Der Countdown läuft...

Rosenheim - Es sind noch 100 Tage bis zur Eröffnung der Landesgartenschau. Die Vorbereitungen für die Durchführung der „Schau“ nähern sich dem Höhepunkt.

164 Tage feiert Rosenheim ein großes Gartenfestival und täglich sollen die Besucher mit einem anspruchsvollem Rahmenprogramm und wechselnden Blumenschauen aufs Neue begeistert und „innspiriert“ werden. Das muss minutiös vorbereitet sein. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Team der Landesgartenschau. Ende Dezember war es soweit: Alle grundlegenden Bauarbeiten für das Gartenschaugelände waren abgeschlossen.

Themengarten am Mühlbachbogen

Das Jahr hat kaum begonnen und schon wuselt es wieder in der Geschäftsstelle der Landesgartenschau GmbH. Für die 16 Mitarbeiter des Gartenschauteams hat der Countdown längst begonnen. Mit dem großen Baustellenfest am 20.September 2009 wurde bereits die letzte Phase der Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2010 in Rosenheim eingeläutet. 17 000 Menschen kamen und bestaunten, was alles im vergangenen Jahr an Inn und Mangfall und am Mühlbachbogen entstanden ist. Die Erwartungen der LGS - Organisatoren wurden damals weit übertroffen – die Generalprobe bestanden. Mit dem Slogan „Weihnachten“ - Schenk den Sommer! Die Dauerkarte“ ging die Landesgartenschau GmbH dann ab November zum ersten Mal aktiv in die Werbung der Dauerkarte. Aber viele Bürger aus Stadt und Landkreis entdeckten auch die Tageseintrittskarten für die Landesgartenschau als ideales Last-Minute-Geschenk. Obwohl die Tageskarten normalerweise im Vorverkauf gar nicht erhältlich sind, verkaufte die LGS GmbH sie aufgrund der großen Nachfrage dann doch vor Weihnachten in der Geschäftsstelle. Dort ging es vor Weihnachten zu wie im Taubenschlag. Das LGS -Team legte trotz extremer Minusgrade sogar noch zwei Tage Sonderschicht auf dem Weihnachtsmarkt ein und auch hier nutzten mehr als 600 Rosenheimer den Geschenk-Sonderservice. „Ja, das war ein richtiger Run auf unsere Eintrittskarten. Auch der Dauerkartenverkauf ist gut angelaufen“, sich Werner Oeckler, der städtische Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH. „Toll ist auch, dass sich bisher 35 Paten für die Rudl-Endriß-Silhouetten an unserem Kunst-Zaun gefunden haben“, berichtet er. „Das zeigt, unsere Gartenschau ist überall im Gespräch!“

Über Brücken und Stege an Mangfall und Inn

Was geschah 2009?

Themengarten am Mühlbachbogen

Alle acht Brücken und Stege über Mangfall, Hammer- und Mühlbach stehen. Den Abschluss bildeten von Oktober bis Dezember die Stegarbeiten. Die Stege verbinden nun die Brücken miteinander und machen es möglich, auf kurzem Wege ans Wasser und zum Innspitz zu gelangen. Der Promenadensteg steigt vom Eingangsbereich leicht an und führt zum Innbalkon an den Innterrassen. Der Eingangsplatz an der Schönfeldstraße, der nach Rosenheims Partnerstadt Ichikawa benannt wurde, ist bereits vorbereitet. Und auch der Innbalkon rund um den Aussichtssteg am Inn und die Innterrassen, die in breiten begrünten Stufen zur Anlegestelle am Wasser ausgerichtet sind, konnten termingerecht fertig gestellt werden. Der Innspitz bekam seine Vitalkur. Er wurde übersichtlicher gestaltet. Außerdem wurden die Flächen für die Hauptgastronomie vorbereitet, die dort für die Zeit der Gartenschau die Besucher mit Blick aufs Wasser kulinarisch verwöhnen soll. Die Fundamente für einen sechzehn Meter hohen Aussichtsturm stehen schon. Der Turm der Firma Perr verspricht einen wunderbaren Blick auf das Gartenschaugelände und in die Berge. 20 000 Stauden wurden dann entlang der Bäche, der Kinderkajak-Strecke im Mangfallpark Süd und am Hammer- und Mühlbach gepflanzt. Parallel zur Kinderkajakstrecke am Hammerbach entstand auf etwa 250 Metern ein großer außergewöhnlicher Kinderspielplatz mit Kletternetz, Wassersprüher, großem Sandkasten und vielem mehr.

Der Riedergarten mit Apothekenkräutern

Klare Formen und hochwertige Bepflanzung - auch der Riedergarten zeigt sich seit dem Sommer neu gestaltetet. Der Blick von der Königstraße wurde freigelegt, das Wegenetz vereinfacht und die Beleuchtung verbessert. Ein Apotheker-Garten wurde angelegt. Heimische Heilkräuter werden nun dort kultiviert und nach Krankheitsbildern geordnet. Insgesamt wurden fast 3000 Ziersträucher, Bäume und Stauden ergänzt und einige Hecken gesetzt. Ein heller, lichter Park mit stilvoller Bepflanzung mitten in der Stadt ist so entstanden.

Skulpturenweg 'Natur & Reflektion' gestiftet von Marc O´Polo

Im Oktober begannen die Arbeiten für das Kunstprojekt 'Skulpturenweg Natur & Reflektion', das von Marc O’Polo gestiftet wird und auf dem LGS-Gelände rund um die Rosenheimer Innterrasse, sowie entlang des Mangfallufers zu bestaunen ist. Der Straßenlaternenwald von Sonja Vordermaier bildete im Dezember den Auftakt, ab nächster Woche werden die „Laternenschirme“, die aus ganz Europa stammen, moniert. Geplant ist ein Skulpturenweg mit zehn Stationen, die von zehn regionalen, nationalen und internationalen Künstlern errichtet werden. Die restlichen neun Kunstobjekte auf dem Gelände werden ab Februar 2010 auf dem Landesgartenschaugelände installiert.

Blumenschauen und Pflanzkonzepte

Fast 80 Aussteller bereiten nun ihre Ausstellungsbeiträge vor und müssen vom gärtnerischen Organisationsteam koordiniert werden. Ob „Gartenkultur in Oberbayern“, der Feigengarten der Stadtgärtnerei, „Braunes Gold und andere Schätze“ der heimischen Moorlandschaft oder das Bambushaus - es wird viel zum Bestaunen und Genießen geben. Auch das Konzept für die Schauen in der Blumenhalle wurde von Floristtechniker und Hallenschau-Profi Dieter Scheffler ausgearbeitet und verspricht abwechslungsreiche Blütenpracht und fantasievolle „Florale Welten“. Von „Frühlingshaften Blumengeschichten“ zu Beginn der Gartenschau bis zum „Farbenrausch zum Ausstellungsfinale“ über „Rosenzauber“ und „Blumige Schwelgereien“, vierzehn einzelne Hallenschauen sind geplant und werden die Besucher passend zu den Jahreszeiten verzaubern und inspirieren. Ein weiterer gärtnerischer Höhepunkt werden Themengärten des Verbandes Garten- Landschafts- und Sportplatzbau. Auf insgesamt 1. 330 Quadratmetern entstanden hier 2009 kleine Kunstwerke, die Gartendetails der Landschaftsgärtner: „Landlust“, „Lounge“ und „Easy Gardening“ – um nur einige Namen zu nennen. Alle Gärten sind zwischen 100 und 180 Quadratmetern groß und spielen mit den Elementen Holz und Wasser. Zeigen Teiche, begrünte Wände, Pergolen und bieten viele Beispiele, wie man elegante und formschöne Schatten-Plätze schafften kann. Entlang des Parkhauses in der Schmucken präsentieren die Bayerischen Baumschulen Formgehölze, spezielle Rosenzüchtungen und japanische Ahornsorten.

Besonders spannend war auch die Umsetzung der kunstvollen Pflanzkonzepte, die die Besucher 2010 erwarten können. Ein „Blütenfluss“ wird die Besucher auf insgesamt 3.400 Quadratmeter durch den Mangfallpark geleiten. Blütenwellen lassen dann für die Besucher bewegte Flächen entstehen. Ein Blütenquell empfängt die Besucher am Eingang Rathausstrasse. Eine Pflanz-Choreographie, die rechtzeitig minutiös vorbereitet werden musste. Auch am Mühlbachbogen wurden Blumenbeete auf über 400 Quadratmeter Fläche vorbereitet und insgesamt wurden bisher auf dem Gartenschau-Gelände mehr als 180 Bäume, 1100 Sträucher und 20 000 Stauden gepflanzt. 200 000 Blumenzwiebeln runden die Pflanzkonzepte ab.

Das kulturelle Rahmenprogramm

Im vergangenen Jahr wurde natürlich auch intensiv an der Gestaltung eines attraktiven Rahmenprogramms gearbeitet. Wichtig war für Peter Kirmair und Alexandra Birklein, den Kultur und Event -Profis der LGS 2010, vor allem, dass alle Künstler dabei sind, die die vielfältige kulturelle Szene der Region prägen. Um ideale Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen, wurde eine attraktive Bühnenüberdachung erstanden. Die hell und leicht wirkende Membranenlösung, die zuletzt auf der LGS in Neu-Ulm stand, wird sich sehr gut in den Mangfallpark Süd einbinden. Konzerte, Theater, Kochvorführungen, Gottesdienste am Sonntag und auch die „Schule im Grünen“ - all das und noch viel mehr wird auf diesem großen Bühnenstandort möglich sein. Quadro Nuevo, Werner Schmidbauer, LaBrassBanda oder die Cuba Boarischen sind nur einige Namen, die jetzt schon feststehen. An die 2000 Veranstaltungen wird es geben. Denn auch das einzigartige Bambushaus, die Arche der Kirchen, die tollen Themengärten, der ruhige Innspitz, die Innterrassen, das Mullewapp-Kinderhaus und noch manch anderer reizvoller Platz kann für verschiedene Auftritte genutzt werden. Das gesamte Veranstaltungsprogramm wird noch vor Beginn der Gartenschau als Beilage im OVB und auf www.rosenheim2010.de veröffentlicht.

Der Countdown läuft! Die nächsten 100 Tage:

Die neugestalteten Innterrassen mit "Weishäupl" Beach und ein Blick über den Mangfallpark Süd.

Die Geschäftsstelle der Landesgartenschau gleicht also einem emsigen Ameisenhaufen - die Vorbereitungen für DAS Top-Ereignis 2010 in Rosenheim gehen in die Endphase. Auf dem Gelände geht es der Jahreszeit entsprechend eher ruhig zu. Jetzt sind es noch 100 Tage bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 23. April. Es geht also ans Eingemachte, die Vorbereitungen nehmen noch eine Intensitätsstufe zu. Die beiden Haupteingangsbereiche an der Schönfeld- und der Rathausstraße bekommen im Januar/Februar noch ihren Feinschliff, ebenso wie die Gastronomieflächen an den Innterrassen und am Innspitz. Dort wird im Februar 2010 zudem der 16 Meter hohe Aussichtsturm errichtet.

Mehr Fläche an Eingangsplatz und Inn

Nördlich des Innbalkons - zwischen Inndeich und Flutmulde – konnte die LGS 2010 GmbH eine Fläche von 2.000 m² dazu gewinnen. Dem Wasserwirtschaftsamt und dem Verbund der Innkraftwerke sei Dank! Auf dem langgestreckten Grundstück am Innufer wird nun der „Weishäupl -Beach“ entstehen, mit Sitz- und Liegemöglichkeiten und direktem Blick in die Berge. In der Flutmulde plant der Stadtjugendring Rosenheim den Jugendtreff „Come Inn“. Und auch am Eingangsbereich Schönfeldstraße gab es unverhofften Flächenzuwachs. Das Gelände, auf dem die Rothenfußerstiftung ein Kompetenzzentrum für Demenz errichten wird, darf die LGS GmbH als Ausstellungsfläche benutzen. Hier werden nun die Blumenhalle inklusive Lagerzelt und das Schuhmuseum der Firma Gabor einen exklusiven Platz direkt am Eingangsbereich finden.

Die Ausstellung

Ansonsten entstehen nun auf dem gesamten Gelände nach und nach alle erforderlichen Pavillons in denen sich die einzelnen Aussteller, die Ministerien und Verbände präsentieren werden. Am Innspitz wird das große Gastrozelt gebaut, bis April werden noch genau 91.300 Frühjahrsblüher gepflanzt, damit den Besuchern schon zu Beginn der Gartenschau soviel Blütenpracht wie nur möglich präsentiert werden kann. Der Friedhofsbeitrag wird errichtet, Grabmale werden aufgestellt, die Mustergräber bepflanzt, Wissenswertes über die Bestattungsriten verschiedener Kulturkreise zusammengetragen. Entsprechende Infotafeln für diesen und für alle anderen 70 Ausstellungsbeiträge auf dem Gelände werden getextet und gedruckt. Das Plusenergie - Haus der FH – Rosenheim mit einer Grundfläche von ca. 19 x 16 Metern, das statt Energie zu verbrauchen, sogar noch Energie produzieren kann, wird Anfang 2010 am Solardecathlon - Wettbewerb in Madrid teilnehmen und danach auf dem LGS-Gelände präsentiert. Josi Hafner, zuständig für das Marketing, wird jetzt vor allem die Informationssysteme für die Besucher in Angriff nehmen. Die Infotafeln für die Ausstellungsbeiträge, die Beschilderung des Rundweges, der Parkplätze und Eingänge müssen perfekt durchdacht sein. Und dann sind da noch die Park & Ride Flächen, die Parkplätze für die Reisebusse, die Shuttlebusse, der Kassen und Bewachungsservice - das alles muss noch organisiert werden.

Großer Veranstaltungskalender im Internet und für Zuhause

Die Kulturveranstaltungen werden nun terminlich weiter ausgearbeitet. Das Veranstaltungsprogramm wird dann in einer Auflage von 100 000 Stück Anfang April dem OVB, das die LGS als Medienpartner unterstützt beigelegt bzw. direkt an möglichst viele Haushalte verteilt. Für das LGS-Team stehen noch umfangreiche Planungen für die Eröffnungsfeier, das große Sommerfest, verschiedene Firmen-Events und die Schlussfeier stehen an. Und so sorgt das 16köpfige Flower-Power-Team dafür, dass es ab dem 23. April, auf dem wundervollen Gelände der Landesgartenschau ein Gartenfestival mit einem tollen Rahmenprogramm geben wird, das die erhofften 800 000 Besucher anlocken und begeistern kann.

„Die größte Herausforderung für die Pflanzplanung ist nun das Wetter“, verrät Ingrid Rott-Schöwel, verantwortlich für die gärtnerische Organisation. “Wir hoffen, dass Schnee und Frost nicht zu lange dauern und die Gärtner rechtzeitig im März beginnen können, die Frühlingsblüher einzupflanzen. Das Timing muss stimmen, damit wir schon zur Eröffnung am 23. April die ersten Besucher mit möglicht großer Blütenpracht empfangen können“, erklärt sie. Um dann mit einem Lächeln hinzuzufügen. „Aber keine Sorge, wie durch ein Wunder klappt es immer. Auch in Rosenheim, da bin ich ganz zuversichtlich.“

Pressemeldung Landesgartenschau Rosenheim

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