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Kreative Künstler

Mini-Konzert per Post: Rosenheimer Musiker nehmen an Aktion „Concert in a Box“ teil

Die Konzert-Box mit Grußkarte, Festivalbändchen, Wunderkerze und Ticket.
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Die Konzert-Box mit Grußkarte, Festivalbändchen, Wunderkerze und Ticket.

Ein Konzert trotz Corona? Die „Mini-Festival-Box“ des Unternehmens „SofaConcerts“ macht es möglich. Rosenheimer Musiker machen bei der Aktion mit: Der Solokünstler Robin Ullrich, die Band Brotherslion und das Duo Amistat.

von Paula L. Trautmann

„Das ist eine coole Aktion, um unsere Musik an den Mann zu bringen“, sagt Mario Jackl von Brotherslion. Wer will, kann ein „Concert in a Box“ an Freunde und Familie verschenken. Mitgeliefert werden ein Ticket, Festival-Bändchen, Wunderkerze und persönliche Grußkarte. Auf dem Ticket ist ein QR-Code, der mit dem Smartphone gescannt wird. Dann werden eine Videobotschaft und ein zuvor aufgezeichneter Song abgespielt.

Alternative zu Straßenmusik

Der Solokünstler Robin Ullrich mit seiner Gitarre.

„Viel mehr gibt es ja nicht im Moment“, meint Solokünstler Robin Ullrich. Der 31-Jährige macht normalerweise Straßenmusik in Rosenheim, Regensburg, Augsburg und darüber hinaus. Zwischen Max-Josefs-Platz und Mittertor ist sein Lieblingsort, dort sei die Akustik gut – inmitten der Hektik des Alltags. „Wenn die Leute stehen bleiben, ist das ein tolles Gefühl.“ Wegen der hohen Inzidenzen ist Straßenmusik derzeit nicht erlaubt.

Menschen trotz Distanz nahe stehen

Als Alternative spielte Ullrich einige Online-Konzerte. Der Sänger covert bekannte Songs und produziert eigene Lieder mit „folkigem Einschlag“. Nun ist er bei „Concert in a Box“ dabei. Das sei das eine „schöne Gelegenheit“, Musik zu spielen, kreativ zu arbeiten und Menschen eine Freude zu machen.

Marie-Lene Armingeon, Gründerin von „SofaConcerts“, bestätigt: „So kann man Menschen trotz Distanz nahe stehen und ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.“ Der Mindestpreis für die Konzert-Box beträgt 45 Euro, Kunden können aus Solidarität aber mehr zahlen. „Viele wählen einen höheren Betrag, um die Künstler zu unterstützen“, sagt Armingeon.

80 Prozent der Einnahmen verloren

Das Duo Amistat bilden Josef und Jan Prasil (von links).

Josef Prasil findet die Online-Präsenz gut, die er und sein Zwillingsbruder Jan durch die Unterstützung von SofaConcerts bekommen. „So bleiben wir in den Köpfen der Menschen“, sagt der Musiker des Duos Amistat. Seit 2012 verdienen die Brüder Geld mit ihrer Musik, einem Mix aus Indie und Folk. Sie lebten zehn Jahre in Australien, seit Beginn der Pandemie sind sie wieder in Rosenheim.

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Ihr Beruf sei seitdem „weggefallen“, keine Konzerte, keine Touren. Rund 80 Prozent ihrer Einnahmen hätten sie verloren. „Da muss man kreativ werden, um sich über Wasser zu halten“, sagt Josef Prasil. Deshalb sind die Brüder nun in der Werbe- und Schauspielbranche tätig. Das sei immer ihr Traum gewesen, bisher hatten die Musiker dafür keine Zeit.

Zurück in den vorherigen Beruf

Auch Robin Ullrich verdient sein Geld hauptberuflich mit Straßenmusik und musste aufgrund der Pandemie umsatteln. Er arbeitet wieder als Entwickler in der Elektrotechnik. Die finanzielle Situation für die Band Brotherslion sei dagegen „noch recht entspannt“. Die Bandmitglieder Christoph Stief, Mario und Manuel Jackl widmen sich ihrem Akustik-Pop nur nebenberuflich. „Schade ist es trotzdem“, sagt Mario Jackl.

Die Band Brotherslion besteht aus den Rosenheimern Mario Jackl, Christoph Stief und Manuel Jackl (von links).

Aktion hilft Wertschätzung von Künstlern

Ohne Corona wären sie jetzt in Australien, touren und rumreisen. Straßenmusik wollten sie dort machen und auf Festivals spielen. Jetzt müssen sie anders Aufmerksamkeit erregen, mit Aktionen wie dem „Concert in a Box“. „Das hilft der Wertschätzung von Künstlern, gerade in dieser schwierigen Situation“, meint Mario Jackl.

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Hoffen auf den Sommer

Laut „SofaConcerts“-Gründerin Armingeon kommt die Aktion sehr gut an. Die Rosenheimer Musiker wurden bisher noch nicht gebucht. Doch Robin Ullrich ist zuversichtlich: „Das klappt hoffentlich bald.“ Der Künstler hofft außerdem, dass er diesen Sommer wieder in den Innenstädten spielen kann. Damit ist er nicht allein. Auf einen „normalen“ Sommer hoffen die Rosenheimer Musiker alle – auf einen Sommer voller Musik.

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