Chancen schaffen

Rosenheim - Mit der Aktion "Unsere Sportvereine siegen für die Bürgerstiftung" haben die Sportvereine der Stadt 3500 Euro für das Gründungskapital der Rosenheimer Bürgerstiftung erzielt.

Mit der Aktion "Unsere Sportvereine siegen für die Bürgerstiftung" haben der TSV 1860, der Sportbund DJK, die Freie Turnerschaft, MTV, Tischtennisverein, Skiclub, ESV, Tower-Squash-Club und die Starbulls durch ihre Siege 3500 Euro für das Gründungskapital der Rosenheimer Bürgerstiftung erzielt. Sponsoren hatten über mehrere Wochen jeden Sieg mit zehn Euro belohnt. Nun fehlen nur noch 2500 Euro zur Gründung, die mit 50.000 Euro möglich ist. Mit den Zielen der Bürgerstiftung "Gemeinsam Chancen schaffen" können sich die Sportvereine gut identifizieren.

Bis zum Finale der deutschen Meisterschaft hat es Max Straßer aus dem vor fünf Jahren gegründeten Tischtennisverein schon einmal geschafft: eine Leistung, auf welche die 100 Mitglieder sehr stolz sind. Knapp ein Dutzend bayerische Meistertitel und die Entwicklung mehrerer Jugendnational- und Erstligaspieler gehen auf das Erfolgskonto der Hockeyabteilung des Sportbundes. Doch den Vereinsführungen geht es in erster Linie nicht um Siege und Top-Platzierungen, sondern darum, Kinder und Jugendliche über den Sport in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern.

"Weg vom Computer - rein in die Sporthalle"

"Weg vom Computer - rein in die Sporthalle", bringt Zweiter Vorstand Erwin Neumair vom Tischtennisverein das Ziel in der Jugendarbeit auf den Punkt. "Spaß am Spiel und an der Gemeinschaft stehen bei uns im Vordergrund", ergänzt Karl Göpfert, Hockey-Abteilungsleiter beim Sportbund. "Siegen für die Bürgerstiftung" - diese Aktion der Sozialen Stadt haben Göpfert und Neumair gerne unterstützt, weil die Ziele der im Frühjahr startenden Bürgerstiftung mit jenen der Sportler übereinstimmen. "Uns geht es um die Förderung der Kinder, der Bürgerstiftung ebenso", so Neumair. "Mit dem Motto der Bürgerstiftung können wir Hockeyspieler uns bestens identifizieren - auch bei uns im Verein geht es Tag für Tag um Gemeinsamkeit und das Schaffen von Chancen", betont Göpfert.

"Mannschaftssport fördert die körperliche, geistige und seelische Gesundheit", ist Neumair überzeugt. Wer regelmäßig trainiert, lernt, diszipliniert Termine einzuhalten und zuzuhören, wenn die Trainer Übungen oder Taktiken erklären. Ältere Jugendliche verzichten am Wochenende, wenn ein Turnier auf dem Programm steht, freiwillig auf ausgedehntes Ausgehen oder Alkoholkonsum. "Jugendarbeit im Verein ist soziale Arbeit", so Neumair.

Training, Turnier, Wettkämpfe: All diese Angebote für Kinder und Jugendliche gibt es nur, weil sich Ehrenamtliche wie Neumair, Göpfert und hunderte andere in den Sportvereinen engagieren. Der persönliche Aufwand ist hoch: 50 Prozent der 100 Mitglieder im Tischtennisverein sind zwischen acht und zwölf Jahre alt und benötigen intensive Betreuung. Fünf Jugendmannschaften gibt es, die von acht Trainern begleitet werden. Die Wochenenden stehen ganz im Zeichen des Spielbetriebs. In der Hockeyabteilung beim Sportbund kümmern sich 40 ehrenamtliche Trainer und Betreuer um alle Altersgruppen von fünf bis 18 Jahren mit Trainings- und Mannschaftsangeboten für Mädchen und Buben.

Freude am Erfolg ist mehr als siegen

"Unter Erfolg verstehen wir nicht nur den Sieg im Spiel, sondern auch mitzuerleben, wie im Training ein Kind eine neue Schusstechnik erlernt, ein Spieler Führungsaufgaben übernimmt oder das Team nach dem Match geschlossen ins Kino geht", betont der Hockey-Abteilungsleiter Göpfert. Erfolg bedeutet für seinen Tischtennis-Kollegen Neumair sogar, ein untalentiertes Kind im Verein zu integrieren oder Teenagern, die als Schlüsselkinder nachmittags sich selbst überlassen sind, zweimal wöchentlich eine Anlaufstelle in der Halle und ein offenes Ohr zu bieten.

Die Bürgerstiftung will im Frühjahr ihre Arbeit beginnen. Es sollen Projekte unterstützt werden, welche die Kinder dazu hinführen, Sport im Verein auszuüben, ein Musikinstrument zu erlernen oder die das tägliche Frühstück sichern. Es sind Projekte wie das offene Basketballtraining oder die Bewegungsschule von Sportlehrer Thomasz Podrazka. 2011 konnten allein mit Hilfe dieser Angebote 49 Kinder und Jugendliche aus den Stadtteilen der Sozialen Stadt in Sportvereine vermittelt werden.

Jeder kann Stifter werden mit einer Mindesteinlage von 500 Euro - als Betriebsgesellschaft, als Unternehmer, als Einzelstifter oder als Familie. Weitere Informationen gibt die Soziale Stadt unter der Telefonnummer 2313158 oder sozialestadt@grws.de.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Stadt

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT