiten freuen.“

Allein die atemberaubenden Shows von Siegfried & Roy in Las Vegas haben über 25 Millionen Menschen gesehen. Am Aufstieg der Wüstenmetropole in Nevada zur Welthauptstadt des Entertainments haben der Niedersachse und der Rosenheimer, die sich 1960 auf dem Passagierdampfer „Bremen“ kennenlernten, entscheidend mitgewirkt.

Spektakuläre Auftritte mit den weißen Tigern

Man darf gespannt sein, wie Bully Herbig („Wickie und die starken Männer“) die spektakulären Auftritte mit den berühmten weißen Tigern in dem Streifen in Szene setzt. „Ich habe Siegfried & Roy Anfang der 90er zum ersten Mal im Mirage in Las Vegas gesehen – und war auf Anhieb fasziniert von ihnen“, erinnert sich Herbig, der 2018 für den Film „Ballon“ seine erste nicht als Komödie angelegte Regiearbeit ablieferte.

Die Rechte an der Verfilmung des Lebens der beiden deutschen Star-Magier hatten sich die Geschäftsführer Nico Hofmann (UFA) und Sebastian Werninger (UFA-Fiction) bereits 2016 gesichert, nachdem die Planungen für einen ARD-Sechsteiler wegen zu hoher Kosten im Sand verliefen. Die UFA GmbH, 1917 als Ufa gegründet, ist eng mit der Geschichte des deutschen Films verbunden und zählt zu den ältesten Filmfirmen in Europa.

Nico Hofmann Produzent

Ob in Rosenheim gedreht wird?

Die emotionale und authentische Film-Biografie soll die gesamte gemeinsame Lebensgeschichte des Magier-Duos abdecken. Ob Siegfrieds Geburtsstadt dabei vorkommt, ob sogar in Rosenheim gedreht wird wer Fischbacher und Horn in dem Streifen verkörpert – das verrät die UFA noch nicht. „Dafür ist es noch zu früh“, sagte Sprecherin Maja Genowa im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Zuletzt hatten sich Hofmann und Herbig im Februar 2020 mit Siegfried und Roy in Las Vegas getroffen. Drei Monate später starb Horn im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung. „Roy und ich haben sehr eng mit Nico und Bully zusammengearbeitet, um die Geschichte unseres Lebens zu erzählen – sowohl auf als auch abseits der Bühne“, hatte Siegfried im Sommer 2020 kurz nach dem Tod seines Partners gesagt. Der Film solle eine „letzte Hommage an einen besonderen Menschen“ sein.

Damals ahnte Siegfried noch nicht, dass auch ihm nur noch ein halbes Jahr bleiben würde. Vor wenigen Tagen folgte der berühmteste Sohn Rosenheims seinem Partner aus dem hohen Norden nach einer Krebserkrankung im Alter von 81 Jahren in den Tod. Doch in den zauberhaften Erinnerungen sihrer Fans, den vielen Bildern und im UFA-Film leben die Magier weiter. Nico Hofmann dazu: ,Let it be magic, that‘s bigger than life‘ – das würden die beiden sagen.“

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