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„Klare Trendwende hin zu steigenden Infektionszahlen“

Die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim im Überblick am 30. Juli 2021

Symbolbild
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Der Corona-Wochenbericht für Stadt und Landkreis Rosenheim. (Symbolbild)

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 29.07.2021 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Pressemitteilung im Wortlaut

Die aktuelle Lage:

Das Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen in der Region Rosenheim nach einer mehrwöchigen Plateauphase seit drei Wochen wieder im Anstieg befindet. 

Seit dem 23. Juli liegen die Werte der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis und seit dem 27. Juli auch in der Stadt durchgängig über 10 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurden täglich zwischen drei und zehn neue Fälle (insgesamt 41 Neumeldungen, Vorwoche: 29) gemeldet. 

Infektionsschutzmaßnahmen:

Das Gesundheitsamt kann weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

„Die besten Tage des Sommers, was das Infektionsgeschehen anbelangt, liegen bereits hinter uns“, so kommentiert Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim die Lage. „Wir sehen auch in der Region Rosenheim eine klare Trendwende hin zu steigenden Infektionszahlen. Freilich, die Fallzahlen sind derzeit noch überschaubar, wir erwarten aber – wie im letzten Jahr – einen deutlichen Anstieg in den nächsten Wochen, da viele Urlaubsrückkehrer das Virus im Gepäck aus dem Urlaubsland mitbringen werden. 

Gerade aufgrund der hohen Verbreitungsdynamik der Delta-Variante haben wir es mit einem höchst dynamischen Infektionsgeschehen zu tun. In vielen Nachbarländern steigen die Infektionszahlen schon wieder deutlich. Die Durchimpfung in unserer Bevölkerung ist noch viel zu niedrig, als dass wir einen Herdenschutz erwarten könnten.

Bei aller Freude über die zu Recht wiedererlangten Freiheiten appelliere ich somit weiterhin an die Vernunft aller Bürgerinnen und Bürger: Wir dürfen nicht riskieren, dass durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder das bewusste Ignorieren der Regeln und Vorschriften die Infektionszahlen aufgrund der zunehmenden Anteils der Delta-Variante in unserer Region wieder ansteigen und so schweren Erkrankungen den Weg bereiten. Die gleiche Achtsamkeit gilt auch für die kommenden Wochen in den Urlaubsregionen. Nicht unbedingt erforderliche Reisen in Hochinzidenz- oder Variantengebiete sollten unterbleiben. Auch den Betreibern der geöffneten Betriebe kommt eine äußerst wichtige Aufsichtsfunktion zu. Die entscheidende Frage ist, ob es uns gelingt, durch den Impffortschritt breiter Bevölkerungsmassen und die Schaffung einer Herdenimmunität einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen mit einer vierten Welle, die unweigerlich wieder Beschränkungsmaßnahmen im öffentlichen Leben nach sich ziehen würde, zu verhindern.

Bis dahin sind unsere einzigen Waffen zur Infektionsprävention die bekannten AHA-L-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln, regelmäßiges Händewaschen, die konsequente Verwendung von Alltagsmasken, vor allem in Innenräumen oder wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen nicht sicher eingehalten werden kann, und regelmäßiges Lüften“, erklärt Hierl.

Infektionsquellen:

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das 47 Prozent, und der Freizeit, die 24 Prozent, der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Am Arbeitsplatz fanden Ansteckungen in 21 Prozent statt.

Aus den Bereichen Schulen und Kitas und medizinische Einrichtungen wurden in dieser Woche keine neuen Infektionsübertragungen gemeldet. Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass seit langem kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. So wurde dem Gesundheitsamt lediglich ein Fall eines positiv getesteten Mitarbeiters in einem Heim gemeldet. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen. Es besteht aber weiterhin Bedarf, Mitarbeiter zu motivieren, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen“, so Hierl.

Die Fälle wurden überwiegend entdeckt aufgrund des Auftretens von Symptomen (ca. 51 Prozent), bei Reihentestungen (3 Prozent) und Testungen im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung (26 Prozent).

Seit 1. Juli wurden 36 Infektionen aus dem Ausland importiert. Hauptreiseländer waren: Russland (17 Prozent), Österreich, Spanien und Italien (je 14 Prozent) und Kroatien (11 Prozent).

Impfungen:

Insgesamt sind bis zum 28.07.2021 in Stadt und Landkreis Rosenheim 180.207 Schutzimpfungen gegen COVID-19 erfolgt, überwiegend in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum auf der Loretowiese. 98.085 davon waren Erstimpfungen, 82.122 Zweitimpfungen. Insgesamt 11.073 dieser Impfungen wurden vor allem in stationären Einrichtungen in Stadt und Landkreis verabreicht. 

Seit dem 31.03. bis einschließlich 28.07.2021 haben niedergelassene Ärzte insgesamt 125.424 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Die Sonderimpfaktionen bei den Rosenheimer Bürgerhäusern am 23.07.2021 und 24.07.2021 sowie im Fit & Fun Wasserburg am 29.07.2021 wurden gut angenommen. Im Landkreis Rosenheim sind folgende weitere Sonderimpfaktionen geplant: Am 01.08.2021 in Prien a. Chiemsee, am 02.08.2021 in Wasserburg a. Inn und am 06.08.2021 in Kolbermoor sowie in Raubling. Dabei werden jeweils die Impfstoffe von Biontech/ Pfizer und Johnson & Johnson zu Verfügung stehen, eine Terminvereinbarung vorab ist nicht notwendig. Nach Möglichkeit wird um eine vorherige Registrierung unter https://impfzentren.bayern und die Mitnahme des Personalausweises und Impfpasses gebeten. Zudem findet am 01.08.2021 ein Sonderimpftag im Impfzentrum Rosenheim statt: Geimpft wird an diesem Tag von 8 bis 17 Uhr der Impfstoff von Johnson & Johnson ohne vorherige Registrierung und Terminvereinbarung. Es ist an den Sonderimpftagen mit möglichen Wartezeiten zu rechnen. 

Seit dem 07.06.2021 ist bundesweit die Priorisierung der Impfwilligen für die Arztpraxen und seit dem 01.07.2021 auch in den bayerischen Impfzentren aufgehoben. Derzeit steht ausreichend Impfstoff für alle Impfwilligen ab 12 Jahren zur Verfügung. Das heißt, jeder impfwillige Bürger ab 12 Jahren, der sich registriert, bekommt sehr kurzfristig eine Einladung zu einem zeitnahen Impftermin.  Weiterhin dürfen sich alle Bürger für die Impfung gegen COVID-19 unter https://impfzentren.bayern registrieren, ausnahmsweise auch telefonisch unter der Rufnummer 08031/ 365 8899. Bei Impfungen durch niedergelassene Ärzte oder im Betrieb wird um zeitnahe Löschung des Accounts im Registrierungsportal gebeten. 

Alle Bürger, welche im Impfzentrum geimpft worden sind und deren Account in „BayIMCO“ noch besteht, können den QR-Code für ihren digitalen Impfnachweis aus dem Portal herunterladen. Außerdem erhält man den Code grds. weiterhin in teilnehmenden Apotheken (www.mein-apothekenmanager.de). 

Weitere Informationen zur Impfung im Impfzentrum enthält das Merkblatt auf der Homepage des Landkreises unter dem Punkt „Fragen und Antworten“. Ggf. auftretende Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen von Impfstoffen) nimmt das Paul-Ehrlich-Institut über die App „SafeVac 2.0“ und unter https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html entgegen.

„Durch die Impftätigkeit im Impfzentrum und den Praxen sind vor allem vulnerable Gruppen, also Heimbewohner, Personen mit chronischen Grundleiden und Senioren, zu einem großen Teil geschützt. Die Zahl schwerer Erkrankungen an COVID-19, die im Krankenhaus evtl. auch intensivmedizinisch behandelt werden müssen und die Zahl der Todesfälle sind rückläufig und befinden sich derzeit auf niedrigem Niveau. Aber, und hier kommt das große aber: Bei der Auswertung unserer Fälle seit 1. Juni können wir sehen, dass trotz der Impfbemühungen etwa 11 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, und 20 Prozent bei Kindern und Jugendlichen bis unter 18 Jahren, für die es bislang noch keine Zulassung bzw. keine generelle Indikationsstellung für eine Impfung durch die Ständige Impfkommission gibt. 76 Prozent der Fälle ab 1. Juli waren nicht oder unvollständig geimpft. 

Ich rate daher dringend allen Personen, für die eine Impfindikation besteht und bei denen keine medizinische Kontraindikation nach wissenschaftlichen Kriterien vorliegt, den Impftermin auch wahrzunehmen. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, es werden sich alle Personen, die nicht geimpft sind oder die Infektion nicht schon durchgemacht haben, an dem Virus anstecken. Eine Herdenimmunität durch eine hohe Zahl an Geimpften wird nicht dazu führen, dass der Rest der Bevölkerung, der nicht gegen das Coronavirus immun ist, verschont wird. Kein Mensch kann sicher sein, dass bei ihm nicht eine schwere Verlaufsform der Infektion auftritt oder langwierige und belastende Folgesymptome durch Long-COVID verbleiben. Wir müssen sicherstellen, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen, für die keine Impfindikation oder Zulassung der Impfstoffe besteht, durch eine hohe Impfrate der Erwachsenen geschützt werden, gerade wenn im Herbst dann der Schulbetrieb im Präsenzunterricht wieder starten soll. 

Geben Sie sich einen Ruck und lassen Sie sich impfen. Schenken Sie nicht den Gerüchten oder Fake-News über Impfnebenwirkungen wie z.B. Unfruchtbarkeit Glauben! Die impfenden Ärztinnen und Ärzte nehmen sich gerne die Zeit, Sie objektiv über Impfnebenwirkungen aufzuklären und prüfen gewissenhaft Indikation und Kontraindikation. Nach wie vor besteht ein uneingeschränkt positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Corona-Schutzimpfungen. Es ist jetzt an der Zeit, dass die Erwachsenen Solidarität mit den Jüngeren zeigen und wir ein Stück von dem an die Gruppe zurückgeben, die bislang für die Vulnerablen in der Gesellschaft massive Einschränkungen in Kauf genommen hat. Diese Impfung ist gerade nicht nur eine persönliche Angelegenheit sondern wir alle haben eine Verantwortung für die ganze Gesellschaft“, mahnt Hierl.

Fallzahlenentwicklung (Datenstand des Gesundheitsamtes Rosenheim): 

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 22.07.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 41 neue Fälle (am 22.07.2021: 29) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 17.968 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 14.014, Stadt: 3.954). Seit 1. Juli sind 108 neue Fälle aufgetreten, die nach dem Impfstatus aufgeschlüsselt wurden: 71 Personen (65,7 Prozent) waren ungeimpft, 15 Personen (13,9 Prozent) waren entweder unvollständig geimpft oder die letzte Impfung lag weniger als 15 Tage zurück. In 22 Fällen war die Impfung vor mindestens 15 Tagen verabreicht worden, 16 davon waren symptomatisch erkrankt. Somit liegt nach der Definition bei diesen 16 Personen (14,8 Prozent) ein wahrscheinlicher „Impfdurchbruch“ vor.

Mittlerweile wurde bei mindestens 17.135 Personen eine Genesung dokumentiert. 531 Personen (am 22.07.2021: 529) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 464, Stadt: 67). Von den Verstorbenen waren 19 (am 22.07.2021 19) Personen unter 60 Jahren. 351 (am 22.07.2021: 351) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden zwei Personen (am 22.07.2021 0) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Beide Personen waren zwischen 60 und 80 Jahren alt und nicht in einem Heim betreut worden.

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3.093 Fälle (Landkreis 2.359, Stadt 734) (am 22.07.2021: 3.087) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die Beta- (südafrikanische) (B1.351), in 16 Fällen um die Gamma- (brasilianische) (P1), in 29 Fällen um die Delta- (indische) (B.1.617.2) und in allen anderen Fällen um die Alpha- (britische) Variante (B.1.1.7). Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 22.07.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 5 Fälle der Delta Variante gemeldet. Zudem wurden von den Labors 18 Verdachtsfälle auf eine Delta-Variante aufgrund einer positiven variantenspezifischen PCR gemeldet. Alle Fälle sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten.

27 (am 22.07.2021: 32) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 7 Patienten (am 22.07.2021: 4) auf einer Intensivstation

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 30.07.2021 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 11,01 (am: 22.07.2021 9,44), für den Landkreis Rosenheim bei 13,01 (am: 22.07.2021 8,80).

Übersicht über Infektionsumfeld und Testanlass für den Zeitraum 23.07.-29.07.2021 (Tag nach letztem Wochenbericht bis Tag heutiger Wochenbericht) bei neu gemeldeten Fällen (Stand 29.07.2021 24 Uhr):

Testanlass
Infektionsumfeld

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Pressebericht LRA Rosenheim

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