Hättet Ihr es gewusst?

Woher die Rosenheimer Loretowiese ihren Namen hat

Die Loretowiese in Rosenheim
+
Die Loretowiese in Rosenheim

Rosenheim - Jeder Rosenheimer kennt sie: Die Loretowiese an der Ebersberger Straße. Doch woher kommt eigentlich ihr Name?

Herbstfest, Ausstellungen, Messen, Corona-Testzentrum: Die Rosenheimer Loretowiese ist Austragungsort für so viele Events und Maßnahmen und an normalen Tagen einfach nur ein großer Parkplatz, den viele Rosenheimer und Pendler täglich nutzen. Doch woher hat die bekannte „Wiese" in Rosenheim eigentlich ihren Namen? rosenheim24.de hat im Rosenheimer Stadtarchiv nachgefragt.

Daher hat die Loretowiese in Rosenheim ihren Namen

Christopher Kast, Leiter des Rosenheimer Stadtarchivs, hat Antworten: „Die Namensgebung geht zurück auf eine Kapelle, die sogenannte Loretokapelle. Loreto ist ein Wallfahrtsort in Italien in der Provinz Ancona, den der Rosenheimer Georg Schaur (1579-1652) besuchte“, erklärt Kast. Schaur sei nach den Recherchen des Archivleiters auf der Wallfahrt jedoch schwer erkrankt und habe gelobt, sollte er gesund nach Rosenheim zurückkehren, eine Kapelle nach dem Vorbild der Basilica della Santa Casa zu stiften.

„Nach seiner Rückkehr nach Rosenheim konnte der Bau jedoch nicht beginnen, da sich zunächst Finanzierungsprobleme auftaten und schließlich 1632 der Einfall der Schweden und der Pestausbruch 1634 den Baubeginn verhinderten. Erst 1635 kam es zur Grundsteinlegung und ein Jahr später zur Weihe durch den Freisinger Fürstbischof Veit Adam von Gepeck“, erklärt Kast weiter. Die Kapelle, habe sich bereits kurz nach ihrer Erbauung großer Beliebtheit erfreut, da es regelmäßig zu hohen Messstiftungen kam, wie Testamente aus dem 17. Jahrhundert belegen. „So hat beispielsweise auch der Rosenheimer Brauer und Mitglied des inneren Rats Balthasar Hoppenbichler in seinem Testament die Lesung der Messe an die Loretokapelle angeordnet.“

Interessante Dokumente zur Loretowiese im Rosenheimer Stadtarchiv zu finden

Das Rosenheimer Stadtarchiv verwahrt einige interessante Dokumente zur Geschichte der Loretowiese und -kapelle, die dort eingesehen werden können. Darunter befinden sich natürlich nicht nur Testamente. Ein besonderes Schlaglicht fällt auf Kapelle und Wiese auch durch die Aquarelle von Friedrich Wilhelm Doppelmayr, der diese mehrfach zwischen 1805 und 1815 gemalt hat.

jb

Kommentare