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Wichtiger Baustein bei der Pandemie-Bekämpfung

Corona-Impfung für Kinder: Rosenheimer Ärzte beobachten Zulassungsverfahren

Ein Hausärztin zieht eine Spritze mit dem Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech auf.
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Ein Hausärztin zieht eine Spritze mit dem Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech auf.

In Stadt und Landkreis Rosenheim warten die Kinder- und Jugendärzte gespannt auf einen Impfstoff für die zwölf- bis 15-Jährigen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Jugendlichen im Sommer ein Impfangebot bekommen können.

Rosenheim – Wann eine Impfung für Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren in Deutschland zugelassen wird, ist noch unklar. Die Firma Biontech führt derzeit in den USA entsprechende Impfstudien durch. Die Ärzte in Stadt und Landkreis Rosenheim verfolgen diese gespannt.

Baustein auf dem Weg zur Normalität

„Eine Impfung bei Jugendlichen ist ein Baustein um Herr der Pandemie zu werden und damit auch ein Weg hin zur Normalität“, erklärt Dr. Roland Schmid, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und der stellvertretende Obmann des Berufsverband Kinder- und Jugendärzte für Oberbayern. Er hat seine Kinderarztpraxis in Bruckmühl.

Derzeit könne noch nicht viel gesagt werden. „Wir müssen die entsprechenden Daten und Zulassungsverfahren abwarten“, sagt Schmid. Für ihn steht aber auch fest, dass es einen Impfstoff braucht. Ob es dann ein Impfstoff mit Boten RNS oder ein proteinbasierter Impfstoff wird, werde sich zeigen. „Denn die Kinder haben derzeit viele Einschränkungen, auch wenn sie nicht so sehr die Krankheitslast tragen“, sagt Schmid.

Psychische Auswirkungen der Pandemie

Ähnlich sieht es Dr. Jürgen Geuder vom Paednetz Oberbayern Südost. „Wenn ich sehe, welche psychischen Auswirkungen Corona auf die Jugendlichen hat, dann ist das ebenfalls Teil der Pandemie, beziehungsweise des Krankheitsbildes und muss mit in die Entscheidung einfließen, ob ein Jugendlicher geimpft wird.“ Sollte es zu einer Zulassung eines Impfstoffes kommen, geht Geuder davon aus, dass die Sicherheit an erster Stelle steht.

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Die Impfdiskussion ist eine emotionale Debatte

Der Rosenheimer Kinder- und Jugendarzt Dr. Jost Dieckerhoff weiß, dass eine Diskussion um eine mögliche Corona-Impfung bei Jugendlichen auch immer eine emotionale Debatte ist. „Der Arzt muss über potenzielle Risiken einer Corona-Erkrankung und Risiken einer Impfung aufklären“, sagt Dieckerhoff. Die Entscheidung, ob der Jugendliche dann geimpft wird, liege aber letzten Endes bei den Eltern.

Eine Corona-Impfung ist ein organisatorischer Mehraufwand

Eine Corona-Impfung ist ein organisatorischer Mehraufwand für eine Praxis. „Eine Impfampulle beinhaltet sechs Impfdosen. Eine vorbereitete und angebrochene Ampulle muss innerhalb von sechs Stunden aufgebraucht werden“, erklärt Dieckerhoff. Dementsprechend müssen die Termine mit den Patienten gelegt werden. „Außerdem kommt ein organisatorischer und administrativer Mehraufwand, insbesondere für die Dokumentation, hinzu“, führt Dieckerhoff weiter aus.

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Erste Erfahrungen mit Impfungen bei jungen Erwachsenen

Erfahrungen im Impfen mit jungen Erwachsenen hat der Kinder- und Jugendarzt Otto Laub. Er ist der Vorsitzender des Paednetz Bayern. Seine Praxis in Rosenheim impft bereits Jugendliche ab 16 Jahren, die zur Risikogruppe gehören. Ebenfalls impft Laub Eltern von gefährdeten Kindern und Jugendlichen.

Das Team habe sich eingespielt. „Mit dem Ausmachen von einem Impftermin bekommen die Patienten einen Link zur Aufklärung und zur Teilnehmerbescheinigung“, beschreibt Laub seine Vorgehensweise. Vor der Impfung führt Laub ein Patientengespräch, und dann wird geimpft. Alleine am vergangenen Mittwochnachmittag konnte Laub mit dieser Logistik innerhalb von zwei Stunden 28 Menschen gegen Corona impfen, am gesamten Mittwoch 40.

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Interesse bei Eltern ist da

Mit der Möglichkeit einer kommenden Impfung für zwölf- bis 15-Jährige steigt auch das Interesse der Eltern, bestätigen die Kinderärzte aus der Region. Mit einem Schmunzeln erzählt Dieckerhoff, dass er bereits ein Fax von einem Elternpaar bekommen hat. Sie wollten ihre beiden Kinder bereits auf eine Impfwarteliste setzen lassen.

Eine solche Warteliste gebe es aber derzeit nicht, sagt Dieckerhoff. Ähnlich geht es Schmid. Auch in seiner Praxis haben bereits einige Eltern angerufen. „Die Bude rennen sie uns aber noch nicht ein.“

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