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50.000 Dollar Preisgeld

CES in Las Vegas: Zwei Männer aus der Region feiern Platz zwei mit ihrem autonomen Rennwagen

Auf dem Las Vegas Motor Speedway wurde das erste Kopf-an-Kopf-Rennen für autonom fahrende Rennwagen ausgetragen. Die Künstliche Intelligenz dazu entwickelten zwei Doktoranden aus der Region.
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Auf dem Las Vegas Motor Speedway wurde das erste Kopf-an-Kopf-Rennen für autonom fahrende Rennwagen ausgetragen. Die Künstliche Intelligenz dazu entwickelten zwei Doktoranden aus der Region.

Mit über 250 Stundenkilometern schießt ein blau-weißer Rennwagen über den grauen Asphalt der Rennstrecke in Las Vegas. Gesteuert wird er nicht von einem Menschen, sondern von Künstlicher Intelligenz (KI). Entwickelt wurde sie, zusammen mit weiteren Doktoranden der Technischen Universität München, von Leonhard Hermansdorfer (29) aus Halfing und Tim Stahl (30) aus Rosenheim.

Halfing/Rosenheim/Las Vegas – Bei der Autonomous Challenge der CES in Las Vegas/USA holte ihr Wagen den zweiten Platz und damit ein Preisgeld von 50 000 Dollar Im Gegensatz zur Indy Autonomous Challenge in Indianapolis im Herbst, bei der das Team der TU München Erster wurde (wir berichteten), traten die Rennwägen in einem Kopf-an-Kopf Rennen gegeneinander an.

Der Gegner ist die Herausforderung

„Die beiden zentralen Herausforderung waren, dass man einen Gegner hatte, der sich mit extrem hoher Geschwindigkeit bewegt. Er ist zu unterschiedlichen Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten“, erklärt Hermansdorfer die Schwierigkeit des Rennens, das im Zuge der Consumer Electronics Show (CES) stattfand. Hinzukäme, dass der Gegner außerdem unvorhersehbare und sogar aggressive Manöver durchführen könnte.

Im Großen und Ganzen hat das Team mit der gleichen KI gearbeitet, die sie auch im Herbst zum Erfolg geführt hatte.

Kameras, Laser-Sensoren, Radare, GPS-Empfänger und Radsensoren liefern in Sekundenbruchteilen Informationen, die ausgewertet und dann in Fahrbefehle wie Lenkungen, Gas und Bremse umgewandelt werden. Aber das Team habe sich „an die neue Strecke herrantasten müssen“, sagt Tim Stahl. Eine große Änderung seien die steilen Kurven auf der Rennstrecke in Las Vegas gewesen. Ein anderer Punkt sei, das vor dem Rennen gewissen Regeln von den Startteams definiert wurden, die noch in die KI mit eingeflossen sind.

Wagen der TU München kam von der Bahn ab

Über mehrere Runden qualifizierte sich das Team der TU München für das Finale. Erst dort wurde es vom Team PoliMOVE aus Mailand geschlagen. Der Wagen der TU München kam von der Bahn ab.

„Zunächst haben wir uns an das gegnerische Fahrzeug rangetastet und sind kontrollierte Überholmanöver gefahren. Dann haben wir die Geschwindigkeit Stück für Stück erhöht“, erklärt der Teamleiter Phillip Karle. Beim Zusammenspiel aus Wahrnehmung, Bewegungsplanung und Regelungen seien aber kleinere Probleme aufgetaucht, die den Wagen letztlich aus der Bahn brachten.

„Wir sind unglaublich stolz“

Nichtsdestotrotz war es ein Erfolg. „Wir sind unglaublich stolz auf uns“, sagt Stahl. „Wir sind deutlich höhere Geschwindigkeiten als bei unseren Trainings gefahren. Bei der Runde, bei der wir den Abgang gemacht haben, hatte der Wagen eine Geschwindigkeit von 270 km/h.“

„Wir können das leisten, weil unsere Software sich nicht darauf konzentriert, Verkehrsregeln strikt zu befolgen, wie das bei anderen Herstellern der Fall ist“, sagt Markus Lienkamp, Professor für Fahrzeugtechnik an der TUM und Betreuer des Projekts.

„Stattdessen berechnet sie die Aufenthaltswahrscheinlichkeiten der anderen Objekte und folgert daraus die optimale Lösung für die Eigenbewegung.“

TUM-Präsident Thomas F. Hofmann gratuliert dem Team: „Neugierde und Teamgeist, die bewusste Auflösung der Grenzen von Theorie und Praxis, und das Verbinden von Disziplinen und Nationen – dafür stehen unsere Nachwuchsinitiativen in globalen Technologiewettbewerben.“

Doktoranden gründen StartUp

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler ist begeistert: „Das Ergebnis des Wettbewerbs zeigt einmal mehr, dass bayerische KI-Forschung und Ingenieurskunst ganz vorne in der Welt mitspielen.“

Für Hermansdorfer und Stahl geht die Zeit am Lehrstuhl der TU München zu Ende.

„Das Projekt war so cool, weil man nicht alleine vor sich hingeforscht hat. Wir waren ein großes Team und haben eine gemeinsame Software entwickelt und hatten die Möglichkeit sie auf einem Fahrzeug in Rennen zu testen. Das hat viel Spaß gemacht“, lässt Hermansdorfer seine Doktorandenzeit Revue passieren. Die Nähe zum Lehrstuhl wollen die Beiden aber wahren.

Technologie soll auf die Straße

„Wir haben kürzlich eine Firma Namens ,driveblocks‘ gegründet“, erklärt Tim Stahl begeistert. „Wir versuchen das Know-how über die Zeit, in denen wir die verschiedenen Rennen gefahren sind, mit in die Industrie zu nehmen“. Neben Hermansdorfer und Stahl arbeiten noch drei weitere Doktoranden der TU München in dem StartUp, das laut Hermansdorfer die Forschung des autonomen Fahrens „immer mehr Richtung Straßenverkehr zu bringen soll.“

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