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Corona-Pandemie in der Region Rosenheim

Überraschungs-Virus Omikron: Wie gefährlich ist der neue Subtyp?

Coronavirus - Bayern - Lollitest in Kita
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Ein Lollitest in der Kita.

Omikron ruft, so weit bekannt, in der Regel mildere Verläufe hervor. Doch was ist mit dem neuen Subtyp? Experten aus der Region Rosenheim geben eine Einschätzung ab.

Rosenheim – Ist Omikron der Ausweg aus der Corona-Pandemie? Oder es nur der Vorbote einer neuen Welle? Fest steht, dass Omikron atemberaubend schnell zum dominierenden Faktor im Infektionsgeschehen geworden ist. Noch Anfang Dezember 2021 entfielen nahezu 100 Prozent der Infektionen auf den Typ Delta. Vier Wochen später, am Ende des Jahres, machten die Infektionen mit diesem Typ nicht mal mehr die Hälfte aus. Mittlerweile ist nur noch jeder 50. mit Delta infiziert. Das belegen auch Zahlen aus dem Staatlichen Gesundheitsamt.

Subtyp ist wohl noch ansteckender

Omikron sorgt auch immer wieder für Überraschungen. Der neue Subtyp BA.2 nimmt dem ursprünglichen Omikron BA.1 zunehmend Anteile ab. Auch in Deutschland. „Es wird davon ausgegangen, dass BA.2 noch kontagiöser als BA.1 ist“, sagte Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts den OVB Heimatzeitungen. Noch ansteckender also ist das neue Virus. Aber wie gefährlich ist es?

Das Jahr ging, Omikron kam: Verblüffend schnell verdrängte Omikron die Delta-Variante.

Tierversuche an Hamstern

Darüber kurierten jüngst alarmierende Berichte. Laut einer Studie vermehrt sich der Subtyp schneller, ist ansteckender – und sorgt für schwere Verläufe. Die Aufregung könnte aber voreilig sein. Die Studie habe ihre Erkenntnis über Tierversuchen mit Hamstern gewonnen. „Inwieweit diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, bleibt abzuwarten“, sagt Hierl.

Bleibt es bei ähnlich leichten Verläufen wie bei BA.1, dann könnte sich Omikrons schnelles Vordringen als Segen erweisen. Dr. Hanns Lohner, Chefarzt Neurologie im Romed-Klinikum und Pandemiebeauftragter für den Rettungsverbund, sieht immer noch eine angespannte Personallage, „vor allem in der Zentralen Notaufnahme“. Da gehe es gerade nur mit Einsatz aller Mitarbeiter weiter, „wir müssen ihnen ein Lob aussprechen“.

Aber die Anspannung dort liegt an den Quarantäne- und Isolationsvorschriften für positiv Getestete, da kann das Personal in kritischen Bereichen schon mal so knapp werden, dass wie im Januar auch mal die Herzinfarktstation Neuaufnahmen stoppen muss und die Patienten in anderen Bereichen versorgt werden müssen.

Probleme haben die Krankenhäuser weiterhin mit Patienten, die an und für sich wegen anderer Beschwerden in die Klinik kommen, dort aber positiv getestet werden: Versorgung und darüber hinaus Isolation stellen die Kliniken vor Herausforderungen. Lohner bezeichnet die Lage dennoch als beherrschbar: „Wir erwarten nicht, dass wir mit den Intensivbetten an die kritische Marke geraten.“

Wenn Omikron gleich zweimal anklopft

Was sich bereits andeutet: Ein Mensch kann sich mit Omikron Typ BA.1 infizieren und sich später erneut Corona-Viren des Typs Omikron einfangen – und zwar den Subtyp BA.2. „Von der WHO aktuell mitgeteilt, dass zunehmend Reinfektionen mit der Sublinie BA.2 nach überstandener BA.1-Infektion beobachtet werden“, sagt auch Wolfgang Hierl. „Dies betrifft vor allem Länder, die schon vor Deutschland von der Omikron-Welle erfasst wurden.“

Allerdings ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis Deutschland von dem neuen Typ heimgesucht wird. „Es kommt von Holland, möglicherweise auch von Dänemark her“, sagt Dr. Thomas Schulzki, Chef des Medizinischen Labors in Rosenheim. „Da sind wir im Süden begünstigt – noch.“

Das Problem an der Datenlage: Jede Omikron-Statistik derzeit basiert auf Hochrechnungen. Schließlich wird beim weit überwiegenden Teil der Proben nicht mehr genauer bestimmt. „Faktisch ist es so, dass seit zwei Wochen kaum mehr Variantentestung gemacht wird“, sagt Schulzki. Sein Labor läuft nach seinen Worten am Anschlag. „Und Omikron dominiert eh.“ Aus Sicht der Klinken ist das nachvollziehbar. „Es macht bei der Behandlung keinen Unterschied“, sagt Lohner.

Ein Lichtstreif am Horizont? „Befinden uns im Endspurt“

Am Ende der fünften Welle, ganz am Anfang der Erkenntnisse. So ergeht es den Experten in der Regionen und den Kollegen weltweit. Immerhin: Sie klingen wesentlich gelassener als während der vierten Welle. Im Herbst dürften die Infektionszahlen nochmals nach oben gehen, ja, und nach der vierten Impfung könnten eine fünfte oder noch mehr Impfungen notwendig werden. Aber – für diesen Winter hofft Hanns Lohner auf keine weiteren schlechten Überraschungen mehr. „Wir haben die Hoffnung, dass wir uns für dieses Frühjahr in einem gewissen Endspurt befinden.“

Corona-Virus nicht besonders mutationsfreudig

Auch Professor Dr. Norbert Ahrens, Ärztlicher Leiter des Amedes-Labors in Raubling, zieht schon mal vorsichtig eine Bilanz der fünften Welle. „Mit diesen Varianten hätte niemand gerechnet“, sagt er. „Aber: Die Möglichkeiten zum Mutieren sind begrenzt.“ Der Grund dafür: Das Corona-Virus benötigt seinen Spike zum Andocken. Das verringert den Spielraum für Verwandlungen.

Ahrens zieht bereits Lehren aus der Infektion. „Wir wissen, dass sich Corona über Aerosole verbreitet, nicht über Oberflächen. Und wir wissen, dass die Maske hilft.“ Was man sonst noch weiß? Man entdecke immer wieder Leiden, die mit Corona in Zusammenhang zu stehen scheinen. Aber da sei noch vieles vorläufig, kein Wunder. „Influenza ist uralt“, sagt er. „Aber auch davon haben wir erst seit zehn Jahren wirklich Daten.“

Stadt und Landkreis Rosenheim: Inzidenzen sinken weiter

Noch immer auf hohem Niveau, aber immerhin weiter im Sinkflug: Die 7-Tage-Inzidenz in der Region Rosenheim sinkt weiterhin. Mit 1933,0 befindet sich der Landkreis Rosenheim am Mittwoch (32. Februar) den zweiten Tag in Folge unter 2000. In der kreisfreien Stadt Rosenheim fiel der Pegel von 2121,4 auf 1978,3.

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