Bundespolizist spendet Leben

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Polizeikommissar Benjamin Masel von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim freut sich, einer 32-Jährigen „Leben gespendet“ zu haben

Rosenheim - Dank der Typisierungsaktion „Mathias braucht Dich“ für den aufgeweckten Buben aus Schleching im Januar wurden weitere Spender zu Lebensrettern.

Über 5000 Frauen und Männer aus den umliegenden Landkreisen, darunter zahlreiche Prominente aus Sport und Politik, unterstützten die Aktion unter der Schirmherrschaft von Alois Glück. Auch viele Beamte der Bundespolizei in Rosenheim machten mit.

Geeignete Spender für Mathias wurden dabei zwar nicht gefunden – dafür aber wenig später mit Hilfe der „Deutschen Knochenmarkspenderdatei“ (DKMS) gleich mehrere potentielle Lebensspender in den weltweiten Datenbanken. Natürlich blieben auch die für Mathias gewonnenen Daten bei der DKMS gespeichert und führten jetzt zu einer vorgezogenen lebensrettenden Weihnachtsbescherung für eine an akuter Leukämie erkrankte 32-Jährige. Der Rosenheimer Bundespolizist Benjamin Masel spendete kürzlich Stammzellen und damit „Leben“. Dafür wurde er nun mit einer Urkunde der DKMS ausgezeichnet.

Der 31-jährige Kommissar von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim hatte längst nicht mehr an seine im Januar abgegebene Blutspende gedacht, bis er Anfang September von der DKMS um eine weitere Blutspende gebeten wurde, da er möglicherweise als Spender in Frage käme. Diese Blutprobe und eine dringlich anberaumte Voruntersuchung im Oktober bestätigten: er kommt als Spender für eine an akuter Leukämie erkrankte 32-Jährige in Betracht.

Schließlich wurde es für Masel ernst: Anfang November reiste er zur peripheren Stammzellenspende nach Dresden. Zwei Tage vorher wurden ihm ein Wachstumsfaktor zur Anregung der Stammzellenproduktion gespritzt, die Stammzellenspende selbst war nach dreieinhalb Stunden ohne größere Komplikationen vorbei. „Als es tatsächlich losging, hatte ich schon ein etwas mulmiges Gefühl“, so der Polizeikommissar, „aber ich wurde von der DKMS umfassend über alle Risiken – die bei dieser Art zu spenden minimal sind – aufgeklärt. Auch sonst hatte die DKMS alles bestens organisiert. Und die wenige Tage anhaltenden Schmerzen im Brust- und Beckenbereich, ausgelöst durch das Verabreichen des Wachstumsfaktors, nahm ich gerne in Kauf, wenn ich dadurch einem anderen die Chance auf ein Weiterleben geben kann“, so Masel, der jederzeit wieder spenden würde.

Von der Empfängerin weiß Masel nur, dass es sich um eine 32 Jährige Frau aus Deutschland handelt, die an einer akuten Form der Leukämie leidet. Mehr darf aus Datenschutzgründen nicht bekannt gegeben werden. „Ich habe von der Frau aber schon eine sehr schöne selbst gemalte Dankeskarte erhalten und weiß von der DKMS, dass es ihr gesundheitlich schon besser geht. Das freut mich natürlich riesig“, so der 31-Jährige.

Auch der Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, Polizeidirektor Jürgen Mause, freute sich über das vorbildliche Engagements seines Mitarbeiters, dem er dafür jetzt eine Urkunde der DKMS überreichen durfte.

Das erfreuliche Ergebnis der Typisierungsaktion zeigt einmal mehr, dass jeder Einzelne zählt, so die DKMS. Die 1991 aus einer privaten Initiative heraus gegründete „Deutsche Knochenmarkspenderdatei“ hat sich innerhalb kürzester Zeit mit heute mehr als zwei Millionen registrierten Spendern zur weltweit größten Einzeldatei entwickelt. Durchschnittlich erhalten jeden Tag mindestens acht Patienten Stammzellen von Spendern aus der DKMS, mehr als 18.000 Mal konnte ein DKMS-Spender einem Patienten die Chance auf Leben geben. Trotz dieser positiven Entwicklung kann für jeden fünften Patienten ohne passenden Familienspender kein geeigneter Fremdspender gefunden werden. Erklärtes Ziel der DKMS ist es daher, durch den weiteren Ausbau der Datei für möglichst alle Patienten einen geeigneten Lebensspender zu finden. Und mitmachen kann jeder. Grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren kann sich als potenzieller Spender registrieren und typisieren lassen, darüber hinaus werden dringend Geldspenden benötigt, um die Typisierungskosten finanzieren zu können. Und auch dabei zählt jeder Euro.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dkms.de

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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