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Ergebnisse und Stimmen im News-Ticker

Aiwanger muss nach „unwürdigem“ Verhalten zum Rapport - SSW erstmals seit 70 Jahren wieder im Bundestag

Koalitionspartner in Bayern: Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
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Koalitionspartner in Bayern: Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

München/Berlin/Landkreis - Deutschland hat gewählt. Am Sonntag (26. September) haben die Bürger über die Zusammensetzung des neuen Bundestags abgestimmt. Die Kanzlerfrage scheint jedoch noch nicht endgültig entschieden zu sein. Ergebnisse, Stimmen und Reaktionen am Montag (27. September) gibt es hier im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vorläufiges amtliches Endergebnis: SPD 25,7 Prozent, CDU/CSU 24,1 Prozent, Grüne 14,8 Prozent, FDP 11,5 Prozent, AfD 10,3 Prozent, Linke 4,9 Prozent.
  • Knappes Ergebnis: Sowohl SPD als auch Union erheben Regierungsanspruch
  • Bayern schickt 116 Abgeordnete (+8) in den neuen Bundestag

Wer wird der neue Bundeskanzler? Am Sonntag (26. September) wählte Deutschland seinen neuen Bundestag (News-Ticker Sonntag, 26. September). Die Wähler durften bei der Bundestagswahl 2021 je zwei Stimmen abgeben - die Erststimme für einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis und die Zweitstimme für eine Partei. rosenheim24.de hält Euch auch am Montag (27. September) über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden.

Bundestagswahl in der Region

Live-Ticker Wahlkreis Rosenheim

Live-Ticker Wahlkreis Traunstein und BGL

Live-Ticker Wahlkreis Mühldorf und Altötting

Update, 18.39 Uhr - SSW erstmals seit rund 70 Jahren wieder im Bundestag

Erstmals seit rund 70 Jahren zieht der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) mit einem Abgeordneten wieder in den Bundestag ein. Die Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen hatte zum ersten Mal seit 60 Jahren wieder an einer Bundestagswahl teilgenommen. Sie ist als Partei der nationalen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgeschlossen und musste nur so viele Stimmen gewinnen, dass ihr nach dem Berechnungsverfahren ein Sitz zusteht.

Gewählt werden konnte der SSW nur in Schleswig-Holstein. Für den SSW sitzt künftig der Flensburger Stefan Seidler - ein Vertreter der dänischen Minderheit - formal als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament. Bereits früh am Abend sahen Hochrechnungen den SSW mit einem Abgeordneten im Bundestag. In Schleswig-Holstein ist der SSW seit Jahrzehnten eine feste Größe und im Landtag sowie vielen Kommunalparlamenten vertreten. Von 2012 bis 2017 war die Partei zudem an der Landesregierung beteiligt. Gegründet wurde der SSW 1948 auf Anordnung der britischen Militärregierung als politische Interessenvertretung der dänischen Minderheit. Bei der Gründung schlossen sich auch die nationalen Friesen in Nordfriesland der Partei an.

Update, 17.36 Uhr - Aiwanger muss zum Rapport - Söder hat nach Lapsus Redebedarf

So nicht! Bayerns Ministerpräsident ruft nach eine Reihe geschlagener Wahlkampf-Wunden seinen Vize Hubert Aiwanger zur Räson. Man müsse reden, sagt Söder - und macht deutlich, dass dieses Gespräch nicht nur angenehm werden könnte.

Verfassungsklagen gegen die eigene Regierungspolitik und Impfverweigerung auf der einen, Sticheleien und Bloßstellungen auf der anderen Seite: Die ohnehin in unruhigem Fahrwasser befindliche bayerische Regierungskoalition aus CSU und Freien Wählern ist nach der Bundestagswahl am Sonntag in die nächste Krise gestürzt. Das persönliche Verhältnis der beiden Protagonisten Markus Söder und Hubert Aiwanger darf als belastet gelten - eine Dauerbelastung für das Regierungshandeln will Söder unbedingt vermeiden.

Aiwangers Verhalten sei eines stellvertretenden Ministerpräsidenten unwürdig, urteilte Söder am Montag in einer CSU-Vorstandssitzung nach Angaben von Teilnehmern - ein neuer Tiefpunkt in der vor drei Jahren geschlossenen schwarz-orangefarbenen Zweckehe. Stein des Anstoßes war ein per Twitter verbreiteter Fauxpas Aiwangers.

Um die Beziehung nicht platzen zu lassen, will Söder nun das Gespräch suchen. Und das wird - anders kann man Söders Tonfall nach einer Parteivorstandssitzung am Montag nicht deuten - kein netter Plausch unter Freunden. „Wir haben auf jeden Fall größeren Gesprächsbedarf“, sagte Söder. „Das muss besprochen werden, und zwar intensiv und dann auch mit verbindlichen Festlegungen für die Zukunft“, betonte er.

Aiwanger hatte sich am Wahltag einen Lapsus geleistet, der in der CSU als nahezu unverzeihlich eingestuft wird. Der Freie-Wähler-Chef postete auf Twitter am Nachmittag das Ergebnis von Wählerbefragungen und fügte der Tabelle gleich noch einen Wahlaufruf für seine Partei an - politisch unanständig und wohl auch ein Gesetzesverstoß. Landtagsvizepräsidentin Ilse Aigner sprach von einem „großen Schaden“, den Aiwanger angerichtet habe, CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte schon am Sonntag das Wort „Wahlmanipulation“ verwendet.

Update, 16.30 Uhr - CDU-Politikerin fordert Rücktritt von Laschet

Nach der CDU-Niederlage bei der Bundestagswahl 2021 werden erste Stimmen innerhalb der Partei laut, die Kanzlerkandidat Armin Laschet zum Rücktritt auffordern. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag von Rheinland-Pfalz, Ellen Demuth, übte nach der Pressekonferenz des CDU-Vorsitzenden harsche Kritik.

Einem Post auf der Social-Media-Platform Twitter schrieb Demuth: „Ich wünschte, dieser Tweet wäre überflüssig. Ich wünschte, es gäbe eine Selbsterkenntnis. Nach der bedenklichen PK eben bleibt mir leider nur zu sagen: Armin Laschet, Sie haben verloren. Bitte haben Sie Einsicht. Wenden Sie weiteren Schaden von der CDU ab und treten Sie zurück.“

Update, 16.02 Uhr - Baerbock über Gemeinsamkeiten von Grünen mit der FDP: „Essen alle drei gerne Eis“

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat ein paar nicht ganz ernst gemeinte Gemeinsamkeiten mit der FDP-Spitze verraten. „Also Christian Lindner und ich sind beide ziemlich gleich alt (...). Robert Habeck und Christian Lindner sind beides Männer (...). Und wahrscheinlich essen wir alle drei gerne Eis“, sagte Baerbock am Montag sichtlich amüsiert und halb im Scherz in Berlin auf die Frage einer Journalistin, ob es zwischen Grünen und FDP „abseits von Digitalisierung, Bürgerrechte und Cannabis“ auch „überraschende Gemeinsamkeiten“ gebe. Die beiden ersten Punkte seien zwar wenig überraschend, räumte die Grünen-Chefin später ein, aber immerhin Schnittmengen.

In etwas ernsterem Ton erklärte Baerbock außerdem, dass es bei den anstehenden Gesprächen zwischen Grünen und Liberalen neben Gemeinsamkeiten vor allem darauf ankomme, vertrauensvoll miteinander reden zu können. „Sonst ist es schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“

Update, 15.50 Uhr - Bayern hat höchste Wahlbeteiligung aller Bundesländer

Die Bayern waren bei der Bundestagswahl am fleißigsten. Mit 79,8 Prozent weist der Freistaat die höchste Wahlbeteiligung aller Bundesländer auf, wie aus vorläufigen Zahlen des Bundeswahlleiters vom Montag hervorgeht. Sie liegt damit 3,2 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Auch gegenüber 2017 stieg die Wahlbeteiligung. Damals hatte sie in Bayern bei 78,1 Prozent gelegen. Die zweithöchste Wahlbeteiligung aller Länder gab es dem Bundeswahlleiter zufolge am Sonntag mit 78,3 in Schleswig-Holstein, die niedrigste mit 67,9 in Sachsen-Anhalt.

Innerhalb Bayerns lag die Wahlbeteiligung laut Landeswahlleiter im Wahlkreis München Land mit 84,8 Prozent am höchsten. Dahinter folgten Starnberg - Landsberg am Lech mit 84,3 und Erding - Ebersberg mit 83,9. Den niedrigsten Wert gab es in Nürnberg Süd mit 73,1 Prozent. Dahinter folgen Augsburg-Stadt mit 73,9 und Traunstein mit 74 Prozent.

Auf Regierungsbezirkebene führen Unterfranken mit 81,2 und Oberbayern mit 80,9 Prozent. Am seltensten wurde in Niederbayern mit 77,5 und Schwaben mit 78,9 Prozent gewählt.

Update, 15.17 Uhr - Kein CSU-Abgeordneter mehr über 50 Prozent

Für die CSU ist die Bundestagswahl 2021 gelinde gesagt nicht sehr gut verlaufen. Eine weitere Zahl unterstreicht den Abwärtstrend der Christsozialen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten konnte kein Abgeordneter der CSU auf über 50 Prozent der Erststimmen kommen. Wenn man das mit der Bundestagswahl 2017 vergleicht, haben die haben die Christsozialen auch bei diesen Stimmen stark eingebüßt und kommen nun nur noch auf 36,9 Prozent, wie aus dem vom Landeswahlleiter am Montag veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen hervorgeht.

Das sind über 7 Prozentpunkte weniger als 2017. Von den einst in Bayern gewohnten turmhohen Erststimmenmehrheiten für die CSU war bei dieser Wahl nichts mehr zu sehen. 2013 hatten die CSU-Kandidaten landesweit noch knapp 54 Prozent der Erststimmen geholt, in neun Wahlkreisen sogar über 60 Prozent. Dennoch war auch bei dieser Bundestagswahl in ländlichen Wahlkreisen der Vorsprung der CSU nach wie vor häufig zweistellig. Als einzige Partei im Bundestag ist die CSU mit keinem einzigen Listenkandidaten im Bundestag vertreten, alle 45 Abgeordneten sind direkt gewählt.

Mit dem bayernweit niedrigsten Ergebnis erfolgreich war im Münchner Norden der CSU-Abgeordnete Bernhard Loos, der seinen Wahlkreis mit 25,7 Prozent gewann. Und mit dem bayernweit knappsten Vorsprung ins Ziel kam der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger im Wahlkreis München West, der laut vorläufigem Ergebnis mit 27 Prozent und 146 Stimmen Abstand vor dem Zweitplatzierten Dieter Janecek (Grüne) mit 26,9 Prozent lag.

Update, 14.41 Uhr - Nach Wahl-Skandal - Söder bittet Aiwanger zum Rapport: „Das darf nicht sein“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Koalitionspartner Freie Wähler um Parteichef Hubert Aiwanger zur Räson gerufen. Ein dauerhaftes Verhalten wie zuletzt der Freien Wähler im Wahlkampf stelle eine „innere Belastung einer Regierung dar“, sagte Söder. „Das darf nicht sein.“ Es gebe Bedarf für intensive Gespräche.

Aiwanger hatte am Sonntag noch während der laufenden Stimmabgabe Zahlen aus einer Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen auf Twitter verbreitet - verbunden mit dem Aufruf, die „letzten Stimmen“ den Freien Wählern zu geben. Der Tweet wurde nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Der Bundeswahlleiter prüft einen Verstoß gegen das Wahlgesetz. Aiwanger bezeichnete den Eintrag am Montag auf seinem Twitter-Konto als „Missgeschick“.

Söder sagte, er sei sich nicht sicher, ob es sich tatsächlich um ein Missgeschick handelte. „Apartheid, Impfen, Klagen - es häufen sich die so genannten Missgeschicke“, sagte Söder mit Blick auf aktuelle und frühere Streitpunkte mit Aiwanger.

Söder wies zudem darauf hin, dass Aiwangers Freie Wähler bei der Bundestagswahl im Vergleich zu vor vier Jahren etwa vier Prozentpunkte hinzugewonnen haben.

Update, 14.08 Uhr - Das sagt Armin Laschet zur Wahlniederlage

Update, 14.20 Uhr - Laschet will schnelle Einigung

Am Ende seines Statements geht Laschet auf Gemeinsamkeiten mit der FDP und den Grünen ein. Er wolle die Verhandlungen nicht zu sehr in die Länge ziehen. Dies könne nicht, wie im Vergleich zu den Verhandlungen bei der letzten Bundestagswahl, das Verfahren sein.

Laschet bedankte sich bei den Wählerinnen und Wählern, die in gewählt haben. Danach gab er das Mikrofon an CDU-Generalsekretär Paul Zemiak weiter.

Update, 14.17 Uhr - Laschet setzt auf „Jamaika-Koalition“

Der Kanzlerkandidat der Union zeigt sich aber überzeugt, dass eine Regierung unter der Führung der Union das Beste für Deutschland sei. Aus dem Ergebnis könnten weder Union noch SPD einen Anspruch auf eine Regierung ableiten.

„Kanzler wird der, der eine Mehrheit im Bundestag hinter sich bringt“, so Laschet. Er betonte, dass man offen für eine Jamaika-Koalition sei. Jeder müsse sich aber in der Koalition wiederfinden können. Es müsse ein gemeinsames Projekt der Parteien sein. Es dürfe keine Zweckehe sein.

Update, 14.13 Uhr - Laschet nimmt Schuld am Ergebnis auf sich

Zu Beginn der Pressekonferenz gab sich Laschet fair. Er gratulierte den „mitbewerbenden Parteien, die zugelegt haben.“ Er selbst wisse, dass er einen Anteil an diesem Ergebnis habe.

Der CDU-Vorsitzende erklärte, dass es „intensiven Gespräche“ in den Sitzungen innerhalb der Partei gegeben habe. Dieses Ergebnis kann, darf und wird die Union nicht zufrieden stellen.“ Man habe „schmerzliche Verluste“ zu beklagen.

Update, 13.57 Uhr - In Kürze live: So erklärt Armin Laschet seine Wahlniederlage

Um circa 14 Uhr wird sich auch Armin Laschet zu den Ergebnissen der Bundestagswahl äußern. Auch wird erwartet, dass er mehr zu den weiteren Vorgängen in Bezug auf eine eventuelle Koalitions-Bildung mit den Grünen und der FDP erklären wird.

Update, 13.39 Uhr - FDP beschließt Vorsondierungen mit Grünen

Die FDP hat ihrer Vorstandssitzung beschlossen, erste Gespräche mit den Grünen aufzunehmen. „Wir haben beschlossen, dass wir Vorsondierungen mit Bündnis 90/Die Grünen aufnehmen“, so FDP-Chef Christian Lindner bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung in Berlin. Er sei von seiner Partei beauftragt worden, die Gespräche zu führen. Dana sei man für Einladungen der CDU oder SPD offen, so diese kommen würden.

Update, 13.15 Uhr - Statement von Markus Söder zur Bundestagswahl

Update, 13.30 Uhr - „Bayerische Handschrift“ bei Regierungsbeteiligung wichtig

Als Bedingung für eine Regierungsbeteiligung betone Söder, dass bei dieser dann auch eine „bayerische Handschrift“ wichtig sei. „Erneuern geht am besten in der Regierung. Aber nur, wenn man diese Erneuerungen tatsächlich durchsetzen kann.“ Mit Laschet befinde sich der CSU-Mann im ständigen Austausch.

Update, 13.26 Uhr - Corona Mitschuld an Wahlschlappe

Also Mitgrund für die Wahlschlappe hat der bayerische Ministerpräsident die Corona-Pandemie ausgemacht. Volksfeste hätten deshalb nicht stattfinden können. Dies sei ein Nachteil gewesen, denn „nur Begegnung schafft Emotion und hilft auch zu erklären“.

Das Angebot, an einer Regierung beteiligt sein zu wollen, bekräftigte der CSU-Chef. Das mache man „aus Verantwortung“. Aber: man wolle sich auch nicht anbiedern. Eine Regierungsbeteiligung in einer Jamaika-Koalition könne nicht um jeden Preis erfolgen, so Söder.

Update, 13.22 Uhr - Söder über Wahl in Bayern

Markus Söder beginnt die Pressekonferenz mit klaren Worten: „Wenn man so viele Stimmen verliert, dann kann man das nicht schön reden.“ Man freue sich aber dennoch im Hinblick auf die Direktmandate. In Nünberg und München habe man starke Ergebnisse eingefahren.

Update, 12.55 Uhr - Aiwanger äußert sich zu Wahl-Skandal - und spricht von „Missgeschick“

Hubert Aiwanger hat sich nach dem Skandal um vorab veröffentlichte Wahlprognosen erstmals geäußert. Der Freie-Wähler-Chef sagte am Montag im Gespräch mit dem BR Fernsehen, sein Twitter-Post sei ein „Missgeschick“ gewesen. Es sei keine „böser Absicht oder sonst was dahinter gestanden.“ Der Post sei kurz nach seiner Veröffentlichung wieder gelöscht worden. Weitere Details wolle man klären.

Das Verbreiten dieser als Exit Polls bekannten Umfragen vor Schließung der Wahllokale gilt als nicht zulässig.

Der Freie-Wähler-Chef hatte am Sonntagnachmittag auf seinem Twitter-Account die vorläufigen Prognose-Ergebnisse eines Umfrageinstituts veröffentlicht und dies gleich mit einem letzten Wahlaufruf für die Freien Wähler verbunden. Die CSU warf ihm daraufhin Wahlmanipulation vor. „Das geht gar nicht“, sagte Ministerpräsident Markus Söder und kündigte eine Aufarbeitung an.

Auch der Bundeswahlleiter hat sich eingeschaltet und prüft den Vorfall. Es besteht die Möglichkeit, dass Aiwanger mit seinem Tweet gegen Paragraf 32 Absatz 2 des Bundeswahlgesetzes verstoßen hat, so der Bundeswahlleiter am Montag gegenüber der dpa (siehe Update 11.32 Uhr).

Update, 12.28 Uhr - Laschet mit Angriff auf SPD-Kandidat: „Scholz ist nicht der König“

Wie die BILD berichtet, hat Laschet in der Sitzung des Bundesvorstandes der CDU den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz angegriffen. Nach Informationen des Blattes wurde der CDU-Vorsitzende bei der Zusammenkunft deutlich: „Die Grünen wollen, dass wir uns vorbereiten, in einer möglichen Regierung mitzuwirken. Man darf nicht überheblich auftreten, das gilt auch für Olaf Scholz. Scholz ist nicht der König.“

Scholz hatte ein Angebot an die Parteien der Grünen und der FDP gemacht, sich in einer sogenannten „Ampel-Koalition“ unter Führung der SPD zusammenzufinden.

Laschet will trotz seiner Wahlniederlage ebenfalls mit den Parteien reden und ein „Jamaika“-Bündnis schließen. Damit wäre die SPD außen vor und würde sich in der Opposition wiederfinden.

Update, 11.32 Uhr - Bundeswahlleiter prüft Aiwangers Twitter-Post vom Wahlabend

Hubert Aiwanger steht Ärger ins Haus. Nachdem der Freie-Wähler-Parteichef auf Twitter vorab Wahl-Prognosen veröffentlichte, prüft der Bundeswahlleiter jetzt einen Verstoß gegen das Wahlgesetz. Demnach bestehe die Möglichkeit, dass Aiwanger mit seinem Tweet gegen Paragraf 32 Absatz 2 des Bundeswahlgesetzes verstoßen habe. Das teilte der Bundeswahlleiter der dpa am Montag mit.

In dem betreffenden Absatz heiß es: „Die Veröffentlichung von Ergebnissen von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe über den Inhalt der Wahlentscheidung ist vor Ablauf der Wahlzeit unzulässig.“ Aiwanger wollte bislang keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben. Der Post wurde umgehend nach der Veröffentlichung wieder gelöscht.

Der Freie-Wähler-Chef hatte am Sonntagnachmittag auf seinem Twitter-Account die vorläufigen Prognose-Ergebnisse eines Umfrageinstituts veröffentlicht und dies gleich mit einem letzten Wahlaufruf für die Freien Wähler verbunden. Die CSU warf ihm daraufhin Wahlmanipulation vor. „Das geht gar nicht“, sagte Ministerpräsident Markus Söder und kündigte eine Aufarbeitung an.

Update, 11.12 Uhr - CSU mit herber Kritik an Laschet: „Er hat jedes Fettnäpfchen mitgenommen“

CSU-Vorsitzender Markus Söder stimmt mit Laschet anscheinend überein, dass es eine Jamaika-Koalition „um jeden Preis“ geben soll. Das soll der bayerische Ministerpräsident auf der Vorstandssitzung der CSU am Montagvormittag gesagt haben. Unter anderem der „Münchener Merkur“ und die dpa hatten darüber berichtet. Es gebe aber keinen Anspruch der Union auf die Regierung, nur ein Angebot.

Währenddessen hat die CSU mit der Aufarbeitung des Wahlkampfes begonnen. Und die fällt auf den ersten Blick schonungslos aus. Vor allen Dingen Armin Laschet wird herb kritisiert. „Kurs, Kampagne und Kandidat“ seien die „Schwächen“ des Wahlkampfes gewesen. Das soll CSU-Landesgruppenchef Alexandr Dobrindt laut der Zeitung „Welt“ gesagt haben. Wie der „Merkur“ weiter berichtet, soll der Landesvorstand der Jungen Union, Christian Doleschal, hart mit Laschet ins Gericht gegangen sein: „Er hat jedes Fettnäpfchen mitgenommen, das geht.“

Update, 10.20 Uhr - Scholz sieht „sichtbaren Auftrag“ für Ampel-Koalition

Wahlsieger Olaf Scholz (SPD) hat am Morgen nach der Bundestagswahl den Anspruch der Sozialdemokraten zur Regierungsbildung bekräftigt. Die SPD habe den Auftrag bekommen, die Regierung zu bilden - im Bund und bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin, sagte Scholz am Vormittag im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

Die Wähler hätten drei Parteien gestärkt, sagte er mit Blick auf SPD, Grüne und FDP. Dies sei ein „sichtbarer Auftrag“ für eine Regierung. Die Union hingegen solle nicht mehr regieren. „Sie sollen jetzt nicht mehr in der Regierung sein, sondern in die Opposition gehen“, sagte Scholz, der ergänzte: „Jetzt ist Pragmatismus und Führungskunst gefragt.“ Die SPD wolle „in Ruhe“ zustande bringen, was nun gefragt sei. „Wir werden das, was uns die Bürger als Aufgabe gegeben haben, umsetzen“, so Scholz und ließ damit wohl durchblicken, dass er für die neue Regierung eine sogenannte Ampel-Koalition aus den drei o.g. Parteien favorisiert.

Update, 9.50 Uhr - Diese Kandidaten aus der Region sind im Bundestag

Insgesamt haben sechs Kandidaten aus der Region den Einzug in den neuen Bundestag geschafft: Zum einen sind dies die drei CSU-Direktkandidaten Daniela Ludwig (Wahlkreis Rosenheim, 36,1 Prozent), Stephan Mayer (Wahlkreis Mühldorf-Altötting, 43,3 Prozent) und Dr. Peter Ramsauer (Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land, 36,6 Prozent).

Vervollständigt wird das Sextett von Dr. Bärbel Kofler (SPD, Traunstein), Sandra Bubendorfer-Licht (FDP, Altötting) und Ates Gürpinar (Linke, Rosenheim), die über die Landeslisten ihrer Parteien den Einzug ins Parlament schafften.

Update, 9.20 Uhr - Pressestatement von Olaf Scholz (SPD)

Update, 8.20 Uhr - Werteunion fordert Rücktritt von Laschet und Söder

Nach den schweren Verlusten der Union bei der Bundestagswahl fordert die Werteunion eine umfassende personelle Neuaufstellung. „Vorstand und Parteivorsitzende von CDU und CSU” - also Armin Laschet und Markus Söder - „müssen die Konsequenzen aus dem Wahldebakel bei der Bundestagswahl vom 26. September ziehen und mit sofortiger Wirkung zurücktreten”, erklärte der Zusammenschluss ultrakonservativer Unionsmitglieder in der Nacht zum Montag. Die Vorstände sollten von alle Mitgliedern der Union - und nicht nur Delegierten - neu gewählt werden.

In der 16-jährigen Kanzlerschaft Angela Merkels habe die Union „einen fatalen Linkskurs eingeschlagen” und sei nun erstmals seit langem nicht stärkste Kraft. „Der Bundesvorstand hat diesen Kurs mitgetragen und das jetzige Wahldebakel mit zu verantworten”, hieß es. Sollte es zu Koalitionsverhandlungen der Union mit anderen Parteien kommen, fordert die Werteunion eine Regierungsbildung ohne Beteiligung der Grünen.

Update, 7.45 Uhr - So geht es am Montag bei Union und SPD weiter

Wie geht es nach dem Wahl-Desaster bei der Union weiter? Ab 9 Uhr sitzt das CDU-Präsidium zusammen, ab 11 Uhr bespricht der Bundesvorstand das Wahlergebnis, um 12 Uhr folgt der Parteivorstand - anschließend will CDU-Chef Armin Laschet gegen 13.30 Uhr eine Pressekonferenz halten. Der Vorstand der CSU tagt parallel dazu ab 10 Uhr in München. Anschließend will sich Ministerpräsident Markus Söder gegen 13 Uhr ebenfalls öffentlich äußern.

Beim Wahlsieger ist der Ablauf ähnlich: Um 9 Uhr soll es ein Pressestatement der SPD im Willy-Brandt-Haus geben. Anschließend folgen eine Präsidiumssitzung (9.30 Uhr) und eine offizielle Pressekonferenz (11 Uhr). Um 12 Uhr tagt der Bundesvorstand, anschließend folgen interne Beratungen der Fraktion sowie des geschäftsführenden Vorstandes.

Update, 7.30 Uhr - Bayern schickt 116 Abgeordnete nach Berlin

Bayern schickt zukünftig mehr Bundestagsabgeordnete nach Berlin. Insgesamt werden nach Zahlen des Bundeswahlleiters vom Montag (27. September) 116 Abgeordnete über die bayerischen Landeslisten und mit Direktmandaten entsandt. Das sind acht mehr als nach der Bundestagswahl 2017.

Die CSU kommt auf 45 Abgeordnete - einen weniger als vor vier Jahren und allesamt Wahlkreisgewinner. Die SPD legt um fünf auf 23 zu. Dahinter folgen die Grünen mit 18 Mandaten - darunter erstmals für die Partei auch ein Direktmandat und sieben mehr als 2017. Die FDP gewinnt zwei Mandate hinzu und kommt auf 14, während die AfD zwei verliert und auf zwölf sinkt. Die Linke schließlich schickt aus Bayern künftig vier Abgeordnete nach Berlin, drei weniger als vor vier Jahren.

Update, 6.40 Uhr - Grüne und FDP als „Königsmacher“

Nach der Bundestagswahl beginnt nun das schwierige Ringen um die Regierungsbildung. Die SPD ist nach der Auszählung aller Wahlkreise zwar stärkste Kraft geworden und will mit Olaf Scholz den nächsten Kanzler stellen - die Union erhebt aber trotz ihrer historischen Niederlage ebenfalls den Anspruch, die Regierung anzuführen. Beide setzen dafür auf ein Bündnis mit Grünen und FDP. Das Buhlen um die potenziellen Partner hat bereits begonnen.

Zunächst beraten an diesem Montag die Parteigremien über den Ausgang der Wahl. Die Union sucht eine Strategie, um nach dem Wahldebakel die Macht zu retten. Für ihren unterlegenen Kanzlerkandidaten, CDU-Chef Armin Laschet, könnte das politische Überleben davon abhängen. Die Ergebnisse wollen die Parteien nach den Beratungen vor den Medien analysieren. Bei der FDP konstituiert sich bereits die neue Bundestagsfraktion.

Rechnerisch einzig mögliches Zweierbündnis ist eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es zum ersten Mal seit den 50er-Jahren im Bund ein Dreierbündnis geben. Laschet sicherte etwaigen Partnern bereits zu, sie sollten in einer Regierung unter ihm durchaus mit eigenen Positionen sichtbar sein. FDP-Chef Christian Lindner schlug noch am Wahlabend vor, dass sich Liberalen und Grüne vorab zusammensetzen, um Schnittmengen und Streitpunkte zunächst untereinander auszuloten, bevor es in Sondierungen geht. Sein Vize Wolfgang Kubicki unterstützte das in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Lindner würde lieber mit Laschet koalieren, die Grünen lieber mit Scholz. Wann grün-gelbe Gespräche beginnen, war zunächst nicht bekannt.

Update, 5.25 Uhr - Knapper Sieg für die SPD

Die SPD hat die Bundestagswahl knapp gewonnen. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis wurden die Sozialdemokraten mit Olaf Scholz am Sonntag stärkste Partei. Die CDU/CSU stürzte nach 16 Jahren Regierung von Kanzlerin Angela Merkel mit Armin Laschet auf ein Rekordtief. Trotzdem reklamierte am Wahlabend nicht nur Scholz, sondern auch Laschet den Auftrag zur Regierungsbildung für sich. Beide streben eine Koalition mit Grünen und FDP an. Die wollen jetzt erst einmal untereinander reden.

Nach dem Ergebnis der Auszählung aller Wahlkreise verbessert sich die SPD auf 25,7 Prozent (2017: 20,5). Sie schafft damit einen steilen Aufschwung, noch im Frühsommer hatte sie in Umfragen mit rund 15 Prozent auf Platz drei gelegen. Die Union dagegen erlebt ein historisches Debakel, sie kommt nur noch auf 24,1 Prozent (32,9). Die Grünen erzielen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ihr bislang bestes Ergebnis im Bund, bleiben mit 14,8 Prozent (8,9) aber hinter den Erwartungen zurück. Die FDP verbessert sich auf 11,5 Prozent (10,7).

Die AfD, bisher auf Platz drei, kommt nur noch auf 10,3 Prozent (12,6). In Thüringen und Sachsen wird sie aber stärkste Partei. In beiden Ländern steht die AfD im Visier des Landesverfassungsschutzes, in Thüringen wird sie als „gesichert extremistisch“ eingestuft und seit dem Frühjahr beobachtet. Die Linke rutscht auf 4,9 Prozent ab (9,2). Da sie aber drei ihrer zuletzt fünf Direktmandate verteidigt, kann sie trotzdem wieder entsprechend ihrem Zweitstimmenergebnis in den Bundestag einziehen. Das legt die Grundmandatsklausel fest.

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit erheblich. Die Sitzverteilung wurde zunächst noch nicht bekanntgegeben und könnte nach den letzten Hochrechnungen von ARD und ZDF so aussehen: SPD 205 bis 209 (2017: 153), CDU/CSU 194 bis 196 (2017: 246), Grüne 116 bis 118 (67), FDP 91 bis 93 (80), AfD 84 (94), Linke 39 bis 40 (69). Die Wahlbeteiligung lag mit 76,6 Prozent auf dem Niveau der vergangenen Wahl (76,2).

Update, 1.11 Uhr - Debakel für die CSU - schlechtestes Ergebnis seit 1949

Debakel für die CSU: Bei der Bundestagswahl in Bayern haben die Christsozialen das schlechteste Ergebnis seit mehr als 70 Jahren eingefahren. Nach der Auszählung von allen 46 Wahlkreisen im Freistaat erreichte die CSU laut Internetseite des Landeswahlleiters nur noch 31,7 Prozent. Das bedeutet einen Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 (38,8 Prozent). Die Gewinner der Wahl in Bayern sind die Grünen. Sie blieben aber hinter ihren hochambitionierten Erwartungen zurück. Auf Platz zwei grüßt die SPD mit jetzt 18 Prozent.

Überblick: News-Ticker Sonntag (26. September)

Ungeachtet der hohen Verluste konnte die CSU die Direktmandate in 45 der 46 bayerischen Wahlkreise holen, lediglich in München-Süd lag die Grünen-Kandidatin Jamila Schäfer vorn. Bei den letzten drei Bundestagswahlen hatte die CSU jeweils alle bayerischen Direktmandate geholt.

mw/mh/dpa

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